Gründauer Kultursommer bis 31. August 2008 - buntes Programm
GRÜNDAU. Wer hätte es beim ersten Gründauer Kultursommer in 2000 gedacht, dass dieser einmal zu einer festen "Institution“ werden könnte. Mit einer bunten Palette von Veranstaltungen, die so großen Anklang finden. Nicht nur bei den vielen, die sich aktiv daran beteiligen, sondern auch beim Publikum, das sich für die abwechslungsreichen, mitreißenden, faszinierenden und häufig sehr kunstfertigen Darbietungen begeistert. Der Gründauer Kultursommer geht in diesem Jahr in die fünfte Saison. Vom 17. bis 31. August 2008 wollen die unterschiedlichsten "Events“ wieder einmal beweisen, dass die Kultur abseits der Metropole quicklebendig gedeiht. Kultur lebt vom Mitmachen. Die Veranstaltungen des Gründauer Kultursommers bieten dazu jede Menge Gelegenheit.
Nostalgisch wird es, wenn sich am 19. August die Frauen in ihrer "Spinnstube“ im Gettenbacher Hühnerhof treffen. In ihren Geschichten und Liedern beim Gründauer Gebabbel lassen sie das "alte Gründau“ wieder aufleben. Der Bogen der Themen spannt sich vom Haushalt über die Handarbeit bis zur Liebe und den Kindern. So erfährt man etwa, wie aus Rommel und Gerste Kaffee geröstet wurde oder was "Griebenzettel“ sind. Aber auch, wie man noch vor gar nicht so langer Zeit im doppelten Sinn gemeinsam Garn spann, strickte, nähte und wie es um die Erziehung im und nach dem Krieg, die Kinderbetreuung und die Schule in der Region bestellt war. Und bestimmt wird es nicht nur die Älteren interessieren, wie das in Gründau mit der ersten Liebe eigentlich so war.
Dass das Mundwerk zu den "Hauptinstrumenten“ kultureller Betätigung gehört, wird die Theateraufführung "Gründauer Geschichten - von Napoleon bis Müller Karl“ am 22. August sicher eindrücklich vor Augen (und Ohren) führen. Unter der Leitung von Horst Emmel werden Laienschauspieler zwei Sketche aus seiner Feder spielen - echte Gassenhauer, wie jeder weiß, der ihn kennt: "Das Presbyterium tagt Sitzung des Presbyteriums im Jahre 1820“ und “Bagghausstiss gieh frei aus". In die Beine geht es am 23. August mit heißen Rhythmen beim Nachwuchsband-Wettbewerb. Sechs Bands aus der Region - ohne Auftrittserfahrung - stellen sich am Samstag 23.August in Mittel-Gründau dem Urteil der Jury und können wertvolle Geld- und Sachpreise gewinnen. Alle Musikstile, ob Cover-Versionen oder Eigenkompositionen sind erlaubt. Gespielt werden jeweils 4 Titel oder maximal 20 Minuten. Eine fachkundige Jury aus der lokalen Musikbranche entscheidet, wer gewinnt.
Wem bei aller Kultur auch der Sinn nach etwas Körperkultur steht, der kommt ebenfalls auf seine Kosten – beim Wandertag „Unterwegs in Gründau“ am Sonntag 24. August. Die Route führt durch alle Gründauer Ortsteile und in allen kann zwischen 10 und 12 Uhr auch gestartet werden. Das Ziel ist das Gemeinschaftshaus in Niedergründau. Wer seinen Wanderpass an den Stationen (in beliebiger Reihenfolge) abstempeln läßt, unterwegs heimatbezogene Fragen richtig beantwortet und den ausgefüllten Wanderpass in die Gewinnbox am Ziel einwirft, kann auch noch einen attraktiven Preis gewinnen. Und die teilnehmerstärkste Wandergruppe eines Vereins erhält den Sonderpreis des Wandertags „Unterwegs in Gründau“.
