Im mit Spannung erwarteten Topspiel des ersten DTTL-Spieltags 2008/09 hat heute Mittag (Beginn 13 Uhr) ein ganz und gar nicht "olympiaermatteter" Dimitrij Ovtcharov in einem mitreißenden Match Fuldas Abwehrkünstler Wang Xi in fünf Sätzen bezwungen. Nach 53 Minuten Spielzeit konnte "Dima" vor 1.800 Zuschauern seinen ersten Matchball zum 1:0 für die Borussia verwandeln.
Weniger Geduld hatte Timo Boll im zweiten Match gegen den schwedischen Nationalspieler Robert Svensson. Der Weltranglistensechste ließ seinem Widersacher im Duell der Linkshänder nicht den Hauch einer Chance und siegte in nur 17 Minuten 11:6, 11:5, 11:6. Damit erhöhe Boll zur Pause auf einen Spielstand von 2:0. Nun wird es für den Herausforderer aus Osthessen sehr schwer werden, das Blatt noch zu wenden.
Im dritten Einzel gelang es dann der als "Nummer Drei" gesetzten Tischtennis-Legende Jan-Ove Waldner (Fulda), das Spiel in vier Sätzen (11:5 / 11:7 / 5:11 / 11:2 ) gegen Christian Süß zu gewinnen. Damit stand es dann 2:1.
In der neuen Saison wird nach einem neuen System gespielt. Die Begegnung dauert so lange, bis eine Mannschaft mindestens drei Spiele gewonnen hat. Fulda-Maberzell könnte also nur noch das Blatt wenden, wenn es in den drei noch möglichen Spielen alle drei gewinnen würde. Das aber erscheint eher fraglich. In dem neuen Modus gibt es auch kein Unentschieden mehr. +++
Zweifelsohne ein Extraklasse-Höhepunkt war das Match zwischen Wang XI und Timo Boll an. Der Olympiamedaillengewinner setzte sich im ersten Satz mit 11:8 und im zweiten Satz mit 11:9 gegen Wand XI durch. Aber auch im dritten Satz machte Boll "kurzen Prozess": der Weltklassespieler erreichte innerhalb weniger Minuten das 11:7 - und damit den 3:1 Sieg für Düsseldorf. +++
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Borussia Düsseldorf – TTC RhönSprudel Fulda Maberzell 3:1
Im mit Spannung erwarteten Topspiel des ersten DTTL-Spieltags präsentierte sich der Meister vor 1.800 Zuschauern in erstaunlich starker Frühform. Zum Auftakt bezwang ein hochkonzentrierter Dimitrij Ovtcharov, dem der Olympiastress längst nicht mehr anzumerken war, Fuldas Abwehrkünstler Wang Xi in einem mitreißenden 53-Minuten-Match und gab damit die Richtung der Begegnung vor. Ein Timo Boll in Topform steuerte zwei weitere Zähler zum Düsseldorfer Triumph gegen den Herausforderer aus der Rhön bei. Zunächst machte der Weltranglistensechste in ganzen 17 Minuten kurzen Prozess mit dem schwedischen Nationalspieler Robert Svensson. Beim Pausenstand von 2:0 war es jedem klar, dass es für die Osthessen sehr schwer werden würde, das Blatt noch zu wenden. Zwar konnte anschließend Tischtennis-Ikone Waldner, der Christian Süß keine Chance ließ, verkürzen, dann jedoch ließ sich ein hellwacher Timo Boll auch von Wang Xi, letzte Saison erfolgreichster Bundesligaspieler der regulären Punktrunde, die Butter nicht vom Brot nehmen und behielt beim 3:0-Erfolg gegen den hageren Chinesen (11:8, 11:9, 11:7) stets das Heft in der Hand.
DTTB-Ehrenpräsident und Borussia-Verwaltungsratsvorsitzender Hans Wilhelm Gäb war sehr angetan: "Ich habe einen Weltklasse-Abwehrspieler gesehen, der schießen kann wie der Teufel, und ich habe einen Timo Boll gesehen, der hier gezeigt hat, dass er nach wie vor absolute Weltklasse spielen kann. Die Art und Weise, wie Timo schließlich Wang Xi demontiert hat - nicht abwertend gemeint - war schlicht und einfach phantastisch." Auch Düsseldorfs Manager Andreas Preuß zeigte sich hochzufrieden: "Das war ein ganz wichtiger Sieg für uns gegen eine starke Mannschaft. Das Spiel war auf Messers Schneide und eine tolle Präsentation unseres Sports mit einem echten Highlight, dem Spiel Dimas gegen Wang Xi. Hier fiel bereits eine Vorentscheidung zu unseren Gunsten. Was die beiden zeigten, war eine Mischung aus Akrobatik, Tischtennis-Show, Kunst und großem Sport. Auch die Stärke Timo Bolls war beeindruckend."
Fuldas Vizepräsident Claus-Dieter Schad konnte mit dieser Niederlage seines ambitionierten Teams leben: "Wir haben heute hochklassigen Tischtennissport gesehen. Timo Boll war extrem stark. Unsere Mannschaft hat sich gut verkauft. Ein Phänomen ist Jan-Ove Waldner, der es irgendwie immer wieder schafft, zurückzukommen und unsere Truppe wieder ins Match zurückzubringen. Auch Wang Xi hat sehr stark gespielt. Wir sind überhaupt nicht enttäuscht, auch wenn er seine ersten beiden Spiele verloren hat. Er wird noch viele Punkte für uns holen."
Jan-Ove Waldner analysierte das Geschehen so: "Das Resultat von 1:3 war natürlich nicht so schön für unser Team. Aber wir haben heute gegen die zweitbeste Mannschaft der Welt verloren, das ist keine Schande. Das erste Match war der Knackpunkt. Hätte Wang Xi es gewonnen, hätten wir eine gute Chance gehabt, das gesamte Spiel zu gewinnen, zumal wir ein sehr gutes Doppel haben. Mit meinem eigenen Spiel war ich zufrieden." Dimitrij Ovtcharov kommentierte seine eigene Leistung wie folgt: "Mein Spiel heute war schon sehr wichtig. Ich habe, wie im Spiel gegen Japan bei Olympia, gleich den besten Spieler des Gegners geschlagen und war mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich spiele sehr gerne gegen Abwehr. Aber es war heute nicht einfach, zu gewinnen. Wenn es eng wird, versuche ich, mich nochmal zu sammeln. Oft hilft eine kleine Pause, um wieder voll konzentriert an den Tisch zu gehen. Heute war es ein kaputter Ball beim Stand von 3:5 im vierten Satz, nach dieser Unterbrechung war ich wieder voll da."
Sein Vater, Tischtennistrainer Mikhail Ovtcharov, kommentierte das Spiel und den Auftritt seines Sohnes ganz entspannt: "Ich bin heute ganz gelassen geblieben, bei Olympia war dagegen auch meine Anspannung groß gewesen, jetzt sehe ich alles lockerer und mit weniger Druck. Dimitrij hat zumindest versucht, hundert Prozent zu geben. Auch wenn nach der Olympiade seine Form nicht die allerbeste sein konnte, hat er doch ein schönes Spiel geliefert, das auch für die Zuschauer sehenswert war. Ich habe den Eindruck, dass die Spiele durch das neue System interessanter geworden sind." +++