16.09.16 - Das war knapp. Am Mittwochabend standen sich im Derby der SV Neuhof und der SV Buchonia Flieden gegenüber. Neuhofs Spielertrainer Radek Görner bringt die Gastgeber in Führung und so verabschieden sich die Mannschaften mit einem 2:1-Spielstand in die Pausen, jedoch dominiert Flieden die zweite Hälfte und nimmt einen Punkt mit. Das erste Derby seit 40 Jahren geht 3:3 aus.
Fällt ein Treffer, der am Ende zählbares bringt, wenige Momente vor dem Abpfiff einer Partie, wird gerne von einem „glücklichen“ Sieg oder Unentschieden gesprochen. In diese Kategorie fällt auch Fabian Schaubs Treffer zum 3:3-Ausgleich für Flieden. In der dritten Minute der Nachspielzeit bugsierte Fliedens Sturmtank einen Abpraller nach einem Eckball über die Linie. Wahr ist aber auch: der Ausgleich für die Buchonen verdient. „Neuhof war ab der 70. Minute platt. Daraus müssen wir eigentlich mehr machen“, fasste Fliedens Trainer Meik Voll zusammen.
Denn seine Schützlinge gerieten kurz vor dem Abpfiff selbst noch einmal in Rückstand, als Darko Lazarevski einen Konter über Marko Curic und Radek Görner am Ende irgendwie über die Linie drückte (86.). Flieden diskutierte, Flieden reklamierte – Schiedsrichter Steffen Rabe erkannte den Treffer aber an. „Ob der Ball über der Linie war, kann ich nicht beurteilen. Aber wir dürfen im Leben nicht so einen Treffer kassieren“, sagte Voll über die Entstehung. Denn nach einem Eckball Fliedens schaltete Neuhof blitzschnell um – mit Erfolg. „Da muss einfach das taktische Foul kommen“, monierte Voll.
Fliedens Übungsleiter lobte aber die Moral seiner Schützlinge, die dreimal einen Rückstand in einem Derby, das intensiv und kurzweilig war, aufholten. Farbenfroh ging es auch zu, denn Neuhofs Niko Skugor und Fliedens Imal Schersadeh wurden vom Feld geschickt. „In dieser Liga muss man offenbar jeden Spieler, der gelb bekommen hat, schützen“, haderte Neuhofs Alex Bär mit dem Platzverweis für Skugor.
„Für uns ist das absolut unglücklich verlaufen. Wir brauchen Punkte“, sagte Bär, dessen Mannen vor allem im ersten Durchgang Chancen für mehr besaßen. Spielertrainer Görner brachte die Hausherren mit zwei blitzsauberen in Führung, nachdem Sascha Rumpeltes zwischendurch für Flieden ausglich. Görner und Tobias Manns hätten in Hälfte eins für Neuhof noch erhöhen können – es wäre verdient gewesen.
„Von unserer ersten Hälfte war ich total enttäuscht“, stellte dann auch Meik Voll zu Recht fest. Dafür gehörte dann der zweite Durchgang zunehmend den Gästen, die mehr und mehr Druck auf das Tor von Andre Ditzel, der für den gesperrten Dogus Albayrak im Kasten stand, aufbauten. Zunächst glich Schersadeh nach schöner Einzelleistung aus (52.), dann setzte Schaub eine Flanke von Schersadeh per Kopf an die Latte (71.).
In einer verrückten Schlussphase setzten dann Lazarevski und Schaub die letzten Treffer des Tages. Es war der gerechte Ausgang eines intensiven, teilweise hitzigen Derbies. Dem ersten Derby im Liga-Betrieb seit 40 Jahren. Wirklich zufrieden mit dem Ergebnis war aber keiner der Parteien. „Wer so viele Gegentore wie wir bekommt, spielt gegen den Abstieg. Wir hätten einen Sieg gebraucht“, sagte Neuhofs Bär abschließend. (Tobias Herrling)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
SV Neuhof: Andre Ditzel - Edin Hasanagic, Tobias Manns, Radek Görner, Mateo Duvnjak, Tomislav Labudovic (74. Adam Agovic), Marko Curic, Nikolcho Gorgiev (80. Darko Lazarevski), Antonio Antoniev (90.+2 Florian Langner), Leon Bräuer, Niko Skugor.
SV Flieden: Jonas Ritzel - Christian Kreß, Nico Hohmann, Andre Leibold, Andreas Drews, Imal Schersadeh, Marc Götze (70. Felix Hack), Sascha Rumpeltes, Fabian Schaub, Marco Gaul, Tobias Bartel.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (Burgwald).
Zuschauer: 300.
Tore: 1:0 Radek Görner (6.), 1:1 Sascha Rumpeltes (27.), 2:1 Radek Görner (32.), 2:2 Imal Schersadeh (51.), 3:2 Darko Lazarevski (90.), 3:3 Fabian Schaub (90.+3).
Gelb-Rote Karte: Niko Skugor (Neuhof, 73., wiederholtes Foulspiel).
Rote Karte: Imal Schersadeh (Flieden, 83., Tätlichkeit).+++ 