Sieger des Sparkassencup 2008 und damit Nachfolger der Rhein-Neckar Löwen ist der TBV Lemgo. Im Endspiel gegen die MT Melsungen setzte sich das Team von Trainer Markus Baur deutlich und jederzeit verdient mit 26:21 durch, und gewann damit den Sparkassencup seinerseits bereits zum sechsten Mal. Während das Team aus dem Lipperland an die gute Leistung vom Halbfinale gegen den Stralsunder HV nahtlos anknüpfen konnte, schafften es die Melsunger ihrerseits nicht, die Sensation vom Vortag, als man die SG Flensburg Handewitt niederkämpfte, zu wiederholen.
In der mit 1.300 Zuschauern gut besuchten Rotenburger Meirotels- Halle zeigte sich der TVB vom Anpfiff an Spiel bestimmend und hielt Melsungen über die gesamte Spieldauer auf Distanz. Flüssig kombinierend, permanent kreuzend und das Tempo über 60 Minuten hochhaltend: Da konnte die MT an diesem Tag nicht mithalten. Zu viele individuelle Fehler und ein schwaches Wurfbild aus dem Rückraum sorgten dafür, dass der TBV so eigentlich nie Gefahr lief, die Begegnung zu verlieren. Trotz der Niederlage des Lokalmatadoren zog Karl-Otto Winter vom Hauptsponsor, der Sparkassengruppe Hessen/Thüringen, ein positives Fazit. „Wir haben tolle Spiele gesehen, und trotz Olympia einen zufrieden stellenden Zuschauerzuspruch. Und da wir
in Nordhessen ein begeisterungsfähiges Publikum haben, wollen wir unsere Kunden auch im nächsten Jahr wieder solchen tollen Sport bieten. Da heißt, dass es 2009 auch einen Sparkassen Cup geben wird, nämlich den vierzehnten“.
Bereits früh in der Partie erspielte sich der TBV eine komfortable Führung, als Strobel, der wieder zu den auffälligsten Akteuren der Baur-Truppe gehörte, das 4:0 erzielte (5.) und bis zum 8:4 (12.)hielt. Aber ähnlich wie gestern Abend kämpfte sich die MT ins Spiel zurück, ohne dabei spielerisch glänzen zu können- diesen Part übernahm der TBV. Nach dem 8:8 von Ehlers gelang es in der Folgezeit auch endlich Kelentric im MT-Gehäuse, mehrer Bälle der Lemgoer zu entschärfen, und Stojanovic konnte wiederholt durch tolle Anspiele seine Mitspieler vor allem am Kreis in Szene zu setzen. Zu behielt die Partei durch das knappe 14:13 zur Pause aus dem Ergerbnis seine Spannung für die zweiten dreißig Minuten.
Moscai, der nicht nur als Torschütze sondern auch als Spielmacher zu überzeugen wusste, setzte auch in Halbzeit zwei die Akzente beim TBV. Und bei der MT setzen sich die Fehler fort. Das was man sich im Angriff mühevoll erarbeiten musste, ließ man sich in der Abwehr viel zu leicht wieder nehmen. Auch ein Wechsel im Tor, als Herold ab der 45.Minute spielte, brachte keine Wende, zumal sich Jörg Zereicke und der beste Torwart des Turnier, Carsten Lichtlein auf Lemgoer Seite keine Blöße gaben. Herrmann, Bechtloff, Moscai und Preiß hatten am Ende leichtes Spiel, die MT, die nur nach Karipidis verwandeltem Siebenmeter zum 21:19 (47.) noch einmal Morgenluft witterte, auf Distanz zu halten.
Aber kein Vorwurf an die MT Melsungen, hatte man doch mit dem Erreichen des Finales sein eigentliches Ziel, sich gut dem „heimischen“ Publikum zu präsentieren, erreicht. Zu mehr aber reichte es an diesem Tag gegen einen Gegner, der in allen Belangen überlegen war, nicht. Scheinbar zu sehr hatten die Melsunger Spieler noch mit dem gestrigen Kräfteverschleiß zu kämpfen. Zu groß war die Dominanz des neuen Sparkassen Cup Gewinners, dem TVB Lemgo, der zwar nur mit sieben Feldspielern antreten konnte, aber immer wieder Kraftreserven mobilisierte.
Stimmen zum Spiel
Carsten Lichtlein (Lemgo): Ich bin total zufrieden. Wenn man bedenkt, dass uns viele Olympioniken gefehlt haben, haben wir das so nicht erwartet. Die Spieler, die übrig geblieben sind, mussten sich erst einspielen und dann hieß es fünfmal sechzig Minuten mit nur einem Auswechselspieler zu spielen, Letzte Woche haben wir bereits ein Turnier gespielt mit dreimal sechzig Minuten an einem Tag. Das war ein ganz schöner Kräfteverschleiß. Die Auszeichnung als bester Torschütze des Turniers war natürlich noch mal eine Ehre für mich, vor allem wenn man bedenkt, dass Mannschaften wie Flensburg oder jetzt auch Melsungen teilgenommen haben. Aber ich muss auch sagen, dass viel von der Abwehr abhängt und deshalb hat Daniel Kubes da auch Anteil dran.
Markus Baur (Trainer Lemgo): Wir haben das Turnier ohne Verletzte abgeschlossen. Das ist schon mal sehr wichtig. Jetzt warten noch zweieinhalb Wochen Vorbereitung bevor wir zum Saisonstart wieder auf die MT Melsungen treffen. Mit unserem Turnier bin ich sehr zufrieden, aber man muss auch sagen, dass fünf Tage mit 5 Spielen bei unserem Kader ziemlich hart sind. Das war vielleicht ein bissel viel.
Robert Hedin (Trainer Melsungen): Man hat gesehen, dass beide Teams sehr müde waren. Unsere Leistung war für den Stand der Vorbereitung sehr gut und wir sind froh soweit gekommen zu sein. Dadurch, dass wir die Vorbereitung im Gegensatz zu Lemgo nahezu komplett zusammen spielen konnten, haben wir trotzdem keinen Vorteil. Denn auch Lemgo bekommt zum Saisonauftakt gegen uns seine Spieler zurück und wir haben jetzt auch angeschlagene Spieler. Aber wir werden nach Lemgo fahren um dort dann die zwei Punkte mitzunehmen.
Torschützen:
TBV Lemgo: Lichtlein, Zereicke, Preiß (5), Bechtloff (4), Mocsai (3), Strobel (4), Schmetz (4/3), Hermann (5), Kubes (1), Tröbel
MT Melsungen: Kelentric, Herold, Schomburg – Ehlers (1), Brouko (3), Junillon, Orzolowski, Klitgaard (2), Valo, Tellander (2), Tzimourtos, Stojanovic (4), Sanikis (4), Karipidis (4/1), Vuckovic (1) +++