Spurensuche innerhalb der Polizei in Hessen. - Foto: Adobe Stock / Peter Maszlen

FULDA Jetzt spricht die Gewerkschaft der Polizei!

"Wenn es Nestbeschmutzer gibt, müssen sie unsere Organisation verlassen"

21.07.20 - "Wir sind keine rechtsradikale Polizei." Karsten Bech (55) und Martin Mohr (51) finden im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS deutliche Worte. Beide sind hauptberuflich Polizisten und engagieren sich im Vorstand der osthessischen Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bech sogar im Landesvorstand Hessen.

Der Skandal um Drohschreiben mit dem Absender "NSU 2.0" an Politiker, Journalisten und Prominente, deren Daten illegal von Polizeicomputern abgerufen wurden, belasten auch ihre Kollegen in den Landkreisen Fulda, Hersfeld-Rotenburg und Vogelsberg. An ein rechtes Netzwerk innerhalb der hessischen Polizei glauben sie hingegen nicht.

Fakt ist aber: "Wenn es Nestbeschmutzer in unseren Reihen gibt, dann müssen sie unsere Organisation verlassen und auch bestraft werden", fordert Mohr. "99,9 Prozent aller 15.000 hessischen Polizeibeamten sind Schutzleute mit Leib und Seele. Sie machen ihren Job gut, gerne und im Sinne des Rechtsstaats." Alle unter den Generalverdacht zu stellen, rechtsextrem zu sein, sei falsch und spiegele das wahre Bild absolut nicht wider. "Es gibt überall schwarze Schafe - und die müssen wir finden", stellt Bech, der auch Personalratsvorsitzender des Polizeipräsidiums Osthessen ist, klar.

"In jeder Uniform steckt ein Mensch und kein Rassist!"


"Wir sind keine rechtsradikale Polizei." ...Fotos: Christian P. Stadtfeld

Die Polizei müsse als Freund und Helfer in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, nicht als eine kriminelle Organisation, die Themen vertuschen will. "Das ist auch nicht so. In jeder Uniform steckt ein Mensch, kein Rassist und kein Rechter. In der Bevölkerung wollen wir Vertrauen genießen, und das lassen wir uns nicht von den 0,1 Prozent nehmen, die sich nicht an die Grundprinzipien der Polizei halten: freundlich, fair, transparent und rechtsstaatlich sein."

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr seien die Kollegen zum Wohle der Gesellschaft und in allen Lebenslagen im Einsatz. "Bleiben wir mal in Osthessen: Hier gibt es genug Beispiele, bei denen die Polizei kürzlich mit Positiv-Nachrichten aufgefallen ist: da ist der Polizei-Einsatz auf der A7, bei dem Kollegen einem 91-jährigen Senior geholfen haben, oder auch die Suche nach der verlorenen gegangenen Zahnprothese im Müllcontainer." OSTHESSEN|NEWS berichtete. "Bei allem Guten lastet aber der Generalverdacht auf uns - und deshalb braucht es Ermittlungsergebnisse und Lösungen, damit vertrauliche Daten nicht missbraucht werden."

Rückdeckung der GdP-Osthessen für die Polizeiführung


Die osthessische GdP-Spitze im Gespräch mit ...

Beide Gewerkschafter stellen sich auch hinter Ex-Landespolizeipräsident Udo Münch, der nach zehn Jahren im Amt vergangene Woche seinen Hut als oberster Polizist in Hessen genommen hat und damit die Verantwortung in diesem "NSU 2.0"-Skandal trägt, zumindest vorerst und ob berechtigt oder nicht. "Udo Münch hat Polizeiarbeit gelebt. Und er hat die hessische Polizei geprägt, und zwar von der Spitze im Ministerium bis zum Streifenbeamten auf der Straße", macht Bech deutlich. "Alles war er zur Aufklärung hätte beitragen können, hätte er auch getan. So einen Abgang hat er nicht verdient." Gleiches gilt für den osthessischen Polizeipräsidenten Günther Voß, dem - so der GdP-Mann weiter - eine "lückenlose Aufklärung absolut wichtig ist" und der in seinem Bereich alles daran setze, dass die Behörde sauber sei. "Niemand hat ein Interesse daran, etwas im Dunkeln zu lassen. Weder in Wiesbaden noch hier in Fulda."

Die GdP fordert nach dem wiederholten Missbrauch, dass Fingerabdrucksensoren an den Polizeicomputern eingeführt werden. Mit dieser Technik sollten die Standardarbeitsplätze auf den Dienststellen ausgerüstet werden. "Dies wäre zum einen eine Vereinfachung der Anmeldeprozedur und zum anderen eine wirklich sichere Methode, um zu verhindern, dass Dritte mit meinen Zugangsdaten Systemabfragen durchführen können", erklärt GdP Hessen-Chef Andreas Grün. Auch Bech und Mohr begrüßen diese Initiative: "Es darf kein Sicherheitsleck geben." (Christian P. Stadtfeld) +++


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