Am kommenden Sonntag (15:00 Uhr) trifft am dritten Spieltag der Tischtennis-Bundesliga der TTC Zugbrücke Grenzau in heimischer Halle auf den TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Damit kommt es im Brexbachtal gleich beim Heimdebüt der in Jülich vorzüglich in die Saison gestarteten Westerwälder zum Duell mit dem letztjährigen erbitterten Rivalen um den vierten Playoff-Platz. Wir erinnern uns: Grenzau hatte lange sehr aussichtsreich im Rennen gelegen, am Ende jedoch mit hauchdünnem Rückstand im Zielfinish Rang vier noch an die Osthessen abtreten müssen. Auch "höhere Gewalt" wie die Suspendierung des sich damals dem Vernehmen nach nicht profihaft verhaltenden Topspielers Cheung Yuk schwächte die Westerwälder und trug letztlich zum unglücklichen Verfehlen des Saisonziels bei.
Nun hat man das nominell erheblich verstärkte Waldner-Team zur "Revanche" zu Gast, das freilich bislang überhaupt noch nicht richtig in die Gänge gekommen ist und besonders gegen Frickenhausen/Würzburg den heimischen Fans eine desolate Vorstellung bot. Bei einer weiteren Niederlage der ambitionierten Hessen hätten diese den Saisonstart komplett in den Sand gesetzt. Vielleicht gelingt Wang Xi (Foto: Hendrik Urbin) und Co. in Grenzau aber auch der ersehnte Befreiungsschlag. Eine wahrlich spannende Kostellation, die auch die Fans mobilisieren wird - besonders die heimischen "Brexbachhaie" werden versuchen, eine gelb-grüne Wand zu bilden und ihr Team zum Sieg zu pushen.
Grenzaus Präsident Manfred Gstettner betrachtet die Ausgangspositionen realistisch: "Fulda hat gegen die Topfavoriten Düsseldorf und Ochsenhausen verloren. Das heißt jedoch nicht, dass man auch bei uns auf der Verliererstraße bleibt. Fulda zählt von der Papierform her zu den stärksten Teams der Liga und man wird bei uns alles daransetzen, um das zu beweisen. Unsere Spieler haben sich gut auf das Spiel vorbereitet. Die bessere Tagesform wird den Ausschlag geben. Die Zuschauer können sich auf tolle Kämpfe gegen das Waldner-Team freuen."
Michael Hodes, Vizepräsident und stimmgewaltiger Hallensprecher der Osthessen, sieht sein Team in der Pflicht: "Spätestens nach dem Sieg von Gönnern in Bremen wird es Zeit für uns, die ersten Punkte nach Hause zu bringen." Auch Hodes bemüht sich um eine nüchterne, sachliche Analyse im Vorfeld: "Ob uns ein Sieg ausgerechnet in Grenzau gelingen wird, ist nicht vorauszusehen, meines Wissens haben wir in Grenzau noch nie gewinnen können, aber irgendwann ist immer das erste Mal." Fuldas "Vize" versichert zudem: "Mannschaft und Vorstand sehen der Partie am Sonntag ganz entspannt entgegen. Robert Svensson und Wang Xi trainieren wie gewohnt mit großem Ehrgeiz. Die Spieler brennen auf Wiedergutmachung für den vergangenen Samstag."
Sonntag, 13:00 Uhr: Borussia Düsseldorf - SV Werder Bremen
Das erste Heimspiel der Borussia 2008/09 im DTTZ am Staufenplatz darf fast schon als Familientreff bezeichnet werden, treten die Norddeutschen doch mit einer ganzen Reihe guter alter Bekannter an. Mit Lars Hielscher und Trinko Keen stehen gleich zwei ehemalige Borussen im Team der Hansestädter. Zudem wohnt Hielscher in Düsseldorf und gehört, ebenso wie der Japaner Seiya Kishikawa, zur Trainingsgruppe von Borussia-Cheftrainer Dirk Wagner. Kishikawa, aktuelle Nummer 63 der Welt mit deutlicher Tendenz nach oben, hatte bekanntlich im Mannschafts-Halbfinale von Peking beim Spielstand von 2:2 Timo Boll in einem spannenden Fünfsatz-Match alles abverlangt. Somit sind Werders stärkste Akteure den Borussia-Spielern bestens bekannt, allerdings gilt dies auch umgekehrt.
Auch Keen, Kishikawa und Hielscher wissen, wie sie taktisch gegen Süß, Ovtcharov und Freitas zu agieren haben, um ihre Siegchancen zu erhöhen. Zudem lieferte der in unveränderter Besetzung zusammenspielende SV Werder Bremen schon in der vergangenen Saison den Düsseldorfer rassige Duelle, so etwa im Finale des Pokal-Final-Four im westfälischen Hamm. Man darf daher nicht von von einem Spaziergang für die Rheinländer ausgehen, die zuletzt in Plüderhausen geschlagene 228 Minuten für einen ganz knappen Erfolg benötigten. Dort pausierte der Weltranglistensiebte Timo Boll, was dem Vernehmen nach auch am kommenden Sonntag der Fall sein wird.
