Am Montag kam es in ganz Hessen zu Durchsuchungen und Festnahmen - Symbolfoto: O|N/Jonas Wenzel

REGION Peter Beuth: "Großes Lob an die Ermittler"

Mehr als 60 Festnahmen in Hessen: Schlag gegen organisierte Kriminalität

08.06.21 - Nach den polizeilichen Durchsuchungen am Montag (O|N berichtete), gibt es nun mehr Details: Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und das Bundeskriminalamt (BKA) sowie das Hessische Landeskriminalamt (HLKA) und das Zollfahndungsamt Frankfurt am Main (ZFA) haben am Montag im Rahmen einer bundesweit und international konzertierten Aktion strafprozessuale Maßnahmen gegen Personen und Personengruppen durchgeführt, die im Verdacht stehen, unter Nutzung von verschlüsselten Kommunikationsnetzwerken und Endgeräten schwerste Straftaten im Bereich der organisierten Kriminalität begangen zu haben.

Die Beschuldigten stehen insbesondere im Verdacht, unerlaubt Handel mit Betäubungsmitteln und Waffen unter Nutzung von verschlüsselten Kommunikationsnetzwerken (sogenannten Kryptonetzwerken) und Endgeräten (sogenannten Kryptohandys) betrieben zu haben.

Bei Kryptohandys handelt es sich um zumeist speziell präparierte Smartphones, auf denen ausschließlich eine spezielle App zur verschlüsselten Kommunikation mit anderen Kryptohandys des gleichen Anbieters installiert ist, u.a. um die entsprechende Kommunikation abhörsicher zu machen und damit einer möglichen Strafverfolgung zu entziehen.

Ein Ermittlungsverfahren richtet sich gegen eine Gruppierung aus dem Main-Kinzig-Kreis mit derzeit insgesamt 19 Beschuldigten im Alter von 25 bis 37 Jahren, die u.a. im Verdacht stehen, bandenmäßig mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge Handel getrieben zu haben. Im Zuge der gestrigen Maßnahmen wurden Durchsuchungsbeschlüsse für über 30 Objekte der mutmaßlichen Tätergruppierung in Frankfurt am Main, Hanau, Friedberg, Offenbach, Mainz und Krefeld sowie im Main-Kinzig-Kreis, Wetteraukreis, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis, Landkreis Darmstadt-Dieburg und im Kreis Bergstraße vollstreckt.

Viele Autos wurden sichergestellt Fotos (3): Hessisches Landeskriminalamt

Auch eine Cannabis-Plantage wurde entdeckt

Sichergestelltes Bargeld

Die Beschuldigten wurden vorläufig festgenommen. Gegen fünf der Beschuldigten bestehen Haftbefehle des Amtsgerichts Hanau, die im Laufe des heutigen Tages insgesamt drei Beschuldigten verkündet worden sind bzw. noch verkündet werden. Zwei der Beschuldigten wurden auf der Grundlage von Europäischen Haftbefehlen in den Regionen Alicante und Malaga (Spanien) festgenommen. Gegen diese beiden Beschuldigten soll nun die Auslieferung nach Deutschland erfolgen. Drei weitere Beschuldigte werden heute im Laufe des Tages dem Haftrichter in Hanau vorgeführt werden.

Für das bandenmäßige unerlaubte Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie das bandenmäßige unerlaubte Einführen und Herstellen von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sieht das Betäubungsmittelgesetz jeweils einen Strafrahmen von fünf bis 15 Jahren Freiheitsstrafe vor.

Rund 1.500 Beamte im Einsatz

Insgesamt waren an den gestrigen Maßnahmen in Hessen zur Vollstreckung von Durchsuchungsbeschlüssen in über 130 Objekten sowie insgesamt mehr als 60 Festnahmen annähernd 1.500 Einsatzkräfte beteiligt. Dabei konnten insgesamt mehr als 120 kg Marihuana, 25 kg Haschisch und über 6.000 Cannabis-Pflanzen, 3 kg Heroin, ca. 1 kg Kokain und 100 kg Streckmittel, über 30 kg Amphetamin und 15 Kanister Amphetaminbase sowie über 20 Waffen und mehrere Schusswaffen sichergestellt werden. Zudem konnten über 30 hochwertige Fahrzeuge und Bargeld in Höhe von 250.000 Euro beschlagnahmt werden. Auch konnten über 70 IT-Geräte sichergestellt werden, die nun digital-forensisch ausgewertet werden.

Der hessische Innenminister Peter Beuth lobt die Arbeit der Ermittler Archivfoto: O|N

Statement des Hessischen Innenministers Peter Beuth: "Diese konzertierte Aktion ist ein bedeutender und nachhaltiger Schlag gegen die Schwere und organisierte Kriminalität in Deutschland und weltweit. Den Sicherheitsbehörden ist es mit den großangelegten Maßnahmen gelungen, Licht in das Dunkel krimineller Netzwerke, deren Vorgehen und Taten zu bringen. Allein die hessische Polizei hatte unter der Leitung des Hessischen Landeskriminalamt rund 1.500 Beamtinnen und Beamte im Einsatz und durchsuchte mehr als 100 Objekte. Angesichts des immensen weltweiten Koordinierungsaufwands und des durchschlagenden Ermittlungserfolgs, gebührt den beteiligten Ermittlern großes Lob. Die Experten des HLKA werden aus den gestrigen Maßnahmen sicher weitere wertvolle Erkenntnisse gewinnen, um den illegalen Drogen- und Waffenhandel in Deutschland gezielt zu bekämpfen. Die Botschaft an Kriminelle ist unmissverständlich: Die Sicherheitsbehörden sind wachsam und arbeiten weltweit eng zusammen, um Straftäter aus der Anonymität zu reißen." (pm) +++


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