Nach dem Tod von Ihrer Majestät Queen Elizabeth II. ist die Trauer auch in Hessen groß. - Foto: Klaus W. Sitzmann

REGION "Sie war eine Respekt verdienende Person"

Trauer, Anteilnahme, Tränen und posthume Würdigungen zum Tod der Queen

10.09.22 - Bei einem Menschen, dem vergönnt ist, 96 Jahre alt zu werden, kann nicht die Rede davon sein, dass der Tod "plötzlich und unerwartet" kam. Und obwohl viele Menschen angesichts der Zerbrechlichkeit bei ihrem letzten öffentlichen Auftritt schon eine furchtsame Ahnung bekamen, stellt der Tod von Queen Elizabeth II am Donnerstag einen tiefen Einschnitt dar - die Welt schien gestern Abend für einen Moment stillzustehen.

Nach dem Tod von Ihrer Majestät Queen Elizabeth II. ist die Trauer auch in Hessen groß. Um ihrer Anteilnahme Ausdruck zu verleihen, haben Bürgerinnen und Bürger ab sofort für die nächsten zehn Tagen Gelegenheit, sich in der Zeit von 8 bis 18 Uhr in ein Kondolenzbuch einzutragen. Dieses ist im Eingangsbereich der Hessischen Staatskanzlei ausgelegt. Im Anschluss werden die Kondolenzeinträge über das Britische Honorarkonsulat mit Sitz in Frankfurt dem britischen Königshaus übermittelt. Wir haben Menschen in Osthessen nach ihrer persönlichen Erinnerung an die britische Königin gefragt, die ihrem Land über 70 Jahre diente und die dienstälteste Monarchin der Welt war.

Donatus Landgraf von Hessen ist der Großneffe der Queen O|N-Archivbild

Donatus Landgraf von Hessen, der Großneffe von Queen Elizabeth II, bringt anlässlich ihres Todes sein großes Bedauern zum Ausdruck, auch im Namen des Hauses Hessen.

"Sie war eine unvergleichliche Persönlichkeit, die es verstand, die Herzen ihrer Untertanen und aller Menschen auch über die Landesgrenzen Großbritanniens hinweg zu gewinnen. Ich werde die häufigen Begegnungen mit der Königin vermissen."

Bridget Schreiner Foto: Stadt Fulda

Bridget Schreiner, britische Übersetzerin und Frau des Fuldaer Stadtbaurats

"Ich war gestern Abend noch ganz ahnungslos auf einem Elternabend, als ich auf einmal ganz viele Beileidsbekundungen auf dem Handy bekam. Irgendwie wussten wir ja alle, dass dieser Tag kommen würde. Im allerersten Moment habe ich gedacht: wie schön für sie, dass sie das Glück hat, an ihrem Lieblingsort umgeben von ihren liebsten Menschen ganz ruhig und friedlich einschlafen zu dürfen - ohne Krankenhausaufenthalt und Medienrummel. Auch für sie war es ja gerade eine schwierige Zeit, nach dem Tod des Duke of Edinburgh war ihr Leben nur noch die Hälfte wert. Sie war eine so Respekt verdienende Person, ein Zeichen der Beständigkeit, die über Jahrzehnte die Vielzahl ihrer Termine wahrgenommen hat und ihre Pflicht erfüllte - ohne Murren, ohne Eitelkeit und ohne Skandale. Sie hat so vielen Menschen Mut durch ihre Haltung gemacht und uns so viel gegeben."

Foto: Klaus W. Sitzmann

Fotograf Klaus Willem Sitzmann O|N-Archivbild

Foto: Klaus W. Sitzmann

Klaus Willem Sitzmann, Fotograf

"Ich gestehe, dass ich sehr traurig bin. HM Queen Elizabeth II ist tot. Die Momente, in denen ich der Königin nahe sein durfte, kann man nicht vergessen. Als Kind hatte auch ich schon große Augen, wenn sie im schwarzweißen TV zu sehen war. Wunderschön sah sie aus, wenn sie in der Kutsche mit Prinz Philip durch Londons Straßen fuhr, bejubelt von Tausenden auf den Gehwegen. Da war ich vier oder fünf Jahre alt. Später, in den Dresdner Jahren als Fotograf hatte ich dann persönliche Begegnungen mit Ihrer Majestät - in Frankfurt am Main und Berlin. Dort hatte ich die Ehre, bei einem Benefizkonzert für die Dresdner Frauenkirche Gast der Queen zu sein. Warum ich einer von 1.000 Gästen bundesweit war? Zu diesem Zeitpunkt war mein Bildband "Die Dresdner Frauenkirche - Dem Himmel näher" schon einige Tage im Buckingham Palast angekommen und von der Königin gesehen worden - ein persönliches Dankesschreiben zeugt davon. Es war ein aufregender Moment in Berlin, als die Königin die Philharmonie durch einen der Seiteneingänge betrat - mit dem lächelnden Prinzgemahl Philip hinter sich. Wo ich stand? In der Reihe der Offiziere - mittendrin. Ich hatte es dorthin geschafft, weil ich drei Tage zuvor in Dresden am Knie operiert worden war und nun mit blauen Krücken (oh weh: in den Farben ihres Hutes und Kostüms) unterwegs war. Wer wollte mir den Weg versperren? Die Königin kam immer näher und es knisterte im Nebeneingang. Mit ihrer Präsenz und Aura baute sie eine Spannung auf, die ich so noch nie erlebt hatte. In diesem Moment war ich einfach nur froh und dankbar, an diesem Ort und einem ganz besonderen Menschen - einer Königin - so nah zu sein. Dear Queen Elizabeth, rest in peace."

Rod Williams ist Brite und lebt seit vielen Jahren in Fulda O|N-Archivbild

Rod Williams, Brite und Englischlehrer, lebt seit vielen Jahren in Fulda.

"Über so viele Jahrzehnte hat die Queen einen 'good job' gemacht und das Land bestens repräsentiert. Viele Menschen sind traurig und betroffen. Die große Trauer jetzt in England ist für die zerstrittene Gesellschaft vielleicht auch eine Gelegenheit, sich wieder näherzukommen. Schon der Tod ihres Mannes war sehr traurig und hat vor allem für sie einen tiefen Einschnitt bedeutet. Es kommt ja bei älteren Paaren häufig vor, dass einer dem anderen schon bald nachfolgt. Aber es ist doch ein Trost, wenn man in so hohem Alter mental und körperlich noch so bei Kräften war und dann friedlich einschlafen darf."

Foto: Carina Jirsch

Carina Jirsch, Fotografin, lebte viele Jahre in Großbritannien

"Ein Fels in der Brandung ist von uns gegangen. Sie hat immer versucht, charmant zu kritisieren - das kam bei dem Volk immer gut an. Viele meiner Freunde sind gegen die Monarchie, trotz allem hatte die Queen bei ihnen immer einen besonderen Stellenwert. Sie hatte ein großes Herz, sie war menschennah - das wird den meisten Menschen in Erinnerung bleiben." (ci/nb)+++


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