Dortmund, Belgien, Ungarn, Bremen, Neuseeland, Berlin, Italien, Birmingham, Mansbach. Diese Orte stehen in diesem Jahr auf dem Terminkalender von bekannten Vier- und Zweibeinern - für Workshops, Seminare, Showauftritte oder Weiterbildungen. So unterschiedlich sie auch sein mögen, die Pferde und ihre Besitzer, die Pferde- (und Menschen-)trainer - ihnen allen ist das Streben nach "Natural Horsemanship" gemeinsam. Der Kunst des natürlichen, sanften Umgangs zwischen Mensch und Pferd, die Kunst der Kommunikation zwischen Reiter und Reittier. Die Pferdetrainer und -trainerinnen aus vielen Herren Ländern kommen nun nach Mansbach, einen Ortsteil von Hohenroda im Kreis Hersfeld-Rotenburg. "Week of the Horsemen" steht in ihren Zeitplanern oder auch "Helden der ArenA". Denn beides findet in Mansbach auf dem Hof ArhönA statt, am 31. August zuerst die Pferdeshow und vom 1. bis 5. September die Kurse und intensiven Workshops für angemeldete Teilnehmer, denen beim "pferdeflüsternden Training" aber jeder zusehen kann, der eine Tageskarte erwirbt.
Geheimtipp ArhönA?
Mansbach, oder besser der Hof ArhönA, hat heute bei Pferdefreunden in ganz Deutschland schon einen guten Ruf, gilt aber auch irgendwie noch als "Geheimtipp". Mansbach war zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg bereits ein "Pferdeort": hier wurden Vollblüter für die Rennbahnen im In- und Ausland gezüchtet. Doch dann wurde das private Gestüt verstaatlicht und Pferde wurden in der NS-Zeit als "Kanonenfutter" für Kriegszwecke gezüchtet. Nach 1945 geriet die Pferdezucht wohl in Vergessenheit. Der Berliner Bühnenautor und Kabarettist Uwe Weinzierl hatte Anfang der neunziger Jahre eigentlich nur einen ruhigen Platz zum Schreiben gesucht, fand ein Fachwerkhaus in Mansbach, kam zur Arbeit mit Pferden und entwickelte aus persönlicher Begeisterung heraus ein Konzept.
Mitte der neunziger Jahre entstand der alternative Pferdehof für Reiter und Urlaubsgäste, die Pferde im natürlichen Herdenverband erleben, Ritte in idyllischer Landschaft genießen und in ausgebauten Zirkuswagen wohnen konnten. Inzwischen hat sich die Einrichtung zu einem "Zentrum für Pferdekommunikation" mit Seminarhaus, Ferienwohnungen, einem 20 x 40 Meter großen Allwetter-Reitplatz, Picadero von 11 x 11 Metern, einem Trailplatz und einer 20 x 60 Meter großen Reithalle entwickelt.
Eine Naturtribüne wird angelegt
Die "internationalen Größen" des "Natural Horsemanship", das bei ArhönA als die "vom Instinkt geleitete harmonische Gemeinschaft von Mensch und Pferd" verstanden wird, geben sich seit Jahren in Mansbach die Klinke in die Hand - für Trainings und Fortbildungen. Doch trotz ihrer ähnlichen Grundlagen und Motive und obwohl sich einige bei Seminaren oder Pferdeveranstaltungen immer wieder trafen - die meisten der international renommierten Fachleute kennen die durchaus unterschiedlichen Lehransätze der anderen nicht. Das stellten Uwe Weinzierl und das ArhönA-Team fest. Und hatten auch gleich eine Idee parat: einen Austausch der Meinungen und Methoden, nicht theoretisch, sondern im direkten Praxis-Vergleich. Der Gedanke der "Week of the Horsemen" stieß bei den Experten auf Resonanz. Ein solches "Gipfeltreffen" aber erforderte lange Vorbereitung und aufwändige Organisation.
