Ein Buch, eine Flasche Wein und eine nordhessische Stracke für den Ministerpräsidenten Volker Bouffier - überreicht vom Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (rechts) - Fotos: Carina Jirsch

KASSELFestakt 150 Jahre Regierungspräsidium

Regierungspräsidium "ein bunter Haufen" - Behörde als Mittler für die Region

06.10.17 - Behörden haben bei vielen Menschen ein eher graues Image. Umständlich, bürokratisch und zuweilen die bösen Abzocker. Viele verbinden mit dem Regierungspräsidium (RP) in Kassel die Bußgeldstelle. Hinter den Mauern des wahrhaft brachial wirkenden Behördenklotzes in Kassel arbeiten aber rund 1.200 Menschen, die sich Tag für Tag für die Region Nord- und Osthessen einsetzen. Sie sind der Mittler in vielen Fragen. Und dürfen nicht auf die bösen Briefe reduziert werden, wenn man zu schnell unterwegs war. Sie sind weit mehr.

"Wir sind ein bunter Haufen" sagt Susanne Linnenweber, Regionalplanerin beim RP Kassel. Zum 150-jährigen Jubiläum des Regierungspräsidiums in Kassel wollen die 1.200 Mitarbeiter und Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke die Chance nutzen, die Behörde in ein besseres, ein offeneres Licht zu stellen. Und so war der Festakt am Donnerstagmittag im Staatstheater in Kassel durchaus symbolisch. Statt langer Reden diverser Grußwortonkel erlebten die rund 700 geladenen Gäste eine muntere Veranstaltung. Claus Peter von der Grün nahm die Festgäste, darunter viele Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Bürgermeister aus dem gesamten Gebiet, auf eine Zeitreise in vier Etappen.

Dr. Walter Lübcke

In lockeren Gesprächsrunden wurde die 150-jährige Geschichte der Behörde, aber auch Hessens reflektiert. Fachleute aus diversen Bereichen schilderten die Entwicklung aus der damaligen Kurfürstenzeit, des Kaisers von Westfalen, den Preußen, der dunklen Zeit des Nationalsozialismus, dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und natürlich der Wende.

Die Entwicklung der Region zwischen Kassel und Fulda der jüngeren Zeit beleuchtete auch Cornelia Zuschke, ehemals Stadtbaurätin in Fulda und heute Düsseldorfer Stadtplanungsdezernentin. Gerade auch die Region Fulda habe sich prächtig entwickelt. "Es hat gepasst, die Menschen sind positiv konservativ geprägt", sagte Zuschke vollen Lobes. Eine Wohltat war auch die musikalische Auswahl des bekannt herausragenden Heeresmusikkorps Kassel. Passend zu den jeweils beleuchteten Zeiten spielten sie Songs wie etwa "Des Großen Kurfürsten Reitermarsch", "Lili Marleen", "Wind of Change" oder "Hinterm Horizont" und das Hessenlied. Auch der Chor des Regierungspräsidiums hatte seinen Anteil am gelungenen Festakt.

Links im Bild Cornelia Zuschke

In seiner Festansprache dankte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier den ehemaligen wie aktuellen Mitarbeitern des Regierungspräsidiums für ihre Arbeit. "Ich meine damit alle, nicht nur die da oben. Das ist alles andere als ein alter Laden", sagte Bouffier, der deutlich machte, dass er an der Verwaltungsstruktur mit drei Regierungspräsidien in Hessen (Kassel, Gießen und Darmstadt) festhalten werde. Es werde immer diskutiert, ob dies Sinne mache. "Ich habe jedenfalls bis jetzt keine vernünftige Alternative gehört", sagte der Ministerpräsident.

Bouffier wisse, dass Behörden in der Bevölkerung oftmals einen schlechten Ruf haben. Und er nannte Gründe. "Die Undurchsichtigkeit des Systems ist das Problem. Ein einfachster Radweg braucht fünf Jahre Planungszeit, das versteht niemand." Die Regierungspräsidien bündeln kommunale Interessen, der Regionalplan ist stark kommunalisiert. "Ob bei Fragen der Energiewende, Outletcenter oder Möbelcenter wurde manche Schlacht geschlagen", sagte Bouffier. Er attestierte dem RP, die richtigen Entscheidungen getroffen zu haben. Die fachliche Korrektheit reiche nicht, die Bürger müssten Vertrauen in die Entscheidungen und die Neutralität der Behörde haben.

Das Staatstheater in Kassel

Links im Bild Ralf Orth, ...

Mit Blick auf die Zukunft forderte Bouffier, dass bei aller Digitalisierung der Mensch nicht vergessen werden dürfe. "Wir reden über Technik, aber es geht um den Mensch", sagte Bouffier. Das Regierungspräsidium soll eine führende Rolle in der Digitalisierung als Modellbehörde in einer Boomregion werden.

Druckfrisch ist die neue Broschüre des Regierungspräsidiums mit dem Titel "Wir machen Staat. Klar" erschienen. Und für den Ministerpräsidenten hatte Lübecke ein paar weitere Geschenke. "In Gießen gibt es immer ein Buch, in Darmstadt ein Wein und bei uns?" - die nordhessische Stracke gehört einfach dazu - Digitalisierung hin oder her. Auch in einer Behörde. (Hans-Hubertus Braune) +++

In der Bildmitte Dr. Heiko ...

In der Bildmitte Timo Zentgraf, ...

Innenminister Peter Beuth, MInisterpräsident Volker ...

Claus Peter Müller von der ...

Cornelia Zuschke, Fuldaer EX-Stadtbaurätin


Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Stellenangebote
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage
Biergärten
Freizeit Tipps
Mittagstisch
Beilagen
Benzinpreis Vergleich

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön