Dramatische Zwischenfälle heute Vormittag beim 15. Hochstift-Marathon: im Bereich der Klärwerkes bei Fulda-Gläserzell sind aus bisher unklaren Umständen - zunächst war von insgesamt 65 die Rede - Läufer (Leitfunkstelle Fulda) von Hornissen verstochen worden. Für den Rettungsdienst bedeutete das "Großeinsatz". (Foto: Markus Schönebach)
Während die meisten nach einer kurzen ärztlichen Versorgung ihren Lauf fortsetzten, waren bei fünf Personen die Stiche so massiv und häufig, dass sie vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus zur ärztlichen Versorgung eingeliefert werden mussten. Es wird vermutet, dass die Hornissen im Bereich oder direkt an der Laufstrecke ihr Nest haben und sich offenbar auf die Läufermassen aggressiv reagierten. Der Redaktion liegen inzwischen Meldungen vor, wonach wohl etwa 100 Läufer von Hornissen gestochen wurden.
Bilanz Sanitätseinsatz Fulda-Marathon: über 100 Betroffene
Das Hornissennest an der Laufstrecke des Fulda-Marathons bedeutete einen "arbeitsreichen Tag" für die Sanitäter und Notärzte des DRK und der Malteser in Fulda, heißt es in einer Bilanz. Insgesamt versorgten die Rettungskräfte rund 100 Teilnehmer. Fünf Personen mussten zur weiteren Behandlung in eines der Fuldaer Krankenhäuser eingeliefert werden. Gegen 11:00 Uhr meldeten sich bei den in Gläserzell postierten Rettungswagen mehrere Läufer mit Insektenstichen. Nach kurzer Zeit konnte ein Hornissennest im Bereich der Fuldaaue ausgemacht werden. Die Einsatzleitung entsandte umgehend mehrere Sanitäter, Rettungswagen und einen Notarzt dorthin. Außerdem rückte nach Absprache mit der Leitfunkstelle die Feuerwehr Fulda aus.
Parallel trafen die Helfer im Ziel Vorbereitungen: "Weiteren Notärzte und Sanitäter verstärkten die Sanitätsstadion, in der auch zusätzliche Behandlungsplätze eingerichtet wurden", erläutert Tobias Grosch vom Malteser Hilfsdienst, einer der beiden Einsatzleiter. "Von verschiedene Gastronomie- und Hotelbetrieben konnten wir kurzfristig größere Mengen Eis zum Stadion bringen". Insgesamt waren 38 Helfer, darunter vier Notärzte im Einsatz.
Harald Heun, Einsatzleiter vom DRK Fulda: "Ein Großteil der gestochenen Läufer beendete den Marathon ganz normal und meldete sich dann bei den Sanitätern im Zielbereich." Nur drei Patienten wurden direkt in Krankenhäuser eingeliefert, drei weitere mit Transportfahrzeugen zum Stadion gebracht. Auch bei dem hohen Patientenaufkommen lief der Einsatz ruhig und geordnet ab. Die Zusammenarbeit mit der Leitfunkstelle und der Feuerwehr Fulda war sehr gut.
In dem Zusammenhang weisen DRK und Malteser darauf hin, dass Menschen mit bekannten allergischen Reaktionen auf Insektenstiche über den Hausarzt "Nofallampullen" bekommen können. Während ein Insektenstich bei einem Großteil der Bevölkerung völlig ungefährlich ist, kann bei Allergikern auch ein lebensberohlicher Zustand eintreten. Deshalb sollten stets Notfallampullen mitgeführt werden. +++
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Um 20:34 Uhr schrieb ein Augenzeuge und Mitläufer wie folgt:
Ich bin zum Glük nicht gestochen worden, habe aber mitbekommen wie es anderen erging.
Ich muß mich über das Verhalten der Helfer anschließen. Auch ich habe darauf aufmerksam machen wollen das ein Hornissenschwarm wild geworden ist, habe aber als Antwort nur bekommen das die Feuerwehr bescheid weis. Diese Antwort allerdings im Chor gesprochen und mehr als genervt.
Es ist schön das es Helfer für solche Veranstaltungen gibt aber Bitte, auch wenn schon zehn oder mehr Läufer auf das selbe Problem aufmerksam machen wollen muß nicht so gereizt reagieren es ist schließlich freiwillig.
Ansonsten war es wie immer eine Klasse Veranstaltung.
K.P.
