13.02.25 - "Konjunktur, Zinsen, Inflation und Aktienmarkt" - das waren die Themen des Kapitalmarktausblicks 2025 der Wirtschaftsjunioren Fulda. "Ein bewährtes Format", findet Uwe Marohn, Vorstandschef der Sparkasse Fulda. Das Kreditinstitut mit Hauptsitz am Buttermarkt war erneut Gastgeber. Über 100 Gäste folgten der Einladung.

Uwe Marohn, Mitglied des Vorstands der Sparkasse Fulda.

Michael Schaub von den Wirtschaftsjunioren Fulda.

Torsten Kramm, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Fulda

Ralf Umlauf, Leiter Floor Research der volkswirtschaftlichen Abteilung der Landesbank ...

Die Beteiligten zeigten sich mit der Resonanz zufrieden. Foto: Moritz Bindewald
Die Einführung in das Kapitalmarktjahr 2025 bot einen umfassenden Überblick über die aktuellen Marktbedingungen und eine fundierte Analyse der globalen Wirtschaftstrends. Diskutiert wurden Chancen, aber auch mögliche Risikofaktoren. Auch in diesem Jahr gab es wieder ein Gewinnspiel, bei dem die Schlusskurse von Indizes für den Vortag getippt wurden. Es siegte Alexander Pelz. Er bekam einen "Fuldaer Rucksack" überreicht.
"Bewegung ist Leben. Wer sich als Unternehmer nicht bewegt, der ist raus", sagte Marohn. Man dürfe nicht vergessen, dass es Investitionen gibt, die getätigt werden müssen, wenn man bestehen will. "Wer das nicht gut gemacht hat, ist das Unternehmen Bundesrepublik Deutschland", konstatierte er. Die "Agenda 2010" habe das Land nach Vorne gebracht, "dann war plötzlich Stillstand". Das Ergebnis zeige sich jetzt.
"Ich glaube, dass wir das schaffen"
Dennoch zeigt sich Sparkassen-Chef Marohn optimistisch. "Ich glaube, dass wir das schaffen - weil ich an Sie glaube, an die Kompetenz, die wir hier im Land haben. Die Unternehmerschaft ist stark und ich glaube an unsere Struktur. Ich glaube an den Mittelstand."
Für die Wirtschaftsjunioren begrüßte Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Michael Schaub die Gäste. Der Kapitalmarktausblick sei "ein absolutes Highlight im Kalender und nicht mehr wegzudenken". Das liege besonders an den "messerscharfen Analysen" von Ralf Umlauf, Leiter Floor Research der volkswirtschaftlichen Abteilung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Angesichts einer schwierigen Wirtschaftslage appellierte er: "Wir dürfen als junge Unternehmer nicht den Kopf in den Sand stecken, wir müssen vorangehen und den Wandel gestalten".
"Bringen Sie Ihr Unternehmen aktiv voran"
Dabei will die Sparkasse Partner sein. "In der Banken-Regulatorik ist das Eigenkapital der Risikopuffer, der es erlaubt, handlungsfähig zu bleiben und die Kunden in widrigen Zeiten begleiten zu können. Hier wollen wir unsere Position der Stärke weiter ausbauen", erklärte Torsten Kramm, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse Fulda. Auch er hielt die Unternehmer dazu an, Entscheidungen zu treffen. "Bringen Sie Ihr Unternehmen aktiv voran."
Dann war es Zeit für den Vortrag von Ralf Umlauf (Helaba). "Donald Trump sorgt für Verunsicherung in der internationalen Wirtschaft, etwa durch die Androhung von Zöllen - aber in Deutschland herrscht diese Unsicherheit schon sehr viel länger", konstatierte der Wirtschaftsexperte. Generell sei hierzulande die Unsicherheit sehr viel höher als im weltweiten Schnitt. Das bremse den Handel.
Kommt der Trendwechsel?
In den letzten Jahren sie die Konjunktur zum Jahreswechsel regelmäßig eine "rote Null" gewesen. Ein "eigentlich völlig ungewöhnlicher" Zustand. Ein Grund dafür: Die Verunsicherung habe sich auf die Kauflaune niedergeschlagen. Jetzt erwarte er allerdings einen Trendwechsel. "Das Gefühl - 'Ah, jetzt hab ich wieder mehr im Portmonee' - kommt langsam zurück". Das werde den Konsum ankurbeln, prognostiziert Umlauf.
"Unsere Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland ist geschädigt und muss wieder hergestellt werden", appellierte Umlauf. Es gelte, den Prozess der Deindustrialisierung aufzuhalten. Es gebe einiges an Strukturproblemen und die meisten seien nicht allein auf die Ampel-Regierung zurückzuführen. Eine kommende Bundesregierung stehe folglich vor einigen Herausforderungen. (Moritz Bindewald) +++ 