Deutschlands zweitbeste Tischtennis-Mannschaft: Hinten von links Lana Götz, Lea-Maria Wahl, Amelie Christen, Anna Eifert - vorn Celine Krah, Laura Bernhard, Mathilda Greb - Fotos: privat

LAUTERBACH Tischtennis - Jugend trainiert für Olympia

Mädchen der Alexander-von-Humboldt-Schule sind Deutscher Vizemeister

02.06.22 - Dass sie gut sind, wusste man schon lange. Regelmäßig belegen die Mädchen der Schulmannschaft der Alexander-von-Humboldt-Schule die ersten Plätze bei Regional- und Landesentscheiden. Auch auf Bundesebene durften Schulteams der AvH ihr Bundesland in der jeweiligen Altersklasse schon ab und an vertreten. In diesem Jahr konnte sich die Mädchen-Mannschaft allerdings über einen riesengroßen Erfolg freuen: Anfang Mai reiste als Vizemeister vom Bundesentscheid nach Hause. 

Mit ihr freut sich neben der Schulgemeinde auch die Hessische Landesregierung, die Glückwünsche ausrichten ließ. Die gab es natürlich auch von der Schulleitung. "Die ganze Schulleitung ist begeistert von euch", so Gritta Holloch im Rahmen eines kleinen Interviewtermins. Die Schulleiterin berichtete davon, wie am Wettkampftag die jeweiligen Spielstände, Platzierungen und Erfolge ihres Schulteams über den Monitor flimmerten und alle mitfieberten, als die Mädchen im Berliner Horst-Korber-Sportzentrum den Sieg kämpften. 

Ohne Vereine aus dem Vogelsberg undenkbar

"Das hat offensichtlich was gebracht", strahlte Holloch mit den Mädchen und ihrer Begleiterin Kirstin Muche um die Wette. Gleichzeitig unterstrich die Schulleiterin, dass dies ein Gemeinschaftserfolg war. Ohne die hiesigen Vereine, in denen die Mädchen trainieren, ist ein solcher Erfolg undenkbar. Die jungen Sportlerinnen trainieren bei der TTG Vogelsberg, in Herbstein und beim TV Landenhausen.

Ob sie sich große Chance ausgerechnet hätten, als sie als hessische Vertretung in die Landeshauptstadt fuhren, verraten die Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren nicht. "Dabei zu sein, wäre allein schon toll gewesen", sind sie sich einig. Sie waren beeindruckt von der riesigen Halle, der Show am Abend, der Preisverleihung, den Kontakten, die sie knüpfen konnten - dem ganzen Ambiente. "Eine krasse Erfahrung", sagten sie. 

An 48 Tischen gleichzeitig: Riesige Halle ein einziges Tischtennisfeld

Sehr gut gespielt haben die jungen Sportlerinnen dann aber auch. An 48 Tischen gleichzeitig wurden die Entscheide in den unterschiedlichen Wettkampfklassen ausgetragen - die große Halle war ein einziges Tischtennisfeld. Die Mädchen  der Alexander-von-Humboldt-Schule spielten ihre Einzel und Doppel herausragend und achteten bei den Besetzungen auch selbstständig darauf, dass keine von ihnen auf der Bank bleiben musste. Lediglich dem Team aus Schleswig-Holstein mussten sie sich schließlich geschlagen geben.

"Diese Mannschaft kommt von einer Sportschule, trainiert viel häufiger als wir und war haushoher Favorit, weil sie extrem stark ist und einfach höchstklassiges Tischtennis spielt", berichten die Mädchen, die ihren Kontrahentinnen den Sieg offenbar gönnen können. Im Halbfinale hatte sich das Team aus Lauterbach gegen die Vertretung Baden-Württenbergs behauptet.

Stolz auf den Erfolg und das professionelle Verhalten der Mädchen

Über den Erfolg und das professionelle Verhalten der Mädchen freuten sich auch Kirstin Muche und Jennifer Lomp, die das Team in Lauterbach begleiteten. "Sportlich konnten wir die Mannschaft zwar nicht unterstützen, dafür sind sie selbst viel zu gut und coachen sich gegenseitig", so Muche, "aber wir waren für die Organisation und ein wenig für das Mentalcoaching zuständig". Sie ist stolz, mit dieser erfolgreichen Vertretung unterwegs sein zu dürfen.

Gemeinsam erlebten sie die Siegerehrung und die große Siegerparty, die in der Max-Schmeling-Halle über die Bühne ging. Alle Siegerehrungen des Wettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" wurden dort vorgenommen, alle Mannschaften auf den Medaillenrängen, alle Sportarten geehrt - rund 3.500 Menschen feierten hier gemeinsam. "Das war ein tolles Erlebnis. Gerade nach den Jahren, in denen gar nichts stattfand", so die Mädchen, die seit ihrer Qualifikation in 2020 zwei Jahre auf den Einsatz im Bundesentscheid warten mussten. Kein Wunder, dass ihnen der Spaß und die Freude über den Erfolg noch immer anzumerken sind.

Auch für ein paar Runden durch die Hauptstadt blieb der Gruppe noch Zeit. Sie besichtigte viele Orte - zum Beispiel die East Side Gallery, genossen den Ausblick vom Olympia-Turm, shoppten im KaDeWe und wurden in die Hessische Landesvertretung eingeladen. So war auch das Rahmenprogramm nicht von schlechten Eltern - und der zweitbesten Mannschaft Deutschlands, die aus Hessen, genauer gesagt aus Lauterbach kommt, durchaus würdig. Den Urkunden und Medaillen fügte die Alexander-von-Humboldt-Schule noch ein Geschenk als Anerkennung hinzu. "Wir sind stolz, dass unsere Schule das ganze Bundesland so erfolgreich vertreten hat", schloss Schulleiterin Holloch. (pm) +++


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