KÜNZELLEhefrau in akuter Suizidgefahr

Familiendrama! Krankenschwester gibt Mann und Sohn tödliche Spritze

05.01.18 - Das furchtbare Familiendrama, das sich am Dienstag in Künzell ereignet hatte, hat eine neue überraschende Wendung genommen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Fulda, Harry Wilke erklärte am heutigen Donnerstag dazu, dass nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen von Polizei und Staatsanwaltschaft  die gemeinsame Tötung präzise geplant war. Es sei zu vermuten, dass die Ehefrau, die als Anästhesiekrankenschwester gearbeitet habe und hierdurch Zugang zu dem Anästhetikum Propofol hatte, dieses in größerer Menge bei ihrem Arbeitgeber entwendet hat, um es in der Folge zur Selbsttötung einzusetzen.

Auch in den Tagen nach ...Fotos: Julius Böhm (3)

Harry Wilke, Sprecher der Staatsanwaltschaft ...

Die Spurensuche am Tatort soll ...

Bei dem jetzigen Ermittlungsstand wird davon ausgegangen, dass zur Ausführung des gemeinsamen Planes die Ehefrau sowohl ihrem Ehemann als auch dem 16-jährigen Sohn einen Venenzugang gelegt und das Propofol hierüber mittels einer Infusion in tödlicher Dosis zugeführt hat und anschließend versucht hat, sich selbst einen Venenzugang zu legen, was jedoch an der Beschaffenheit ihrer Venen scheiterte. Ehemann und Sohn wurden am Morgen des 2.01.2018 in dem Ehebett der Familie liegend tot aufgefunden. Die Ehefrau überlebte verletzt. Ob der wohl autistische Sohn der Familie in die geplante "Selbsttötung" eingeweiht war oder ob er gegebenenfalls zuvor anderweitig betäubt wurde, müssen die weiteren toxikologischen Untersuchungen ergeben.

Die Beschuldigte hat sich bisher zum konkreten Tatablauf nicht eingelassen, ebenso wenig zum Motiv. Die Eheleute haben jedoch einen Abschiedsbrief hinterlassen, in dem die "Selbsttötung" mit Propofol angekündigt war. Es ist nicht auszuschließen, dass das Motiv in der Belastung durch die Behinderung des Sohnes lag.

Die Staatsanwaltschaft hat gestern (Mittwoch, 03.01.)gegen die Beschuldigte Haftbefehl wegen Totschlags zum Nachteil des Sohnes beantragt, der am selben Tag durch den Haftrichter des Amtsgerichts Fulda erlassen und verkündet wurde. Die Beschuldigte wird wegen akuter Suizidgefahr derzeit in einem Krankenhaus rund um die Uhr bewacht und soll demnächst in ein Justizvollzugskrankenhaus überführt werden.

Weitere Erkenntnisse sollen bekannt gegeben werden, sobald alle Ermittlungsergebnisse vorliegen und ausgewertet worden sind.+++

Depressiv?


Hier bekommen Sie umgehend Hilfe. OSTHESSEN|NEWS berichtet in der Regel nicht über Selbsttötungen, um keinen Anreiz für Nachahmung zu geben – außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere öffentliche Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst depressiv sind, Selbstmord-Gedanken haben, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Foto: Christian Stadtfeld


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