Vorne von links Paul Kühle und Silas Kropf vom Vorstand des Vereins CSD Hanau, links hinten Andreas Herchenröther (Technischer Leiter bei der HPG) und rechts HPG-Geschäftsführer Markus Henrich - Foto: Hanauer Parkplatz GmbH

HANAU (K)Ein Zeichen für Toleranz

Das ging mächtig nach hinten los: Vielfalt-Parkplätze sorgen für Empörung

02.10.21 - Eine Aktion der Hanauer Parkhaus Gesellschaft (HPG) ging, zumindest in den Sozialen Medien, mächtig nach hinten los. Das war geschehen: In der vergangenen Woche weihten Stadtrat Thomas Morlock, zeitgleich Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Parkhausgesellschaft, HPG-Geschäftsführer Markus Henrich sowie Silas Kropf und Paul Kühle vom Vorstand des Vereins Christopher Street Day Hanau (CSD) drei "Vielfalt-Parkplätze" in der Tiefgarage "Am Markt" ein.

Über dem Parkhaus flatterten am Donnerstag zwei Regenbogenflaggen der Bewegung von Lesben, Schwulen, Bi- und Intersexuellen sowie Queer- und Transgender-Menschen. Vor Ort dankten Silas Kropf und Paul Kühle vom Vorstand des CSD den HPG für die "gute Idee für mehr Offenheit und Sicherheit" zu Gunsten von Menschen mit eigener, nicht-heterosexueller Identität.

Mit einem Schild an den "Vielfalt-Parkplätzen" weist die HPG darauf hin, dass sie damit ihre Überzeugung für Toleranz und gegen Hass ausdrücke. Wo es technisch umsetzbar sei, wolle man Stellplätze für alle Autofahrer komfortabel und kameraüberwacht einrichten. Gleichzeitig sollten diese Parkplätze insbesondere Menschen zur Verfügung stehen, "die einen besonderen Bedarf nach Schutz und Sicherheit im öffentlichen Raum haben".

Ein großer Teil der Facebook-Community fasste diese Botschaft weniger gut auf. "Muss ich jetzt ein Transgender sein, um auf einem sicheren Parkplatz stehen zu dürfen? Was ist mit den Frauen, den Rentnern, den alleinerziehenden Müttern? Zahlen die nicht alle die gleichen Parkgebühren?", heißt es beispielsweise in einem Post. "Das Gegenteil von gut gemeint" steht darunter. "Ich dachte, die anderen wollen nur gleich behandelt werden, jetzt merke ich aber, es rückt immer weiter davon ab. Sie wollen gar nicht normal sein. Sie möchten lieber eine Sonderbehandlung haben. Das geht gar nicht." Ein Mann schreibt: "Früher musste man über sowas gar nicht reden, sondern hat einfach tolerant gelebt. Das Thema wird bis zur Unerträglichkeit breitgetreten, man hat das Gefühl, sich gegenseitig überbieten zu wollen. Es nervt. Erst dadurch kippt die Stimmung."

Der CSD Hanau bezog zu den Vorwürfen nun Stellung: "Die Aktion und die dahinterstehende Botschaft werden missverstanden. Es geht, entgegen der Annahme vieler Kommentator*innen in Social Media, eben NICHT darum, dass bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen, um diese Parkplätze nutzen zu dürfen. Alle Personen, die auf diese Art und Weise Position gegen Hass und Ausgrenzung beziehen wollen, können ihr Auto dort abstellen, ebenso wie diejenigen, die ein besonderes Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit im öffentlichen Raum verspüren." Außerdem entstehe der Eindruck, dass sich viele Menschen einfach um der Empörung willen empören wollten.  "Es braucht den weiteren Dialog, sodass wir miteinander statt übereinander sprechen und uns dabei gegenseitige Wertschätzung und eine menschenfreundliche Grundhaltung gegenüberbringen. In der hier beschriebenen Debatte kam dies leider noch zu wenig zum Vorschein." (mr) +++


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