Ruhiger als bei manch anderem kulturellen Highlight im Gründauer Kultursommer wird es bestimmt bei der Abschlussveranstaltung des Literaturwettbewerbs am 28. August in der Fürstlichen Remise in Mittel-Gründau zugehen. Mit dem Wettbewerb sollte ein Beitrag geleistet werden, Schüler im Alter von 6 bis 14 Jahren zum Schreiben zu motivieren und ihre Geschichten einzureichen. Gefragt waren Erzählungen und Kurzgeschichten zum Thema Alltag, Abenteuer, Freunde, Schule, Natur, Tiere, jeweils mit Bezug zu Gründau. Eine unabhängige Jury aus Literaturexperten (Autoren, Journalisten, Lehrer) wird die Besten küren, die ihr Werk im Rahmen der Abschlussveranstaltung öffentlich vortragen werden.
Stimmige und vor allem mehrstimmige Vorträge verspricht das Konzert des Kultursommer-Chores am 29. August in der Niedergründauer Bergkirche. Der Kultursommerchor, der als Projektchor für den Gründauer Kultursommer neu gegründet wurde, setzt sich aus Sängerinnen und Sängern von Gründauer Gesangvereinen, aber auch Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammen, die einfach einmal in einer netten Gemeinschaft singen wollen. Auf dem Programm:„Agnus dei" von Brian Lewis und „Missa Brevis“ von Leif Solberg). Gründauer Chöre sind mit weiteren sakralen Stücken auch diesmal dabei.
Um eine Kunst und Kultur ganz spezieller Art geht es beim Kinderzirkus „Kunterbunt“ am 30. August in Lieblos. Das Gemeinschaftshaus wird mit Strohballen zur Zirkusarena. Eine Gruppe von Kindern nimmt am Nachmittag an einem Zirkus-Workshop teil und präsentiert ihr frisch erworbenes artistisches Können im Rahmen der abschließenden Galavorstellung. Kindergartengruppen geben eigene Showeinlagen zum Besten. Musikalisch untermalt wird das Zirkusprogramm durch das Jugendorchester des Blasorchesters TV Lieblos. Die Leitung des Workshops und der Vorstellung übernehmen die Profis vom Zirkus „Zarakali“ aus Frankfurt. Neu in diesem Jahr ist ein Malwettbewerb im Vorfeld mit Ausstellung und Prämierung im Kinderzirkus.
Größer als im Kino gehen Filme nicht, und ein besonders großartiger ist "Unsere Erde“ - die spektakuläre Naturdokumentation über das Wunder des Lebens und die atemberaubende Schönheit unserer Erde. Präsentiert am 30. August im OpenAirKino der Anton-Calaminus-Schule in Kooperation mit dem "kinosommer hessen“. Und weil beim Gründauer Kultursommer ein Film selten allein kommt, gibt es vor dem Film ab 19 Uhr ein attraktives Programm, das im Eintrittspreis inklusive ist: Eine Aktion mit Reinhold Busch aus Ronneburg, einem der letzten Kinoplakatmaler. Reinhold Busch wird „live“ ein großes Plakat zum Thema „Unsere Erde“ malen, das später seinen festen Platz in der Schule finden wird. An weiteren (kleinen) Staffeleien können sich Besucher selbst in der Plakatkunst versuchen und ihre Werke mit nach Hause nehmen. Mitmachaktionen in Kooperation mit der Anton-Calaminus-Schule und anderen Schulen und die Bewirtung mit internationalen Speisen durch den Elternbeirat runden den Abend ab.
Bei der letzten Veranstaltung schließt sich der Kreis um die Knolle: Im Mittelpunkt des diesjährigen Kultursommer-Menüs bei der Veranstaltung „Landgewächs am Küchentisch“ am So. 31. August wird die Kartoffel stehen. Zubereitet wird das Menü von Charly Roth und seinem Team aus dem Landgasthof „Zum Bogen“ in Rothenbergen. Und Matthias Buchholz, Sternekoch aus Berlin, wird Unterstützung leisten. Für den Service sorgen die Gründauer Landfrauen. Moderiert von Hans-Peter Langlotz werden eine Showküche mit VIPs, musikalische Begleitung vom Blasorchester der Niedergründauer Musik- und Vogelschutz-Vereinigung und kartoffelbezogene Einlagen für einen gelungenen letzten Abend im Gründauer Kultursommer 2008 sorgen.
Veranstalter ist die Gemeinde Gründau ( 63584 Gründau, www.gruendau.de ). Weitere Informationen unter http://www.gruendauer-kultursommer.de .+++