Auf der Wasserkuppe herrschte am vergangenen Wochenende Chaos: Das soll nun mit der Sperrung der Parkplätze am Wochenende verhindert werden - Fotos: O|N

REGION Kommentar von Miriam Rommel

Gesperrte Parkplätze in der Rhön: Es gibt Schlimmeres!

09.01.21 - "Merkt Ihr noch was? Bald dürfen wir unsere Häuser gar nicht mehr verlassen. So was gab es schon mal in Deutschland, nämlich vor rund 80 Jahren." (Ein Facebook-User zu den am Wochenende gesperrten Parkplätzen in der Rhön). In den sozialen Medien kochen die Emotionen derzeit mal wieder hoch. Der Grund: Der Landkreis Fulda hat sich dazu entschlossen, Massenansammlungen von Touristen samstags und sonntags an den bekannten Hotspots zu verhindern.

Die Antwort von so manchem Internet-User folgte auf dem Fuß: Es werden die beliebten Nazi-Vergleiche ausgepackt oder auf die Tränendrüse gedrückt. Von "Stacheldraht um die Rhön" oder "Ihr werdet sehen, bald schießen die auf uns!" lässt die Absurdität kaum etwas vermissen. Andere bemängeln, dass "unseren Kindern auch noch der letzte Rest Freiheit genommen wird!"

Es geht um die Eindämmung der Pandemie- nicht darum, Menschen zu ärgern

Viele hielten sich nicht an die bestehenden Regeln ...

Kommentar reiht sich an Kommentar. Wenn man die neue Verordnung nicht kennen würde und diese Ergüsse liest, (Parkplätze, beispielsweise an der Wasserkuppe oder dem Grabenhöfchen werden am Wochenende in der Zeit von 9 bis 16 Uhr gesperrt), könnte man denken, der Rhönausflug sei von den Behörden plötzlich unter Todesstrafe gestellt.


Logische Konsequenz

Vergessen ist die Tatsache, dass man noch wunderbar unter der Woche auf Hessens momentan beliebtesten Berg kann, und dort sowieso nur die Parkplätze (am Wochenende) gesperrt sind. Auch scheint es plötzlich nur noch da Schnee zu geben, wo scheinbar das halbe Bundesland am vergangenen Wochenende seine Freizeit genoss. Denn ja, so war es: Fahrzeuge, nicht nur aus Fulda, reihten sich dicht an dicht. Besucher kamen aus dem Main-Kinzig-Kreis, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsbergkreis oder Frankfurt. Einige kamen sogar aus Bayern, andere sonst woher.

Es gab Touristen, die mit Fahrzeugkolonnen anrollten: Vier oder fünf Familien, teilweise bis zu 30 Personen, die sich im Schnee trafen. Vergessen waren die geltenden Kontaktbeschränkungen, vergessen oftmals auch das normale Benehmen. Anwohner der Freizeitziele mussten sich über vermüllte Wiesen, zugeparkte Rettungsgassen oder Exkremente in den Vorgärten ärgern.

Entspannt Euch!

Der Landkreis und die betroffenen Gemeinden baten in den vergangenen Wochen wiederholt um Einsicht -und vor allem Rücksicht. Gekümmert hat es die Freizeithungrigen wenig. Nun folgt eben die Konsequenz. Deswegen auf den Schneespaß verzichten, muss allerdings niemand. Es gibt Hunderte schöne Ecken in der Rhön, die nach wie vor angefahren werden können: nicht nur die (bisher) völlig überlaufene Wasserkuppe. (Miriam Rommel) +++


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