FULDA Ältester und größter Vorzeigestandort

Doppelgeburtstag bei der Bahn: 30 Jahre ICE, 25 Jahre DB-Trainingssimulator

16.06.21 - "Ich wollte schon als Junge Lokführer werden", sagt Christof Grösch, während er im Führerhaus seines ICE sitzt, den er gerade durch den Landrückentunnel rauschen lässt. Dass er sich seinen kindlichen Berufswunsch tatsächlich erfüllt hat, bereut er bis heute nicht. Doch er ist mit dem Intercity-Express nicht wirklich auf dem Weg nach Würzburg, sondern sitzt in einer großen Halle der Deutschen Bahn neben der Richthalle hinter dem Bahnhof in einem grauen Kasten auf Stelzen. Hier an diesem Standort gibt es die größte Konzentration von DB-Fahrtrainingssimulatoren in ganz Deutschland, ganze fünf an der Zahl, an denen jedes Jahr immerhin 24.000 Lokführer ihre vorgeschriebenen Trainingseinheiten absolvieren. Und dieser Tage feiert nicht nur der ICE seinen 30. Geburtstag, sondern auch der Fahrsimulator, der vor 25 Jahren in Fulda etabliert wurde.

Im Cockpit des Simulators: Lokführer und Ausbilder Christof Grösch Fotos: Carina Jirsch

Das ist der erste Simulator, der 1996 seinen Dienst versieht und intern liebevoll "das ...

Von links: Christof Grösch, Holger Schulze, Reymund Weitzel und Bernhard Diel ...

DB-Gebietsleiter Raimund Weitzel

Daran erinnert sich Christof Grösch: die erste Stunde auf dem nagelneuen Simulator ...

Grösch hat zu diesem Anlass sein altes Stundenbuch rausgekramt, da steht es schwarz auf weiß: am 7. Mai 1996 hat er seine erste "Fahrstunde" auf dem nagelneuen Simulator absolviert, er erinnert sich genau an sein Staunen, dass die Technik im virtuellen Führerstand die tatsächlichen Bedingungen wirklich eins zu eins simulieren konnte. Inzwischen bildet Grösch seine Bahn-Kollegen auf dem Trainingssimulator aus und fährt nur noch selten auf echten Schienen. 

Auch Holger Schulze ist Ausbilder im Simulatiorenzentrum

O|N-Kameramann Klaus Dehnhard fährt mit auf der virtuellen Lok

Als 1991 die ersten ICE in Betrieb genommen wurden, mussten die 2.400 Zugführer für diese die technisch aufgerüsteten Hochgeschwindigkeitszüge eigens "ertüchtigt" werden. "Das konnte aber nicht im normalen Fahrbetrieb stattfinden, das wäre viel zu gefährlich gewesen", erklärt Reymund Weitzel, DB-Gebietsleiter in Fulda. "Auch Störfälle konnte man nicht auf der Strecke üben, denn die hätte dafür ja gesperrt werden müssen, was jedes Mal den Fahrplan ausgehebelt hätte." Ein Segen also, dass die Simulationstechnik auf so hohem Niveau war, dass sie völlig gefahrloses Üben sowohl des regulären als auch des gestörten Fahrbetriebs der Bahn nachbilden konnte. Anders als beim Autoführerschein, den man nur einmal machen muss, gilt es bei den Chefs und Chefinnen  im Cockpit der Bahn, sich jedes Jahr weiterzubilden und jede Menge neuen Stoff zu lernen. Das notwendige technische Verständnis und Wissen  über die meist hochkomplexen Betriebsabläufe wird hier geübt und einmal jährlich geprüft. So kommen locker 60.000 Trainingsstunden zusammen und das Trainingszentrum in Fulda arbeitet  von morgens um sechs bis in die Nacht um 23 Uhr an sechs Tagen der Woche.

Die Simulationstechnik war in der Bundesrepublik damals ein absolutes Novum und Fulda profitiert bis heute vom Einsatz der mittlerweile 59 ICE und dem Simulatiorenstrainingscenter. Davon gibt es mittlerweile zehn weitere von Hamburg bis München über die ganze Republik verteilt, doch das größte ist und bleibt in Fulda und das wird seinen sinnvollen und effektiven Dienst sicher noch für weitere Generationen von Lokführer:innen leisten. (Carla Ihle-Becker) +++


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