Als TV-Spiel des dritten Spieltags wird diese Partie in einer aussagekräftigen Highlight-Zusammenfassung am Sonntag im DSF zwischen 17:30 und 18:00 Uhr zu sehen sein. Wer nicht vor Ort sein kann und keine Sekunde des Geschehens versäumen möchte, wird im Internet auf www.DTTL.tv fündig werden, wo Düsseldorf vs. Bremen vom ersten bis zum letzten Ballwechsel im Livestream in gewohnt vorzüglicher Qualität zu verfolgen sein wird. Einen Tag später werden auf www.DTTL.tv alle Matches, der Top-Ballwechsel des Tages und Interviews zum Spiel abrufbar sein.
Sonntag, 16:00 Uhr: TTV Gönnern - TTC indeland Jülich
Zwei Kandidaten wurden in Fachkreisen immer wieder genannt, wenn es um die Abstiegskandidaten ging, nämlich Jülich und Gönnern, wobei viele Gönnern für das schwächer besetzte Teams von beiden hielten. Am Sonntag treffen ausgerechnet diese beiden Klubs in Dillenburg aufeinander. Jülich hat zwei Heimniederlagen zu Buche stehen, Gönnern dagegen bisher überzeugt - einem knappen 2:3 in Ochsenhausen folgte ein sensationeller 3:1-Erfolg bei Werder Bremen. Dies überrascht umso mehr, als die Hinterländer vom Verletzungspech gebeutelt sind: Steffen Mengel ist wegen eines Bandscheibenvorfalls in der Reha, Antonin Gavlas muss als Notnagel ran, ist aber nach seinem komplizierten Kreuzbandriss noch nicht wieder vollständig hergestellt - immerhin gelang es dem jungen Tschechen, in Bremen Trinko Keen zu bezwingen. Trumpfkarte des Hampl-Teams war bisher der im Einzel noch ungeschlagene 19-jährige Taiwanese Chiang Hung-Chieh. Ausgerechnet der spielstarke Neuzugang droht nun am Sonntag auszufallen, da ihn sein Verband vertragsgemäß angefordert hat - Chiang spielt für Taiwan bei den China Open. Die Truppe aus der alten Herzogstadt tief im Westen ist heiß auf das Spiel und will unbedingt zwei Zähler mit nach Hause nehmen, ob Gönnern nun mit dem achten der U 21-Weltrangliste antritt oder nicht. Natürlich stehen die Vorzeichen für Rossi & Co. deutlich günstiger, falls Gönnern tatsächlich mit einem Ersatzspieler aus der Verbandsligamannschaft antreten muss.
Ob Gönnern nun mit dem jugendlichen Weltklasse-Taiwanesen oder dem einst ruhmreichen Verbandsliga-Oldie antritt - für Jülichs Trainer Johannes Dimmig zählt nur ein Sieg: "Es gibt keine spezielle Vorbereitung. Wir gehen in dieses Spiel mit großem Siegeswillen und mit viel Kampfgeist hinein. Uns ist es auch egal, ob Gönnern mit Jung-Asien-Star Chiang spielt oder nicht. Wir wollen und müssen gewinnen!" Der junge Coach der Westdeutschen hofft zudem, dass seine beiden bisherigen Sorgenkinder am Sonntag den entscheidenden Schub erhalten: "Wichtig sind mir die ersten Einzelerfolge von Paul Drinkhall und Taku Takakiwa gegen Gönnern, damit sie Selbstvertrauen tanken können und auch noch größere Aufgaben in dieser Spielzeit meistern werden."
Sonntag, 16:30 Uhr: TTC Müller Frickenhausen/Würzburg - SV Plüderhausen
In der Sporthalle auf dem Berg gastiert der gut verstärkte SV Plüderhausen im Schwabenderby, das nach wie vor als solches gelten darf, da das Zentrum des neu benannten TTC Müller Frickenhausen/Würzburg ja weiterhin im Neuffener Tal zu finden ist. Der Klub mit dem noch gewöhnungsbedürftigen Namen glänzte am vergangenen Wochenende gleich mit gewohnt guter Leistung - Frickenhausen zählt schließlich nicht von ungefähr zu den erfolgreichsten deutschen Teams des Jahrzehnts und stand zuletzt viermal in Folge im Finale um die Deutsche Meisterschaft.
Mancher Beobachter hatte in Fulda den Eindruck, dass die neuformierte Mannschaft sogar noch mehr Biss und spielerische Highlights zeigte als der Vorgänger 2007/08 mit Ma Wenge und Bojan Tokic. TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann jedenfalls hatte sich über den tollen Auftritt seiner Truppe in der Rhön wie ein Schneekönig gefreut: "Durch die Neuzugänge ist ein frischer Wind in das Ganze hineingekommen, der uns sichtlich gut tut." Das Ligadebüt des 17-jährigen Japaners Kenta Matsudaira (Foto) - von Wohlhaupter-Hermann als "Rohdiamant" bezeichnet -, verlief jedenfalls optimal. Der U 18-Weltranglistenerste bezwang Ikone Waldner im "Duell der Generationen" fast mühelos. Da auch Olympia-Viertelfinalist Tan Rui Wu keinerlei Anlaufschwierigkeiten im Dress des TTC hatte und Bastian Steger in Topform agierte, sind die Erwartungen vor der Heimpremiere der Schwaben natürlich groß. Da das Derby nur eines von drei Heimspielen des TTC in der Hinrunde ist, werden sicher viele Tischtennisfans aus Frickenhausen und Umgebung sowie der reisefreudige vormalige Würzburger Fanklub die Chance nutzen, ihre neuen "Helden" live zu bewundern. (DTTL). +++