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Um 19:13 Uhr schrieb ein Biologe an die Redaktion:
Liebes Redaktionsteam von osthessen-news.de,
auch ich habe ihre aktuelle Meldung mit großem Interesse verfolgt, da ich Biologie studiere und mich insbesondere mit Insekten befasse, würde ich gerne darauf hinweisen, dass Hornissen äußerst friedliche Insekten sind, die lediglich aus einem Grund derart aggressiv reagieren, und zwar bei Annäherung an das Nest auf eine Distanz von unter fünf Metern. Ihre Stiche sind zwar etwas schmerzhafter als die einer Wespe, jedoch ist das Gift von geringerer Toxizität, so können Spätfolgen - außer bei Allergikern – getrost ausgeschlossen werden.
So kann es in solch einem Fall durchaus vorkommen, dass sie durch Störungen in diesem Radius zur Verteidigung ihres Nestes gezwungen sind. Auf Grund der umgebenden Lokalitäten würde vermuten, dass sich das Nest in einem hohlen Baum befindet. Ich würde mir jedoch wünschen, dass es in diesem Fall nicht zu einer Kurzschlussreaktion betroffener Läufer oder etwa der Kommune kommt und das Nest und die Population nicht entfernt wird. Die Hornisse steht auf der roten Liste und befindet sich somit wie viele Insekten auf einem absteigenden Ast, diese Entwicklung sollte man nicht noch fördern, auch wenn es zu temporären Schmerzen gekommen ist.
Zu allerletzt sollte man die Schuld bei den Hornissen suchen, denn wer würde sich nicht gegen hunderte von Eindringlingen im eigenen Haus wehren.
Mit freundlichen Grüßen
J.B.
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Um 17.51 Uhr erhielt die Redaktion die folgende e-Mail aus Lauterbach:
Hallo,
auch ich wurde heute von 3 Hornissen gestochen. Glücklicherweise konnte ich nach einer kurzen Pause weiterlaufen. Im Ziel war es schwierig, Eisbeutel zum Kühlen zu bekommen, da wohl sehr viele Läufer betroffen waren.
mfg/ R.S.
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Um 16:39 Uhr schrieb ein weiterer Marathonläufer an die Redaktion:
Hallo Osthessennews-Redaktion,
ich kann mich der veröffentlichen E-Mail nur anschließen. Ich selber 1bin auch gestochen worden und habe viele getroffen, die mich ansprachen, weil ich eine kalte Flasche Mineralwasser auf dem Kopf hatte: "Na, wie viel Stiche hast du?" Die Zahl von 60 Betroffenen ist mit Sicherheit weit untertrieben.
Die Organisation der Sanis war eine Katastrophe. Kein Eis, keine Infos. Die Sani-Dame im Zieleinlauf wusste gar nicht was los ist, trotz Funkgerät (wohl eher zum Umhängen gedacht, als Funktionsträger). Außerdem war das Sanizelt hinter dem Stadion nicht mit einem roten Kreuz gekennzeichnet. Es war nur weiß und vorne im Eingangsbereich auf den ersten Blick verschlossen. Wie soll man das finden, wenn mal wirklich etwas Schlimmes passiert? Wobei das mit den Hornissen schon grenzwertig war.
Die Organisatoren sollten sich, trotzdem so alles gut gelaufen ist, besser auf Notfälle und Außergewöhnliches einstellen.
Herzliche Grüße H.H.
Um 15.13 Uhr erreichte die Redaktion die folgende e-Mail eines Marathonläufers, die wir nachfolgend ungekürzt weitergeben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre aktuelle Berichterstattung - jetzt weiß ich wenigstens, was mich da heute drei Mal in den Hinterkopf gestochen hat und mir nach wie vor Kopfschmerzen verursacht. Ihre Zahl von 65 verstochenen Läufer halte ich jedoch für weit untertrieben, denn das waren vermutlich nur die, die behandelt wurden. Den meisten ging es hingegen vermutlich wie mir: Wenn man nach dem Ziel in Richtung der Sanitäter ging, fragten sie schon von weitem: "Auch gestochen? Dann gehen Sie ins Klo und lassen Sie Wasser drüberlaufen, wir haben kein Eis mehr da und sonst auch nichts." Sie können in Ihrem Artikel also wenigstens das Wort "insgesamt" durch "mindestens" ersetzen - tatsächlich wurden in jedem Fall weit über 100 Läufer gestochen, die meisten blieben unbehandelt.
Am schockierendsten an der ganzen Angelegenheit war für mich übrigens die Reaktion eines der freiwilligen Helfer an der Getränkestation in Gläserzell. Als eine Läuferin auf das Insektenproblem aufmerksam machte und meinte, man müsse die anderen Läufer umleiten oder zumindest warnen, entgegnete der Herr lapidar: "Müsse dun mir gor nischt." Erst gut zwanzig Minuten später kamen uns Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge entgegen.
Mit freundlichen Grüßen
D.A.