Innerhalb weniger Tage ist in Alsfeld ein Containerdorf für Flüchtlinge entstanden. Dort sind bislang 75 Geflüchtete eingezogen. - Fotos: Luisa Diegel

ALSFELD Bereits 95 Flüchtlinge eingetroffen

Ankunftszentrum: "Dieses System wird in aller Kürze vor die Wand fahren"

01.12.22 - Seit dem 14. November bekommt der Vogelsbergkreis wöchentlich neue Flüchtlinge für das Ankunftszentrum in Alsfeld zugewiesen. Eine Mammutaufgabe, die der Kreis da stemmen muss. Denn innerhalb weniger Tage ist unterhalb der Hessenhalle ein Containerdorf entstanden - wo bislang 95 Geflüchtete eingetroffen sind. 

Platz ist in Alsfeld für insgesamt 420 Flüchtlinge, in 70 Wohncontainern. Der Kreis bekommt allerdings immer wöchentlich eine Zuweisung von etwa 20 bis 35 Personen. Auch wenn also Unterbringungskapazitäten im Ankunftszentrum noch vorhanden sind, stößt der Vogelsbergkreis personell an seine Grenzen: "Personal aus anderen Abteilungen unterstützt den Bereich Flüchtlingswesen, doch diese Ressource ist endlich", so die Pressestelle auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS.

"Auf Dauer nicht zu stemmen"

Vogelsberger Landrat Manfred Görig. Symbolbilder: O|N / Carina Jirsch

Vogelsberger Landrat Manfred Görig hatte sich bereits Ende Oktober zu den Entscheidungen der "großen Politik" kritisch geäußert: "Wir sind bald am Ende unserer Möglichkeiten", sagte er und forderte eine Begrenzung der Aufnahme von Flüchtlingen. Bis Weihnachten muss allein die Vulkanregion fast 460 Flüchtlinge - zusätzlich zu den Geflüchteten aus der Ukraine - aufnehmen. "Das ist auf die Dauer nicht zu stemmen. Wir können nicht die ganze Welt hier aufnehmen und versorgen." Dem stimmte auch Vize-Landrat Dr. Jens Mischak bei: "Wir sind nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten." Görig weiter: "Dieses System wird in aller Kürze vor die Wand fahren." 

Gemeinschaftsunterkünfte alle voll belegt

Doch erst einmal läuft in Alsfeld alles so weiter: Die 95 Personen sind aktuell noch alle im Ankunftszentrum untergebracht - noch niemand von ihnen konnte weiter in eine Gemeinschaftsunterkunft oder in Wohnungen untergebracht werden. "Gemeinschaftsunterkünfte sind seit mehr als zwei Wochen voll belegt", heißt es am Dienstagabend vonseiten des Kreises.

Fotos: Luisa Diegel

Deshalb sucht der Vogelsberg auch weiterhin dringend Immobilien, die als Gemeinschaftsunterkünfte für geflüchtete Menschen genutzt werden können und die kurzfristig zur Verfügung stehen. "Gerne können auch Objekte angeboten werden, die zum Verkauf stehen und bei denen die Eigentümer nicht selbst als Betreiber agieren wollen."

Für die angekommenen Flüchtlinge - bislang aus den Ländern Syrien, Afghanistan, Türkei, Iran, Irak, Russland - bleibt also vorerst das Ankunftszentrum der Lebenswohnraum. Bereits für nächste Woche wurden 27 weitere Flüchtlinge (ohne Ukraine) für Alsfeld angekündigt. (ld) +++


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