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Klettern auf einen Turm ... - Pressefotos von Fulda Reifen: Markus Poch (teutopress) und Christiane Kappes (Kappes Adventure Press)

... und danch abseilen stand am Tag 4 auf dem Programm
23.01.09 - KANADA
9. Fulda Challenge: minus 30 Grad am Yukon - Fuldaer Uwe ULLMANN dabei
Ein Rückgang der Temperaturen auf etwa minus 30 Grad - das erleben die Osthessen, trotz heutiger "Wetter-Kapriolen", erfreulicherweise nicht. Aber ein Fuldaer hat mit solchen Widrigkeiten derzeit zu kämpfen: im Yukon Territory in Kanada, bei der 9. FULDA CHALLENGE, dem weltweit härtesten "Extremsport-Event" des Reifenproduzenten Fulda Reifen GmbH.
Daran nimmt nämlich der 31-jährige Cross-Triathlet Uwe Ullmann aus Fulda teil. Der arktische Dreiklang "Kälte, Eis und Einsamkeit" bestimmt vom 17. bis 25. Januar das Leben der insgesamt 12 Menschen: fünf Mannschaften aus je einem Prominenten und einem Teilnehmer, der bei harten Vorausscheidungskämpfen gewonnen hat. Ein sechstes Team kommt aus Kanada. Und dick eingepackt sind natürlich auch die Begleit- und Betreuungscrew, die vom Wettkampfleiter Hans-Joachim "Strietzel" Stuck angeführt wird.
Uwe Ullmann aus Fulda, ist 31 Jahre alt und von Beruf Diplom-Betriebswirt. Seine sportlichen Aktivitäten: Cross-Triathlet, Mountainbike, Laufen, Schwimmen. Bei der Qualifikation in Sulden sorgte Uwe Ullmann für besondere Spannung. Nach der Halbzeit lag er mit 11 Punkten Rückstand abgeschlagen auf Platz fünf. Doch der Cross-Triathlet startete eine beispiellose Aufholjagd und entschied die letzten drei Disziplinen Tree-Climbing, Mountainbike (trotz Reifenpanne!) und Mountain-Run für sich. Somit konnte er sich noch quasi auf der Zielgeraden das begehrte Ticket für die "Fulda Challenge" sichern. Er ist Teamkamerad der 30-jährigen ehemaligen Leistungssportlerin Magdalena Brzeska (26 mal Deutsche Meisterin in Rhythmischer Sportgymnastik und Finalistin bei Olympia 1996).
Die anderen Teilnehmer: Ex-Fußballer Fredi Bobic im Team mit Kathrin Kortenbach aus Witten, der Musiker und Extremsportler Joey Kelly mit Heidrun Kuhlmann aus Essen, die Olympiamedaillengewinnerin im Rennrodeln und Damenbob Susi Erdmann mit Manuel Kelnhofer aus Pfungstadt, der Ex-Diskuswerfer und Olympiasieger 1996 Lars Riedel mit Ellen Blome aus Bochum sowie die die kanadische Gewichtheberin Jeane Lassen (Olympia-Achte 2008 und Goldmedaillengewinnern Commonwealth Spiele 2006) mit Mike McCorkell aus Whtie Rock/Kanada.
Das Programm der "Fulda Challenge" erfordert neben Ausdauer, Kraft, Durchhaltewillen auch fahrerisches Können und Mannschaftsgeist. Angefangen hatte alles am ersten Tag mit Training der Sportgeräte (Toyota RAV4, Rhinos (kleinen Buggys) mit Kettenantrieb und Motorschlitten. Damit konnten die Teilnehmer auf einem zugefrorenen See "rumheizen". Es gab "untypische" 9 Grad plus und als ersten Wettbewerb ein Hundeschlittenrennen, bei dem Uwe Ullmann mit Tagesbestzeit die Männerwertung gewann - und da auch Magdalena Brzeska ihr Rennen gewann, errang das Team Brzeska/Ullmann 12 Punkte. An den folgenden Tagen folgten Rhino Race und Mountainbike-Rennen, ein Trapper Trail und Skidoo Race.
Über die Wettkämpfe des 4. Tages - Climbing Rope Event und Eisschnellauf - lesen Sie hier den folgenden Bericht aus Kanada, der von der Pressecrew geschrieben und von der Fuldaer Firmensprecherin Elke Bleuel übermittelt wurde:
Frostiger Drahtseilakt über heiße Quellen
"Die arktische Kälte hat den Yukon wieder fest im Griff. Während der Fahrt von Whitehorse in das 550 Kilometer entfernte Dawson City rutschten die Temperaturen auf annähernd minus 30 Grad. Damit liegt zwischen dem Beginn der Fulda Challenge und dem heutigen Wettkampftag bereits ein Temperaturunterschied von fast 40 Grad! Schnelle und heftige Wetterumschwünge sind zwar typisch für die Region im Norden Kanadas – doch in dieser extremen Form hat man dies auch im Yukon noch nicht erlebt. Die Athleten haben so kaum eine Chance, sich an ihre Umgebung zu akklimatisieren.
Das erste Event des Tages bestand wie der gestrige „Trapper-Trail“ aus drei Prüfungen. Zuerst galt es, an einer Strickleiter einen zehn Meter hohen Turm zu erklimmen. Für Susi Erdmann bedeutete das nicht nur eine sportliche Herausforderung: „Ich habe totale Höhenangst. Beim Raufklettern habe ich nur gedacht: Bloß nicht nach unten schauen!“
