Und so kann sich der Spieß umdrehen. Letzte Woche noch hatte sich Hessenligist Borussia Fulda dem Ligakonkurrenten Viktoria Urberach nach einer starken Anfangsphase geschlagen geben müssen, ehe die Meinhardt-Truppe gnadenlos einbrach. Dieses mal waren es die Borussen, die sich gegen die U23 von Kickers Offenbach in den ersten 20 Minuten all das erlaubten, was nicht unbedingt zu einem positiven Spielverlauf beiträgt. Was jedoch auf die ersten 20 Minuten folgte konnte sich durchaus sehen lassen. Die unerfahrene und über weite Strecken erschreckend harmlose Offenbacher Mannschaft machte es Borussia Fulda allerdings leicht. Am Ende war es der 18-jährige Mark Jaksch, der mit einem kaltblütigen 20-Meter-Hammer in die linke Torecke für das spielentscheidende 1:0 sorgte. Eine umfangreiche BILDERSERIE sehen Sie als EXTRA-Bericht.
Aufgrund der Ausfälle von Benjamin Bunzenthal und Artug Özbakir musste Fuldas Trainer Jörg Meinhardt die altbwährte Mannschaft umstellen. Auf der linken Mittelfeldseite bekam Freddy Braun seine Chance, während Christopher Krause die Viererkette ergänzte und Mark Jaksch erneut auf der Bunzenthal-Position im offensiven Mittelfeld agierte. Zu Beginn der Begegnung sahen 450 Zuschauer - einmal mehr eine enttäuschende Besucherzahl - ein planloses Gekicke zweier Mannschaften, die sich prinzipiell eher selbst als gegenseitig im Weg standen. Fehlpässe überwiegten, positive Ansätze waren Mangelware. Es bahnte sich eine Nullnummer an.
Doch nach Kahrmann Damars beherztem Einsatz und klugem Pass, sowie der daraus resultierenden Großchance für Christopher Krause (20.) fasste die Borussia neuen Mut. Man erkannte die Unsicherheit der Offenbacher und erspielte sich mehrere Torchancen. Auf Seiten von Kickers Offenbach setzte lediglich Stürmer Gökhan Aydin Akzente. Als dieser allerdings durch Hueseyin Durur (70.) ersetzt wurde, ging auch der letzte Anschein eines aktiven Organs der Offenbacher verloren. Bei den Kickers wurde man das Gefühl nicht los, einen Team auf dem Spielfeld zu sehen, dessen erklärtes Ziel ein 0:0-Unentschieden war.
Fulda bekam es demnach wie vor zwei Wochen gegen den RSV Würges mit einem nervenraubenden Defensivblock zu tun - ein vermeintllicher "Trend" in der Hessenliga. Daher war es umso beachtlicher, als die Borussen das Spiel in der zweiten Halbzeit primär in die Offenbacher Hälfte verlagerten. Doch trotz des spielerischen Engagements, dem hohen Ballbesitz und gar der einen oder anderen Chance wollte es zunächst nicht so recht mit dem Torerfolg klappen. Murat Anli mutierte dabei zum Unglücksraben. Zweimal hatte er die Führung auf dem Fuß, zweimal scheiterte er jedoch am Kickers-Keeper Stefan Jordanic (46., 63.).
Glück hatte Borussia Fulda dann vor dem entscheidenden Treffer in der 70. Spielminute. Abwehrchef Seref Zangir hatte den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand berührt. Nicht einmal 30 Sekunden später fasste sich Mark Jaksch ein Herz, zog aus 20 Metern ab und markierte somit durch sein nunmehr 4. Saisontor den 1:0-Endstand in einer einseitigen, aber wenig spektakulären Begegnung. Auch, wenn dieses Spiel die Borussia nun für mindestens zwei Tage an der Tabellenspitze der Hessenliga verweilen lässt - Viktoria Urberach trifft am Montag auf Ober-Roden - sollte die Mannschaft in ihr Resumeé auch die Anfangsphase des Spiels einbeziehen. Aus diesen Fehlern sollte man lernen, um sie zukünftig - vor allem gegen stärkere Gegner als die U23 von Kickers Offenbach - zu vermeiden. Beherzen Trainer Jörg Meinhardt und sein Team dies, sind die Borussen auf einem guten Weg. (CHRISTIAN HOGE )
Borussia Fulda: Qosa – Benn, Schneider, Zangir, Braun – Schimmelpfennig, Öztürk (87. Link) – Anli, Jaksch (84. Hohmann), Krause – Damar (76. Oymak).
Kickers Offenbach U23: Jordanic; Hofmann, Angersbach, Pintaric, Kohl, Kleber, Schiffmann, Pospischil, Aydin (64. Durur), Diedrich (55. Fiorentino), Mazzone.
Schiedsrichter: Sven Willmann (Münster)
Zuschauer: 450
Die übrigen Ergebnisse der Hessenliga am Samstag:
Wörsdorf - Buchonia Flieden = 4:0 (1:0)
Das "schnellste" Tor erzielte am heutigen Spieltag Gastgeber Wörsdorf: in der 21. Minute verwandelte KUCZOK einen Foulelfmeter zum Führungstor. Schade für die Fliedener, aber es war nicht ganz unverdient, gemessen an den Spielanteilen. Und die 200 Zuschauer mussten bis zur 68. Minute warten, da erhöhte Wörsdorf sein Konto durch ODISHO auf 2:0. Da nutzt es auch wenig, dass der Fliedener SCHAUB wenige Augenblicke vorher das 1:1 hätte machen können - aber das nicht gelang. Und dann kommt noch eine "Packung" für die Männer aus dem Königreich. In der 79. Minute gelingt Wörsdorf das 3:0 - das dürfte wohl endgültig sein. Nein, war es nicht. Zuerst bekam Fliedens SCHÄFER in der 81. Minute die gelb-rote Karte und dann taf eine Minute vor dem Ende KROS zjm 4:0. Das ist bitter.
Lohfelden - Hünfelder SV = 1:4 (1:2)
Die ersten 30 Minuten der Begegnung verliefen ohne größeren Ereignisse und besondere Chancen. Es war dann der Hünfelder KOWALSKI, der in der 31. Minute am schnellsten schaltete und den Führungstreffer für die Gäste erzielte. Doch die Lohfeldener erholten sich schnell, nutzten eine Schwäche der Hünfelder aus und so konnte in der 37. Minute DELLOVA den 1:1 Ausgleich erzielten. Das wäre auch der Stand zur Halbzeit gewesen, doch kurz vor dem Pfiff des Unparteiischen nahm sich HAMMERL ein Herz und drosch einen tollen Distanzschuß zur erneuten 1:2 Führung für die Haunestädter. Die 2. Halbzeit beginnt etwa zehn Minuten später, weil offenbar Lohfeldens Schlussmann offenbar mti einem Kreislaufkollaps zusammengebrochen ist. Und es scheint ein guter Tag für die Osthessen zu werden: in der 59. Minute gelingt SCHWAB das 1:3 und kurz darauf war es REHM in der 71. Minute zum 1:4. Endlich wieder drei Punkte für Hünfeld. +++
Bayern Alzenau - KSV Baunatal 3:1
Stadtallendorf - FC Eschborn 2:2
OSC Vellmar - RW Frankfurt 2:2 +++