Die gute Nachwuchsarbeit im Kreisfußballverband Fulda zahlt sich offensichtlich aus. Zumindest stellte Kreisfußballwart Hans-Peter Hopfhauer bei der Übergabe des neuen Mini-Spielfelds im Schulviertel von Gersfeld die Vermutung an, dass der Kreisfußballverband auch deshalb drei Mini-Spielfelder erhalten habe und nicht, wie ursprünglich vorgesehen, zwei. Bundesweit finanziert der Deutsche Fußballbund (DFB) tausend solcher Kleinspielfelder, wobei die Kosten für die Herrichtung des Untergrunds von den Kommunen beziehungsweise Vereinen vor Ort übernommen werden müssen.
In Gersfeld entstand das Mini-Spiel in Kooperation zwischen der Anne-Frank-Schule, der Otto-Lilienthal-Schule und der SKG Gersfeld. Der Landkreis Fulda und die Stadt Gersfeld beteiligten sich mit Zuschüssen an dem Projekt. Für den Landkreis konnte der stellvertretende SKG-Vorsitzende Michael Weinig Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Heiko Wingenfeld und für die Stadt Bürgermeisterin Margit Trittin begrüßen. Ein besonderes Willkommen galt neben den Vertretern der Gersfelder Schulen und den Ehrenmitgliedern der SGK den ehemaligen Fußball-Nationalspielern Andreas Brehme und Sandra Mennert.
Viele Ballkontakte fördern technische Fähigkeiten
Die beiden Alt-Internationalen haben sich als DFB-Botschafter für die Aktion „tausend Mini-Spielfelder“ zur Verfügung gestellt. Mit diesem Programm sollen der Schul- und Vereinssport gefördert werden. Die notwendigen Mittel kommen aus den erwirtschafteten Überschüssen der Fußball-Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr. Im Landkreis Fulda wurden solche Mini-Spielfelder in Neuhof, Michelsrombach, Lütter und Gersfeld angelegt. Die Kleinspielfelder verfügen über eine Kunstrasenfläche in der Größe 13 Meter mal 20 Meter und sind mit Banden, integrierten Toren sowie Ballfangvorrichtungen ausgestattet.
Von den zahlreichen Besuchern der feierlichen Übergabe der neuen Sportstätte in Gersfeld konnten zumindest einige mit dem Namen „Andi“ Brehme, der bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 das Siegtor für die deutsche Mannschaft erzielt hat, etwas anfangen. Die frühere Nationalspieler sieht es als großen Vorteil von Mini-Spielfeldern an, dass durch die höhere Zahl der Ballkontakte in besonderer Weise die technischen Fähigkeiten gefördert würden. Seinen jungen Fans riet er: „Trainiert jede freie Minute, damit vielleicht irgendwann ein zweiter Mehmet Scholl oder Lothar Matthäus aus Gersfeld kommt.“
Sportliche Bewegungsanreize bei Ganztagsbetreuung
Für Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Wingenfeld befindet sich das neue Mini-Spielfeld trotz der schwierigen Geländeverhältnisse genau am richtigen Ort. Nach Aussage von Bürgermeisterin Trittin könne sich jede Kommune glücklich schätzen, die „Steuergeld in die Zukunft junger Menschen investiert“. Manuela Goldbach erklärte für die Otto-Lilienthal-Schule, dass man die Kooperation mit der SKG weiter vorantreiben wolle. Für Schulleiter Gregor Walter von der Anne-Frank-Schule ist es besonders wichtig, dass Schüler im Rahmen der nachmittägliche Betreuungsangebote sportliche Bewegungsanreize erhielten.
Die kirchliche Segnung des Mini-Spielfelds nahmen der katholische Pfarrer Friedhelm Dauner und sein evangelischer Amtskollege Reinhart Wachter vor. Zum Abschluss der Feierstunde wurde auf dem Schulgelände ein Ableger der Kastanie gepflanzt, auf die Anne Frank vor ihrem Abtransport aus dem niederländischen Exil in das Konzentrationslager Auschwitz geblickt hat. Der Baum soll die Erinnerung an das jüdische Mädchen wach halten, das kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs dem nationalsozialistischen Völkermord zum Opfer fiel und heute Namensgeberin der Schule für Lernhilfe in Gersfeld ist. +++