Es wird vermutet, dass es im Zusammenhang mit Impfungen von Biontech und Pfizer zu Herzmuskelentzündungen kam. - Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

REGION Vorfälle nach Biontech-Impfungen

Herzmuskelentzündung: "Vorteile überwiegen Risiken der Impfung nach wie vor"

07.06.21 - Seit Monaten ist Israel das Land, dass am häufigsten mit dem Impfstoff Comirnaty der Hersteller Biontech und Pfizer impft. In Israel haben bereits 5,5 Millionen Menschen die Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Das israelische Gesundheitsministerium hat auch deswegen so schnell den Impfstoff erhalten, weil man mit der Herstellerfirma einen Vertrag ausgehandelt hat, der ermöglicht, die Daten der Patienten zügig zu Studienzwecken auszutauschen.

Nun hat man bei mehr als 5 Millionen Impfungen 275 Fälle einer sogenannten Herzmuskelentzündung feststellen können. Die Anzahl der betroffenen scheint höher zu sein als in der Normalbevölkerung, die man zum Vergleich heranzieht. Daher sieht man in der Impfung einen möglichen Auslöser. Die Fälle wurden im Zeitraum vom Dezember bis Mai beobachtet. Die Fälle seien vor allem nach der zweiten Dosis bei jungen Männern aufgetreten. Die meisten Betroffenen waren zwischen 18 und 30 Jahre alt. Laut der israelischen Gesundheitsbehörde sei ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Herzmuskelentzündung noch nicht bewiesen. Aus diesem Grund prüfe man die aufgetretenen Fälle genauestens.

Mehrzahl der Verläufe komplikationslos

Archivfoto: O|N / Hendrik Urbin

Die Mehrzahl der beobachteten Fälle der Herzmuskelentzündung verliefen für die Betroffenen glücklicherweise komplikationslos. Zwei Menschen sind an den Folgen der Myokarditis gestorben. Normalerweise heilt eine Myokarditis innerhalb weniger Wochen ohne Komplikationen ab. Statistisch sei aktuell ca. 1 Fall bei 50.000 Geimpften zu erwarten. In der EU hat man aktuell 1 Fall pro 175.000 Impfungen beobachtet, was auch darauf zurückzuführen ist, dass die betroffenen Altersgruppen noch nicht so häufig eine Impfung erhalten haben. In den USA konnte man auch vereinzelt Fälle bei mit Moderna geimpften jungen Männern beobachten. Die Virologin und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt Sandra Ciesek setzte die Zahlen in Relation zum gewöhnlichen Auftreten einer Herzmuskelentzündung ohne Impfung: "Man vermutet, dass bei Männern ungefähr sechs von 100.000 pro Jahr eine Myokarditis entwickeln. Bei Frauen sind es vier pro 100.000 pro Jahr. Das ist gar nicht so selten, wenn man es hochrechnet."

Die Gründe für die selten aufgetretenen Fälle einer Herzmuskelentzündung sind noch völlig unklar. Einige Forscherinnen halten sogar für möglich, dass man durch Öffnungen einfach wieder einem höheren Spektrum an gewöhnlichen Krankheitserregern ausgesetzt sei. Eine Myokarditis ist eine Erkrankung des Herzmuskels, die meistens durch Viren ausgelöst wird. Typischerweise folgt sie einer Infektion der Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts. Auch nicht durch Viren ausgelöste Formen, zum Beispiel durch Autoimmunerkrankungen sind bekannt. Sie kann völlig beschwerdefrei oder mit Abgeschlagenheit und Leistungsknick auffallen. Das macht das Erkennen der Krankheit schwierig, denn die Symptome werden auf den ursächlichen Infekt geschoben. Treten bei jungen Männern nach einer Impfung mit einem mRNA-Impfstoff Schmerzen in der Brust oder Luftnot auf, oder die Abgeschlagenheit besteht auffällig lang sollte man jedoch einen Arzt zurate ziehen. (Adrian Böhm) +++


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