Der nächste Teil des Events machte es für sie nicht einfacher: Denn oben angekommen, mussten sich die Athleten an ein Drahtseil einklinken und sich über die heißen Quellen der Takini Hot Springs schwingen.
Im Gegensatz zu der Ex-Weltmeisterin im Rennrodeln, hatte Lars Riedel mehr Spaß an dem „Drahtseilakt“. „Beim Runterfahren habe ich eine ganze Umdrehung um die eigene Achse gemacht. Da konnte ich toll die Aussicht genießen. Wegen meines Gewichts hing das Seil durch, so dass ich unten ganz schön meinen Hintern anziehen musste, um nicht über den Boden zu schrubben.“
Der anschließende Lauf zurück zum Turm war hingegen nicht die Sache des Zwei-Meter Hünen. Hier musste er seinen wesentlich leichteren Konkurrenten den Vortritt lassen. Joey Kelly und Uwe Ullmann gingen zusammen auf die Strecke und lieferten sich bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide stürmten zwar gleichzeitig die Plattform, doch Ullmann kam erst mit Verzögerung von ihr wieder los. Er konnte sich nicht auf Anhieb am Seil einhaken. Beim Laufen konnte er den Vorsprung von Kelly zwar wieder verkürzen, doch ganz an ihn heran kam er nicht. „Dafür war die Strecke zu kurz.“ meinte er im Ziel.
Bei den Damen war Ellen Blome die schnellste Teilnehmerin. Und während die meisten Athleten im Ziel von dem letzten starken Anstieg völlig fertig waren, hatte sie nicht einmal ihre letzten Reserven abrufen müssen. „Beim Runterfahren am Drahtseil war ich nur am schreien – aber vor Freude! Das Laufen im tiefen Schnee kostet aber ganz schön Kraft.“ erzählte sie lächelnd.
Nach dem Event ging es für den Tross über den vereisten Alaska Highway nach Dawson City. Wer zum ersten Mal in die ehemalige Hauptstadt des Goldrausches mit ihren Western-Saloons und ihren bunten Holzhäusern kommt, glaubt sich auf einer Reise zurück in die Zeit von Jack London.
Im Winter gibt es dort zudem eine weitere Attraktion: Eine Eisbrücke über den Klondike River, die sogar von 75 Tonnen schweren Trucks passiert wird. Für die Fulda Challenge bot sie das stimmige Ambiente für einen spektakulären Eisschnelllaufwettbewerb. Wie erwartet, erwies sich dabei besonders das kanadische Team als sehr stark. Jeane Lassen gewann die Damenwertung, während ihr Teampartner Mike McCorkell nur knapp von Manuel Kelnhofer geschlagen wurde.
Der Pfungstädter steht auch in der Gesamtwertung der Männer an der Spitze, während in der Damenwertung Heidrun Kuhlmann vor der Kanadierin liegt. In der Teamwertung führt das Doppel Kelly/Kuhlmann mit neun Punkten vor dem einheimischen Team Lassen/McCorkell".
Susi Erdmann:
„Ich habe totale Höhenangst. Beim Raufklettern habe ich nur gedacht: Bloß nicht nach unten gucken. Der anschließende Lauf im Tiefschnee war nicht ungefährlich. Ich bin zweimal umgeknickt.“
Magdalena Brzeska
„Beim Raufklettern hat es auf der Strickleiter die ganze Zeit voll gewackelt, da kriegt man es echt mit der Angst zu tun.“
Uwe Ullmann
„Das war lustig, mal was anderes. Aber die Aussicht konnte ich nicht genießen, dafür war ich zu angespannt und konzentriert. Unten kam ich nicht so schnell weg, ich konnte Joey nicht mehr einholen.“
Heidrun Kuhlmann
„Das Klettern war ganz nett, das Runterrutschen toll, nur der anschließende Anstieg beim Rauflaufen war tierisch anstrengend.“
Ellen Blome
„Beim Runterfahren am Drahtseil war ich nur am schreien – aber vor Freude! Beim Laufen hat der tiefe Schnee ganz schön Kraft gekostet.“
Lars Riedel
„Beim Runterfahren habe ich eine ganze Umdrehung um die eigene Achse gemacht. Da konnte ich toll die Aussicht genießen. Wegen meines Gewichts hing das Seil durch, so dass ich unten ganz schön meinen Hintern anziehen musste, um nicht über den Boden zu schrubben. Beim Laufen bin ich jeweils 30 Zentimeter tief in den Schnee eingesunken.“ +++

...dabei ging es überm Eisboden auch schon mal ganz schön "eng" zu

Und so sieht "ausruhen" nach Höchstleistungen bei minus 30 Grad aus....

Der Auto-Tross fuhr über den vereisten Alaska Highway...

...nach Dawson City

Im tiefen Schnee rennen ist enorm anstrengend

Der Wettbewerb im Eisschnelllauf führte...

...über eine Eisbrücke, die den Klondike River überspannt