

Schon in einem Jahr: Hier entstehen ein Norma und ein Rewe
04.04.25 - Kommt jetzt der Mega-Einkaufs-Center für Gersfeld (Landkreis Fulda)? Das wohl nicht ganz, aber weit weg davon sind die Pläne der Firma Riedel Bau nicht. Künftig sollen knapp hinter dem Ortseingang Rewe und Norma auf einer Fläche vereint sein - auf einem knapp 10.000 Quadratmeter großen Areal. Am Donnerstag wurde der symbolische Spatenstich gefeiert.
Planmäßig sollen hier ab Anfang 2026 die Kunden begrüßt werden. "Wir sind guter Dinge, dass das klappt", verspricht Matthias Gutgesell, Bereichsleiter Immobilien bei Riedel Bau. Norma kann dann mit einer Mietfläche von etwa 1.320 Quadratmetern aufwarten, Rewe sogar mit 2.640 Quadratmetern. Damit ist der Fortbestand beider Discounter-Ketten in Gersfeld gesichert.
Dass das nicht immer sicher war, weiß Gersfelds Bürgermeister Steffen Korell. Es bedurfte vieler Debatten in der Gemeindepolitik, dem Beschluss eines passenden Bebauungsplans und schließlich eines Bauherrn. Der habe sich in der Firma Riedel Bau gefunden. Sie wird im Anschluss die Flächen an die beiden Discounter vermieten. Langfristige Mietverträge stehen bereits.
Verlust beider Märkte war zu befürchten
"Es ist schön, dass diese beiden Händler hier eine Zukunft haben", unterstreicht Korell gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Für die Stadt sei das von enormer Wichtigkeit gewesen. Es geht um Steuern, Arbeitsplätze und die Nahversorgung. Wenn der Umzug abgeschlossen ist, stehen drei Märkte leer. Einmal der dann ehemalige Norma, der Rewe und der Rewe Getränkemarkt. Wie wird es hier weitergehen? "Das kann ich Ihnen noch nicht sagen, wir sind natürlich mit den Eigentümern im Gespräch", so der Bürgermeister. Er sei aber zuversichtlich, dass sich hier eine Lösung finden werde. "Es werden durchaus Flächen gesucht."Umzug war notwendig, Bestand ist überholt
Uwe Sonnenberg, Expansionsleiter der Firma Norma erklärt, warum der Umzug und damit der Neubau notwendig sind. "Der alte Standort ist von der Grundstruktur ein ganz anderer Typ und es wäre kaum möglich gewesen, das zu erneuern". Das wäre nicht wirtschaftlich gewesen. "Wir haben einen in die Jahre gekommenen Bestand, der auf fossile Energien angewiesen ist", antwortet für Rewe Alexander Deisenrieder, Expansionsmanagement Region Süd. Der Rewe-Markt werde künftig nur auf erneuerbaren Strom setzen.In beiden Märkten soll die Kunden ein modernstes Einkaufserlebnis erwarten. Als Konkurrenz sehe man sich dabei nicht. Es gebe viele Synergie-Effekte zwischen dem Super-Discounter Norma und dem Rundum-Versorger Rewe. Letzterer will übrigens auch künftig mit einer Bäckerei aufwarten.
Aus Gewehrschaftfabrik wird Doppel-Discounter
Aktuell liegen auf dem Baustellengelände noch Abriss-Trümmer. Sie sind die letzten Überreste der Gewehrschaftfabrik Günther. Deren Geschäftsführer war Paul Günther. Er blickt "mit einem lachenden, und einem weinenden Auge" auf die Ruine. "Hier haben drei Generationen gewirkt. Jetzt entsteht etwas Neues, das ist positiv", erklärt er gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Nach fast 75 Jahren war aus Altersgründen dann Schluss. (Moritz Bindewald) +++