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v.l.: Ulla Röhrs, Katharina Gottschlig, Anke Küpers und Kerstin Laackmann. Foto: Stadt Hanau - Foto: Main-Kinzig-Kreis

HANAU Zauberei mit Nadel und Faden

Die Schneiderei der Brüder Grimm Festspiele arbeitet wieder

15.03.16 - Ob es sich um die prachtvolle Samtrobe eines Königs handelt, das phantasievolle Federkleid eines Gockels oder die kunstvoll verschlissene Garderobe einer Bettlerin: die Kostüme, die Ulla Röhrs den Schauspielerinnen und Schauspielern der Brüder Grimm Festspiele jede Saison auf den Leib schneidern lässt, sind immer wieder eine Augenweide und verleihen den Stücken jedes Jahr aufs Neue besonderen Glanz und Ausdruckskraft. Die gekonnte Zauberei mit Nadel und Faden trägt so ganz maßgeblich auch zum Erfolg der Open-Air-Aufführungen im Amphitheater bei.

Seit ein paar Tagen ist es wieder soweit. Nachdem die Kostümbildnerin, die seit mehr als drei Jahrzehnten für die passende Garderobe des Ensembles sorgt, erste Entwürfe zu Papier gebracht hat, gehen die Gewandmeisterinnen an die Arbeit und verleihen den Zeichnungen Gestalt, in dem sie die zugehörigen Schnittmuster entwerfen. Damit rechtzeitig zur Premiere der Saison 2016 am 13. Mai alle 137 Kostüme fertig sind, werden im Laufe dieser Woche auch die Schneiderinnen zu den drei Gewandmeisterinnen in der Remise von Schloss Philippsruhe dazustoßen. Aus dem großen Fundus können nach den Worten von Ursula Röhrs immer nur ganz vereinzelte Teile noch einmal verwendet werden.

Einige Ideen für die Kostüme hat die Kostümbildnerin schon zu Papier gebracht, etwa 15 Entwürfe sind bereits fertig, darunter erste Überlegungen zu den Kleidern der tanzenden Ballettmädchen, die als Blumen im Musical „Rapunzel“ zu sehen sein werden.

Als echte Herausforderung bezeichnet Ulla Röhrs in diesem Jahr die „goldene Gans“, die erstmals nicht als künstliche Tierfigur integriert wird, sondern von einem Ensemblemitglied gespielt wird. „Die Gans soll ja den goldenen Glanz verkörpern, der alle in seinen Bann zieht. Die Kostüme müssen also besonders strahlend und glitzernd sein.“ Wer sich aber noch an die prachtvolle Sonne erinnert, die unter anderem in den „Sieben Raben“ für ein staunendes Publikum gesorgt hat, weiß, dass Ulla Röhrs auch diese Aufgabe bravourös meistern und die goldene Gans erfolgreich zunächst auf dem Papier und später auf der Bühne erstrahlen lassen wird.

Für Kerstin Laackmann und Anke Küpers ist die jährliche Jagd nach den aktuellen Maßen der Schauspielerinnen und Schauspieler, die am Anfang aller Näherei steht, nichts Neues mehr. Beide gehören seit vielen Jahren zum Team in der Schneiderei. Neu hinzugekommen ist dieses Jahr die 27-jährige Katharina Gottschlig. Die selbständige Maßschneidermeisterin aus Berlin findet es nach eigenen Worten überaus reizvoll, sich dem Metier einmal von einer ganz neuen Seite zu nähern.

Sind schließlich die grundsätzlichen Fragen geklärt und die notwendigen Schnittmuster hergestellt, dann warten etwa 150 Kilogramm Stoff darauf, von Ulla Röhrs und ihren Mitarbeiterinnen verarbeitet zu werden. Viele Ballen davon stammen aus Indien. Doch auch in heimischen Gefilden wird noch fleißig nach passenden Qualitäten gesucht, damit die Damen der Schneiderei am Ende auch in diesem Jahr wieder ihrem Ruf der „heimlichen Zauberinnen“ gerecht werden können. +++


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