Die Gewerkschaft Verdi fordert die Mitarbeiter am UKGM auf, ihre Arbeit am Mittwoch und Donnerstag niederzulegen. - Symbolbild: O|N / Carina Jirsch

GIESSEN / MARBURG Geschäftsführung sieht "keine Grundlage"

Streit am Uniklinikum Gießen-Marburg: Verdi ruft Mitarbeiter zum Streik auf

20.07.22 - Die Differenzen am Uniklinikum Gießen-Marburg (UKGM) gehen in die nächste Runde: Die Gewerkschaft Verdi ruft nun die nicht-ärztliche Belegschaft in Gießen am 20. und 21. Juli zum Streik auf. Ziel sei ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung. Bereits in der vergangenen Woche rief Verdi die Mitarbeiter am Standort in Marburg auf, ihre Arbeit niederzulegen. 

Doch von vorne: Der Betreiber, die Rhön AG bzw. Asklepios, ist aktuell im Clinch mit dem Land Hessen. Zur Diskussion steht, wer wie viel investiert, um die Zukunft des UKGM zu sichern. Derzeit wird zwischen den beiden Parteien ein neuer "Zukunftsvertrag" verhandelt (O|N berichtete bereits, siehe: "Mehr zum Thema"). Und dieser sei für die Gewerkschaft Verdi die Grundlage für einen erneuten Beschäftigungsvertrag. 

"Wollen nicht weniger, sondern mehr Personal"

"Der Streit mit dem Land wird auf dem Rücken der Kollegen ausgetragen. Der Arbeitgeber verweigert Tarifverhandlungen über Beschäftigungssicherung, Kündigungsschutz und Übernahme der Azubis. Dies ist ein Affront gegen alle Kollegen", erklärt die Gewerkschaft. "Wir brauchen klare Regelungen und dauerhaft sichere Arbeitsplätze. Fehlendes Geld auf Konzernseite führt immer zu Einsparungen zu unseren Lasten. Obwohl wir mehr Personal brauchen, weigert er sich die Übernahme der Azubis zu vereinbaren. Wir wollen nicht weniger, sondern mehr Personal", hieß es bereits bei dem Streik in Marburg vergangener Woche.

Nun soll auch die nicht-ärztliche Belegschaft in Gießen am Mittwoch und Donnerstag ihre Arbeit niederlegen. 

Geschäftsführung: "Sehen keine Grundlage"

Die Geschäftsführung des Uniklinikums Gießen-Marburg äußerte sich am Montagnachmittag zum geplanten Streik in Gießen: "In der jetzigen Situation, mitten in den Verhandlungen mit dem Land Hessen und immer noch ohne konkrete Ergebnisse, sehen wir keine Grundlage für einen solchen Beschäftigungstarifvertrag. Daher fordern wir unsere Beschäftigten auf, sich nicht an den Arbeitsniederlegungen am 20. und 21. Juli zu beteiligen", heißt es. 

Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Gunther K. Weiß: "Ein neuer "Zukunftsvertrag" mit dem Land Hessen wäre die Voraussetzung für einen erneuten Abschluss eines Beschäftigungstarifvertrages, wie ihn Geschäftsführung und Gewerkschaft Verdi schon 2018 abgeschlossen hatten. Mit einem neuen "Zukunftsvertrag" würde gelten, dass alle Gewinne des UKGM am Uniklinikum blieben und wieder investiert würden. Auch betriebsbedingte Kündigungen sowie Ausgliederungen von Abteilungen wären dann auch weiterhin ausgeschlossen. Ohne einen solchen neuen "Zukunftsvertrag" jedoch fehlt dafür die wirtschaftliche Grundlage."

Es bleibe, unabhängig von allen Verhandlungen, das gemeinsame Ziel, dauerhaft sichere und attraktive Arbeitsplätze anzubieten und zu schaffen. "Ein Streik am UKGM nützt dabei aber niemandem, nicht unseren Patienten und auch nicht unseren Beschäftigten."

Gespräche über Notdienstversorgung

Laut Aussagen des Uniklinikums befinden sich die Geschäftsführung und die Gewerkschaft Verdi aktuell in Gesprächen über eine Notdienstvereinbarung, in der eine Mindestpersonalbesetzung für die bestreikten Bereiche geregelt werden soll, um die Versorgung der Patienten und den Schutz ihrer Gesundheit zu jeder Zeit zu gewährleisten. (ld) +++


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