25.08.25 - Ein passenderes Eröffnungslied kann es wohl kaum geben - mit "Von Grund auf neu" wurde der neue Pfarrer der Pfarrei St. Lioba Jens Körber in sein Amt eingeführt. "Mittlerweile haben wir die Zeit der Veränderung und Neuorientierung hinter uns gelassenen und starten heute gemeinsam in eine neue Zukunft", eröffnete Nicola Jahn, Sprecherin des Pfarrgemeinderat, den Einführungsgottesdienst.
Am 1. Januar 2025 wurden die Pfarrgemeinden Petersberg, Ziehers Nord, Lehnerz, Dietershan, Bernhards, Marbach, Steinau und Steinhaus zur Pfarrei St. Lioba fusioniert. Der damalige Neugründungsgottesdienst zeigte ganz klar die gewollte Botschaft: Wir sind noch immer eine Gemeinschaft. Damit gehe aber auch eine große Verantwortung einher, so erklärte Jahn im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS: "Jens Körber muss die Gemeinden vereinen und die Menschen zusammenführen."
Nachdem der Pfarrer Togar Pasaribu krankheitsbedingt die Pfarrei verlassen musste, fand am Sonntagmittag zu Ehren des neuen Pfarrers Jens Körber der Einführungsgottesdienst statt. Viele Bürgerinnen und Bürger zeigten sich interessiert, kein Wunder also, dass die Rabanus-Maurus-Kirche in Petersberg bis auf den letzten Platz besetzt war. Begleitet von zahlreichen Messdienern und knapp 20 Pfarrern zog Körber festlich in seine neue Gemeinde ein. "Ich bin ganz bewegt, wie viele heute hier sind", freute sich Körber.
"Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht"
Mit jeder Neuerung geht aber auch ein Abschied einher, so dankte Jahn im Namen aller Pater Bartek, der sich als Überbrückung zeitweise um die Pfarrei kümmerte. "Jetzt geht es darum, mit Ihnen als Pfarrer und allen Gemeinden mit ihren Werten zusammenzuwachsen. So werden Sie nicht nur als Seelsorger, sondern auch als Brückenbauer agieren. Wir werden Sie mit all unseren Kräften unterstützen und wünschen Ihnen Gottes Segen, Kraft und die nötige Geduld", sagte Jahn an Körber gewandt.

Pfarrer Jens Körber ist neuer Hirte der Pfarrgemeinde St. Lioba.

Viele Bürgerinnen und Bürger zeigten sich interessiert, kein Wunder also, dass ...
Der neue Pfarrer startete mit Zuversicht und Glaubensstärke in die Aufgabe. "Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht", so Körber während der Eröffnung. "Ich freue mich auch bekannte Gesichter meiner bisherigen Gemeinde St. Josef Schwalmstadt-Neukirchen zu sehen. Sie alle stärken mir heute den Rücken", wandte sich Körber an die Kirchengemeinde. "Großer Gott, ich danke dir für die Berufung, diese Gemeinde zu leiten. Lass uns offen den Menschen gegenüber sein und stärke uns", sprach er zu Beginn des Gottesdienstes.

Die offizielle Ernennung lag in den Händen von Stadtpfarrer Stefan Buß. ...

Nicola Jahn, Sprecherin des Pfarrgemeinderat, eröffnete den Einführungsgottesdienst. ...
Offizielle Ernennung durch Stadtpfarrer Stefan Buß im Namen des Bischofs Michael Gerber
Die offizielle Ernennung lag in den Händen von Stadtpfarrer Stefan Buß. "Für mich ist das eine besondere Freude, da solche Ernennungen selten geworden sind", so der Stadtpfarrer. So verlas er anschließend das Ernennungsschreiben von Bischof Michael Gerber: "Du sollst deiner anvertrauten Herde ein guter Hirte, ein gutes Vorbild, sein." Stadtpfarrer Buß nannte Körber all seine Aufgaben, unter anderem folgendes: "Du wirst Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Gemeinde aufnehmen. Du wirst den künftigen Eheleuten eine Stütze sein, Kranke besuchen und stärken, Sterbenden beistehen und den Toten auf ihrem letzten Weg begleiten."
Und dann war es so weit. "Bist du bereit, das Amt gewissenhaft und treu zu übernehmen?", fragte der Stadtpfarrer. Feierlich antwortete Pfarrer Körber: "Ja, mit Gottes Segen bin ich bereit." Daraufhin folgte das Glaubensbekenntnis, das Körber vortrug. Abschließend überreichte der Stadtpfarrer dem neuen Hirten symbolisch den Schlüssel der Kirche: "Lieber Jens, ich überreiche dir den Chip für deine Pfarrkirche. Dieser Schlüsselchip soll dich an deine Gemeinde, das Fundament der Kirche, erinnern."

"Ich stelle mir vor, wie Rabanus-Maurus und die Heilige Lioba uns vom Himmel aus beobachten." ...
"Mit Hoffnung in gemeinsame Zukunft"
In seiner anschließenden Ansprache an seine "Schäfchen" sagte Körber: "Ich stelle mir vor, wie Rabanus-Maurus und die Heilige Lioba uns vom Himmel aus beobachten." Passend dazu spielten ein Mönch und eine Nonne diese beiden Persönlichkeiten nach. So stellten sie den 42-jährigen Rhöner aus Schmalnau (Gemeinde Ebersburg im Landkreis Fulda) humorvoll vor und hießen ihn in der Pfarrgemeinde willkommen.
Während seiner Predigt hob Körber hervor: "Wir beginnen ein neues Kapitel, in dem wir mit Hoffnung in die gemeinsame Zukunft schauen. Ich freue mich darauf, mit Ihnen eine starke Gemeinschaft zu bilden und Zusammenhalt zu knüpfen. Wir werden gemeinsam lachen, weinen und bestimmt auch mal Ärger haben. Aber ich erwarte, dass wir immer miteinander ins Gespräch kommen. Denn ich sehe meinen Dienst als Arbeit am Volk und das funktioniert nur im Zusammenspiel mit anderen." Gleichzeitig dankte er allen Beteiligten der Pfarrgemeinde, denn: "Wir sind alle ein Team."

Um den neuen Pfarrer willkommen zu halten, richtete unter anderem Bürgermeisterin ...
Ob und welche Veränderungen jetzt auf St. Lioba zukommen, ist noch unklar, doch für Körber steht fest: "Die Gemeinschaft und der Zusammenhalt ist das wichtigste. Deshalb möchte ich zunächst Fuß fassen und innerhalb der Pfarrgemeinde Vertrauen aufbauen."
(Mia Schmitt) +++
