Jede Menge Gaudi ist beim alljährlichen Fischerstechen des Angelsportvereins (ASV) Ostheim angesagt. Am vergangenen Samstag war es nun wieder soweit und der Eisteich war im Rahmen des Sommernachtsfestes der Angelfreunde wieder Schauplatz des feucht-fröhlichen Spektakels, das viele Schaulustige aus Ostheim vor der Rhön (Landkreis Rhön-Grabfeld) und Umgebung anlockte. Elf Mannschaften rangen um den „Eisteich“-Pokal und lieferten ein spannendes Spaß-Turnier, bei dem die Zuschauer wie die Akteure voll auf ihre Kosten kamen. Dieses Jahr mischte der Nachwuchs kräftig mit, die „Bauwagen“-Jugend stellte sogar gleich fünf Teams.
Der idyllische Eisteich hatte sich zum Fischerstechen in eine kleine Wettkampfarena verwandelt. Die Teams, bestehend aus einem Stecher und zwei Ruderern, hatten zehn Minuten Zeit, um im Duell ihre Gegner „auszustechen“ und in die nächste Runde zu gelangen. Für manche Stecher endete der Wettkampf allerdings schon nach wenigen Augenblicken in den „Fluten“ des Eisteichs, während andere, wie der „dienstälteste“ Protagonist Peter Schulze vom ASV Ostheim, eine enorme Standfestigkeit unter Beweis stellten.
Der Stecher musste sein Gegenüber genau im Visier haben. Es galt, den Frontmann der gegnerischen Mannschaft mit Hilfe der Lanze - die im übrigen gut gepolstert war, um Verletzungen auszuschließen - von seiner Plattform zu stoßen: ob der dann mit einem großen „Platsch“ im Wasser landete, was für die Zuschauer natürlich ein besonderer Spaß war, oder einfach nur ins Boot zurück befördert wurde, war dabei nicht ausschlaggebend. Dieses Jahr waren zwar keine weiblichen Stecher dabei und das Stechen war somit reine Männersache, dafür fanden sich aber einige Damen an den Rudern.
Das Schlagen mit der Lanze war nicht erlaubt, und auch das Stoßen Richtung Kopf und Weichteile war tabu – bei Zuwiderhandlung drohte schlimmstenfalls die Disqualifikation des gesamten Teams. Die Jury achtete darauf, dass die Regeln eingehalten wurden und musste so manchen übereifrigen Stecher in die Schranken verweisen. Trotz kleinerer Ausrutscher war dennoch Fairplay angesagt, schließlich ging es ja vorrangig darum, Spaß zu haben.
Angefeuert von der begeisterten Zuschauermenge, unter der sich auch eine Besuchergruppe vom Angelverein aus Rüdesheim befand, zeigten sich die Akteure selbstbewusst. Um besonders aufzufallen, hatten sich wieder einige Teams kostümiert.
Die Gruppen nahmen die Duelle ganz unterschiedlich in Angriff. Manche ließen es geruhsam angehen, so wie beim ersten Zweikampf des Nachmittags, als die Mannschaft vom „Tanzbergstüberl“ gegen die Crew vom „Bauwagen II“ antrat. Eine ganze Weile umkreisten sich die Boote, und die Stecher belauerten ihr Gegenüber eine ganze Zeitlang, bis es überhaupt zum ersten Gefecht kam.
Andere Teams, wie die „Schlümpfe“ oder die „Ice-Tigers“ hatten es auf einen kurzen Prozess abgesehen, gingen sogleich in die Offensive, forderten die gegnerische Mannschaft direkt heraus und versetzten deren Stecher dann meist auch recht schnell ins Boot zurück oder ins kühle Nass des Eisteichs.
Nach einem Nachmittag reich an spannenden Wettkämpfen mit jeder Menge Spaß standen die Gewinner des diesjährigen Fischerstechens fest. Die „Schlümpfe“ - Marco Schultheiß, Andreas Landgraf und Lukas Schmidt - hatten alle anderen „ausgestochen“ und sich die Siegertrophäe geholt. Den begehrten „Eisteich“-Pokal konnten sie aus den Händen von Ostheims stellvertretenden Bürgermeisterin Ulrike Stanek und des ASV-Vorsitzenden Rainer Streit entgegennehmen.
Die drei besten Teams wurden mit Getränken belohnt. Die Vereinsleute vom befreundeten ASV aus Rüdesheim hatten zudem Sonderprämien für den dienstältesten Teilnehmer Peter Schulze, für die „Schlümpfe“ als das Team mit der originellsten Kostümierung sowie für die glücklichen Verlierer des Tages, die „Lucky-Loser“, zur Verfügung gestellt. (eva) +++