Bet Williams, bekannte und gefeierte Singer/Songwriterin aus den USA, Shiregreen, Marisa Linß und Paul Adamaschek (von links) musizierten für den Frieden - Fotos: Gudrun Schmidl

BAD HERSFELD Songs of Love and Peace

Wir sind mehr - Bet Williams und Shiregreen begeistern mit Friedenskonzert

29.01.19 - Vielleicht war die Terminwahl für das erste gemeinsame Friedenskonzert von Bet Williams und Shiregreen unter dem Titel „Songs of Love and Peace“ Zufall, vielleicht aber auch nicht. Tag genau am gestrigen „Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust“ sangen Musiker von beiden Seiten des Atlantiks in der Evangelischen Auferstehungskirche, die mit über 300 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzt war. Gemeindepfarrer Carsten Röhr verurteilte in seiner Begrüßung die abgrundtiefe Menschenverachtung der damaligen Zeit, deren Ursache und Anfänge aber damals wie heute seiner Ansicht nach immer im Alltag liegen. „Krieg beginnt immer mit Worten“, betont Roehr und fügt noch eine weitere Mahnung an: „Wir leben tagtäglich auf Kosten anderer Menschen in anderen Ländern und machen dadurch ein menschenwürdiges Leben unmöglich“.

Klaus Adamaschek, Marisa Linß und Paul Adamaschek ...

Eine Steilvorlage für Klaus Adamaschek, der den Künstlernamen Shiregreen gewählt hat, der die Liebe zur Musik und die Sehnsucht nach Frieden mit vielen Menschen teilt und mit seinen Songs zumindest Denkanstöße geben möchte und Gemeinschaft herstellen will. Die Idee zu diesem ersten Friedenskonzert, dem noch viele folgen sollen, hatte Michael Poppe-Kalthoff aus Alheim. „Wir wollen mit dem Konzert eine klare Kante für Frieden und Verständigung zeigen. Gerade in den Zeiten des unsäglichen Donald Trump wollen wir die andere, hellere Seite von Amerika zum Klingen bringen“.

Bet Williams lebte einige Zeit in ...

Amerika, das Land seiner Träume, hat Klaus Adamaschek acht Monate lang intensiv bereist, die Widersprüchlichkeit gespürt und durchaus ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Sehnsuchtsland entwickelt. „Es gibt aber auch viele Menschen in den USA, die sich für Frieden und Freiheit einsetzen und auch 50 Jahre nach Woodstock ihre Stimmen erheben, die für „love and peace“ und für eine bessere Welt eintreten“. Mit Bet Williams aus New York haben Poppe-Kalthoff und Adamaschek eine befreundete Singer/Songwriterin eingeladen, deren Stimme vier Oktaven umfasst und die dabei auch noch was zu sagen hat. Die Westfälischen Nachrichten brachten es auf den Punkt: „Bet Williams ist gesegnet mit allem, was nötig ist: eine fantastische Stimme, große Musikalität, Talent fürs Songwriting und eine charismatische Bühnenpräsenz“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Marisa Linß und Paul Adamaschek empfahlen ...

Bet Williams zog vom ersten Ton an das Publikum in ihren Bann, berührte mit dem auf Armenisch gesungenen „Vater unser“ und rockte das Kirchenschiff mit „Me and Bobby McGee“ in der Version von Joan Baez. Shiregreen bevorzugt die Version von Kris Kristofferson und sowieso weitere Singer/Songwriter der alten Garde wie Neil Young, Tom Russell und Mark Knopfler. Der „Alte-Männer-Musik“ hatten Marisa Linß und Paul Adamaschenk, die als feste Mitglieder der Shiregreen-Band das Konzert unterstützten, inzwischen aber auch als Duo „Triade“ erfolgreich auftreten, frischere Songs entgegenzusetzen. Pinks „Mister President“ wurde ebenso eindrucksvoll interpretiert wie „Zombie“ von den Cranberries. Marisa Linß begeisterte mit Stimme und Ausstrahlung auch bei ihrem Song „Garden of my dreams“, der dazu aufruft, Frieden im eigenen Umfeld zu suchen und Demut vor der Natur zu bewahren. Mit dem „Erdenlied“ wurde die Magie und Kraft der Natur ebenfalls thematisiert. Shiregreen berichtet von seinem eigenen Friedensort, einem Apfelbaum, der auf seinem Grundstück nahe Rotenburg an der Fulda zwischen der Fulda und der Eisenbahnlinie steht.

Der inzwischen weit über die Kreisgrenzen hinaus bekannte Singer/Songwriter, der es schafft, „American Folk-Rock“ und anspruchsvolle deutsche Texte zu vereinen und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, hasst Ignoranz und Intoleranz, mag keine Menschen, die ihm lächelnd ins Gesicht lügen oder beanspruchen, dass andere so sein sollen, wie sie sich selbst sehen. Tatsächlich erreichte ihn vor dem Friedenskonzert ein anonymer Anruf mit unterdrückter Telefonnummer von einem Zeitgenossen, der sich über das geplante Konzert unglaublich aufregte. Die Frage, die Shiregreen musikalisch eigentlich an Alexander Gauland stellt, widmete er an diesem Abend dem Anrufer: „Was glaubst du eigentlich, wer du bist?“

Paul Adamaschek hat die Musikalität von ...

Eigene Lieder von Bet Williams und Shiregreen, der auch den Titelsong „References“ aus der ganz aktuell neu veröffentlichen CD vorstellte, wechselten sich mit vielen Klassikern der Friedensbewegung ab, die vielfach alle vier Musiker kraftvoll und gefühlvoll mit ihren beeindruckenden, unter die Haut gehenden Stimmen gemeinsam sangen. Der schwierigen Akustik des Kirchengebäudes trotzend, gaben sie ihr Allerbestes.  „Gib mir ein Lied“ war eines der berührenden Lieder in diesem Konzert, das weit über zwei Stunden lang in Wort und Musik dazu aufrief, gemeinsam für Liebe und Frieden einzustehen, denn: „Wir sind mehr“. Frenetischer Applaus für ein einzigartiges Konzerterlebnis. (Gudrun Schmidl) +++


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