So muss etwa eigens eine weitere "Naturtribüne" geschaffen werden. Immerhin rechnen die Reiterhof-Leute mit rund 5.000 Besuchern. Die Lage der „Arena“, eigentlich ein ganz normaler 20 x 40 Meter großer Reitplatz an einem natürlichem Hang ein Stück von der bestehenden Reithalle entfernt, soll den vielen tausend Zuschauern zugute kommen. Mit der Sonne im Rücken, die am 31. August ebenfalls erwartet wird, bietet die große Pferdeshow am 31.08.2008 ab 14.00 Uhr unter dem Titel „Das Wunder von Mansbach“ nicht nur Pferdefreunden ein unvergessliches Erlebnis. Die Show mit hochkarätigen vierbeinigen Stars internationaler Herkunft und Erfahrung ist fast als "Zufallsprodukt" zu betrachten. Im Rahmen der „Week of the Horsemen" sind viele der tierischen Darsteller mit ihren Menschen sowieso in Mansbach. Warum also nicht den Osthessen und Thüringern den weiten Weg zu den Veranstaltungsorten hochkarätiger Shows wie der „Apassionata“ oder dem bis 2004 tourenden Pferdemusical „Zauberwald“ ersparen?
Starappeal für Pferdebegeisterte
Bei dem Open-Air-Event werden neben Schaubildern der Apassionata die Akteure viel Neues und Spektakuläres aus der Welt der Pferdeshows zeigen. Selten wird es möglich sein, so viele Größen der Reiterwelt an einem Ort zu sehen. Viele "Stars" der internationalen "Pferdeszene" sind dabei: Der Tscheche Honza Bláha mit seinem tschechischen Warmblut Gaston, die zusammen schon in großen Shows in den USA gefeiert wurden. Vermutlich wie überall: mit Cowboyhut. Der 31-jährige Pferdetrainer und Showstar aus Tschechien ist für die Verknüpfung von "natürlicher Kommunikation" und Sportreiten bekannt.
Gino Edwards, der Macher vom „Zauberwald“ mit seinen Hengsten, der noch vor kurzem durch Deutschland und die Niederlande tourte, in ausverkauften Vorstellungen bejubelt wurde - und dem "Pferdemusical" zum Durchbruch verhalf. Die Kunst- und Theaterpädagogin und Pferdetrainerin Lene Husch, die mit Ihrem Conemara-Pony Alaska einmal mit einer Stelzenperformance als Zaubervogel Abraxah verzaubert oder aber mit „Seventies Picknick“ das Publikum zum Lachen bringt. Sozusagen aus der nächsten Nachbarschaft, dem thüringischen Sünna, kommt Pettra Engeländer mit atemberaubenden Szenen aus dem Repertoire der Bogenreiterschule. Silke Vallentin, autorisierte Parelli-Trainerin und heute auf einem Hof bei Leipzig lebend, überzeugt mit Ihrem Friesen Biko nicht nur als Pferdetrainerin. Auf den Rollstuhl angewiesen beeindruckt sie als Persönlichkeit und erarbeitet sich aufrichtige Anerkennung ihrer Leistungen - die im übrigen vielen Menschen ohne Handicap kaum möglich wären.
Zum Showangebot wird es auch speziell für Kinder einiges geben, für Essen und Trinken zu familienfreundlichen Preisen ist ebenfalls gesorgt. Auf dem Gelände findet auch ein Pferdeflohmarkt statt. Besucher sollten aber wissen, dass sie am Sonntag, 31. August für die "Helden der ArenA" unbedingt etwas mitbringen sollen: Sitzgelegenheiten wie Decken oder Kissen. Denn auch wenn es sportlich-familiär zugehen wird - die Pferdeshow lässt sich auf einer weichen Decke in der unbestuhlten Naturarena sicher besser genießen als auf dem blanken Boden. Der Eintritt für die um 14 Uhr beginnende Pferdeshow beträgt 14 Euro (ermäßigt 9 Euro). Und wenn sich Pferdefreunde verabreden, empfiehlt es sich - angesichts des dörflichen Zuschnitts von Mansbach - auch, Fahrgemeinschaften zu bilden und so die Zahl der Parkfahrzeuge geringer zu halten. Informationen finden Interessenten auf der Internetseite www.arhoena.de oder www.heldenderarena.de
Gewinnspiel
Das ArhönA-Team hat der Redaktion von osthessen-news Karten für das - in der Region sicher einmalige - Erlebnis der Pferdeshow zur Verfügung gestellt. Daher können wir nun 10 x 2 Karten verlosen. Wenn Sie gewinnen wollen, schreiben Sie eine e-Mail mit dem Stichwort "Pferdeshow" an folgende Adresse
mailto:[email protected] - Einsendeschluß ist der morgige DIENSTAG um 10 Uhr. Ganz klar: der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück! +++