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Im Garten der Kreisaltenpflege in Niederaula feierte die evangelische Kirche einen kleinen Gottesdienst an drei unterschiedlichen Stellen, damit möglichst viele Bewohner den Gottesdienst sehen und hören konnten - Fotos (9): Hans-Hubertus Braune

NIEDERAULA Viele Kinder, Kirche und Gewerbeverein

Starkes Zeichen: Große Welle der Solidarität für die Kreisaltenpflege

13.04.20 - Mit voller Wucht hat das Corona-Virus die Gemeinde getroffen. Das gilt insbesondere für das Kreisaltenheim in Niederaula. Mehrere Bewohner und Mitarbeiter infizierten sich mit dem Coronavirus, mehrere ältere Bewohner starben. Gerade für die rund 160 Bewohner, die 180 Mitarbeiter und Angehörigen eine belastende Zeit. Um gerade an Ostern den Bewohnern und Mitarbeitern zumindest ein kleines Zeichen der Freude zu bereiten, wurden in den vergangenen Tagen mehrere Aktionen gestartet.

Der evangelische Pfarrer Werner Ewald

Landrat Dr. Michael Koch nahm stellvertretend ...

Teilweise mit Schutzanzügen müssen die Mitarbeiter ...

Zahlreiche Kinder malten und bastelten kleine Geschenke für die Bewohner. "Wir sind überwältigt von der Resonanz, so viele Bilder und Geschenke haben wir für unsere Bewohner von den Kindern erhalten", sagt eine Mitarbeiterin am Ostersonntag. Der evangelische Pfarrer Werner Ewald sowie Vertreter des Posaunenchors feierten am Ostersonntag im Garten der Kreisaltenpflege an drei Stellen einen kleinen Gottesdienst. Mit mehreren Lautsprechern wurden die Gottesdienste übertragen. Stellvertretend für die gesamte Region und dem Aufsichtsrat der Kreisaltenpflege nahm Landrat Dr. Michael Koch teil.

Der Gewerbeverein Niederaula hat gemeinsam mit zahlreichen Mitgliedern Geschenktaschen für die rund 180 Mitarbeiter zusammengestellt und gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Rohrbach am Samstagnachmittag übergeben: "Ausgerechnet dort, wo die älteren, schutzbedürftigen Mitglieder unserer Gemeinde vorbildlich und mit größter Sorgfalt gepflegt werden, hat jetzt dieser unsichtbare Feind Einzug gehalten. Von mehreren Seiten wurde an uns herangetragen, unter welchen schweren Bedingungen die Mitarbeiter des Kreisaltenheimes derzeit ihren täglichen Aufgaben nachgehen und wie hoch die psychische Belastung ist. Niemand, der es nicht selbst erlebt hat, kann wohl nachvollziehen, was es bedeutet in einem solchem Umfeld zu arbeiten. Zum einen ist da die Angst, diejenigen zu infizieren, die man ja eigentlich beschützen soll und andererseits die Furcht, selbst zu erkranken.

Übergabe der Ostergeschenke an das Personal ...Fotos privat

Unser Mitglied Susanne Neuwirth hat daher dem Vorstand des Gewerbevereines den Vorschlag gemacht, eine Spenden-Aktion für die Mitarbeiter des Kreisaltenheimes zu starten, um sie zu unterstützen und unsere Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Alle waren sofort begeistert von dieser Idee und wir begannen sofort mit den Planungen und Vorbereitungen", schreibt Thomas Lohr vom Gewerbeverein Niederaula.

Dabei wurde der Verein in seinem Anliegen noch nachdrücklich bestärkt, als die Mitglieder davon erfuhren, dass Mitarbeiter der Einrichtung von Angehörigen der Bewohner verbal angegriffen worden sind. Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass sich Bürgermeister Thomas Rohrbach und Landrat Michael Koch in öffentlichen Aufrufen gezwungen sahen, sich schützend vor die Belegschaft des Heimes zu stellen.

"Auch wir verurteilen die Attacken auf die Pflegerinnen und Pfleger aufs Schärfste. Wir sind geradezu fassungslos, dass ausgerechnet diejenigen, die derzeit unter widrigsten Umständen ihre schwierige Aufgabe mit bewundernswerter Leidenschaft erledigen, zum Opfer solcher Aktionen werden. Wir haben vollstes Verständnis für die Trauer von Angehörigen, aber solche Angriffe auf das Pflegepersonal sind nicht akzeptabel", schreibt der Gewerbeverein weiter.

"Der Gewerbeverein Niederaula steht geschlossen hinter den Mitarbeitern des Kreisaltenheimes und wir möchten dies mit unserer Spende zum Ausdruck bringen. Auch, wenn derzeit einige Mitgliedsbetriebe unseres Gewerbevereins durch Corona selbst in schwieriges Fahrwasser geraten sind, und ums Überleben kämpfen, wollen wir dennoch ein Zeichen setzen. Gerade in schwierigen Zeiten müssen wir alle zusammenstehen und verhindern, dass Einzelne einen Keil zwischen uns treiben. Wir wissen zu schätzen, was die Mitarbeiter des Kreisaltenheimes Niederaula derzeit leisten und sind ihnen von ganzem Herzen dafür dankbar", schreiben die Mitglieder.

Daher wurde für jeden der 180 Mitarbeiter eine Tasche gepackt mit Nervennahrung, Gutscheinen und jeweils einer Isolierkanne. Für die Stationen haben wir 40 Pfund Kaffee, 24 Kaffeekannen, 20 Blumengestecke, 200 waschbare Gesichtsmasken und zehn Schutzvisiere sowie zwölf Flaschen Desinfektionsmittel und Papierhandtücher organisiert. "An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank an alle Spender, schreibt der Gewerbeverein Niederaula abschließend. Am Karsamstag wurden die Tasche von einer kleinen Abordnung des Vereins übergeben. (Hans-Hubertus Braune / pm) +++


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