

Schlüchtern und Steinau kaufen gemeinsam Pflegemaschinen
31.03.25 - Möglichst optimale Trainingsbedingungen den Fußballvereinen der Region anbieten! Das ist das Ziel der Städte Schlüchtern und Steinau (Main-Kinzig-Kreis). Und dazu sind sie jetzt einen wichtigen Schritt gegangen. Gemeinsam haben sie zwei profimäßige Bearbeitungsgeräte angeschafft: Ein Aerifiziergerät als Aufsatz für einen Kleintraktor sowie einen Sandstreu-Anhänger. Damit ist jetzt eine optimale Bearbeitung der heimischen Fußballplätze möglich. Die beiden Geräte haben zusammen rund 60.000 Euro gekostet. Den Betrag teilen sich die beiden Städte hälftig.
Mit dem Aerifiziergerät ist es möglich, beim Abfahren der Fläche Eisenspieße bis zu 18 Zentimeter tief in den Boden einzubringen. Dadurch wird dieser nicht nur durchlüftet, sondern beim Herausziehen der Spitzen auch angehoben, sodass Wasser später besser in die Fläche ein- und sie durchdringen kann. "Das verhindert bei starken Regenfällen einen Wasserstau und macht den Platz insgesamt weicher", erklärt Manuel Schüssler vom Bauamt Schlüchtern. Letztlich werde damit auch die Verletzungsgefahr auf harten Böden verringert. Anschließend wird mit dem Streuer kontinuierlich die Fläche eingesandet. Dabei kommt gewaschener Sand zum Einsatz, wie er auch auf Spielplätzen verwendet wird. Etwa 40 Tonnen sind pro Sportplatz nötig.
Sportplatz Niederzell bekam "Frischekur"
Ausgewählte Mitarbeiter des Bauhofes Schlüchtern wurden speziell an den Geräten eingewiesen und können nun professionell die Arbeiten übernehmen. Als "Referenzplatz" wurde vor wenigen Tagen der Sportplatz Niederzell dieser "Frischekur" unterzogen. Mit sehr guten Erfahrungen. Im Schnitt einen Arbeitstag dauern die Arbeiten auf einer Fläche, erläutert Marc Lotz, Leiter des Schlüchterner Bauhofes. Danach müsse von Vereinsseite jeweils noch der Boden mit einer Egge bearbeitet werden, damit der Sand in den Boden eingearbeitet wird. Nach seinen Angaben sind insgesamt in Schlüchtern elf sowie in Steinau sechs Plätze zu pflegen. In den nächsten Wochen sei dafür der richtige Zeitpunkt.Erster Stadtrat Reinhold Baier, der die Initiative maßgeblich angestoßen hatte, rechnet den finanziellen Vorteil für die Vereine vor, weil die Stadt die Kosten trägt. Rund 1.200 Euro kostet der Sand pro Fußballplatz. Hinzu kommen etwa 1.000 Euro für Dünger, den der Verein selbst aufbringt. Außerdem haben alle Schlüchterner Fußballvereine vor wenigen Tagen eine allgemeine Finanzspritze von jeweils 4.000 Euro erhalten.
Erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit
Große Freude herrschte bei den beiden Stadtoberhäuptern über diese erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit. "Wir kooperieren nicht nur im kulturellen, sondern auch im technischen Bereich", betonte Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller. Von Vereinsseite sei der Vorschlag für die Anschaffung gekommen. Die Kommunen hätten die Initiative gerne politisch umgesetzt. Besonders dankte er Stadtrat Baier für sein Engagement in diesem Punkt. Gerade auch für den Bereich des Jugendsports sei die Initiative wichtig. Natürlich sehe er auch den Bedarf für einen Kunstrasenplatz im Bereich Schlüchtern, um wetterunabhängiger zu werden. "Wir bleiben daher mit den Vereinen im Dialog", erklärte Möller, wobei auch andere Sportarten nach den vorhandenen Möglichkeiten unterstützt werden sollen.Sein Steinauer Kollege Christian Zimmermann betonte die Wichtigkeit, den Vereinen zu helfen. Dank der gemeinsamen Anschaffung könnten beide Kommunen Kosten einsparen und die Plätze länger bespielbar halten. Bei den derzeitigen klimatischen Bedingungen sei eine kontinuierliche Pflege sehr wichtig. Der Einsatz komme allen Altersgruppen von Jugend- bis Seniorenmannschaften zugute. Steinau werde sich mit Verrechnungssätzen pro Platz an den Bearbeitungskosten beteiligen. Nach der Inaugenscheinnahme der neuen Geräte trafen sich die Vertreter aller Schlüchterner Fußballvereine im Niederzeller Sportlerheim, um die weitere Vorgehensweise bei der Platzpflege zu besprechen. (kg/pm) +++