Archiv
Im exklusiven OSTHESSEN|NEWS-Gespräch sprechen der neue Wildparkleiter Jan Tayeb und Steffen Korell, Bürgermeister der Stadt Gersfeld, über den bisherigen Jahresverlauf und die anstehenden Pläne. - Fotos: Carina Jirsch

GERSFELD (RHÖN) Zwischen Naturidylle und Erneuerungen

Bald weitere Tiere und Bildungszentrum? Das verändert sich im Wildpark

30.11.25 - Mitten in idyllischer Natur, zwischen Ziegen, Uhus, Rehen und Fischottern liegt eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region: der Wildpark Gersfeld (Landkreis Fulda). Egal ob bei strahlendem Sonnenschein, bei Wind, der durch die bunten Blätter weht oder bei verschneitem Winterwetter - die Besucher können das ganze Jahr ihre tierischen Lieblinge erleben. Doch bald werden einige Veränderungen auf den Wildpark zukommen.

Im exklusiven OSTHESSEN|NEWS-Gespräch sprechen der neue Wildparkleiter Jan Tayeb und Steffen Korell (CDU), Bürgermeister der Stadt Gersfeld, über den bisherigen Jahresverlauf und die anstehenden Pläne. So viel vorweg: mit der Zeit wird sich einiges im Wildpark verändern – auch zum Wohle der Tiere. "Wir haben verschiedenste Baumaßnahmen und Neuerungen geplant, um die sich unser tolles Team in den kommenden Monaten und Jahren kümmern wird. Uns geht es darum, die Haltungsbedingungen der Tiere zu verbessern", sagte der neue Wildparkleiter.

Der neue Wildparkleiter, Jan Tayeb.

Steffen Korell, Bürgermeister der Stadt Gersfeld.

Trotz des Wetters - Besuch lohnt sich immer

Doch wie sieht die aktuelle Situation im Wildpark aus? "Wir hatten unterdurchschnittliche Besucherzahlen, die leider dem Wetter - einem regnerischen Sommer - geschuldet sind", fasste Bürgermeister Korell zusammen. Alle Tierfreunde müssen sich um die Gesundheit ihrer Lieblinge zum Glück aber keine Sorgen machen, denn: "Es ist nicht gravierend schlimm. Die Besucherzahlen sinken oft zur Novemberzeit, doch es sind weiterhin einige Personen mit ihrer Dauerkarte unterwegs."

Für den Wildparkleiter ist klar: "Ein Besuch lohnt sich immer, alle paar Monate ist etwas Neues zu erleben. Im Frühjahr bekommen die meisten Tiere ihren Nachwuchs. Diese kann man dann einige Monate später dabei beobachten, wie sie größer geworden sind. Außerdem bekommt man im Herbst - ohne die Blätter am Baum - einen noch besseren Blick auf die Tiere." So sind die Wildschweinfrischlinge bereits so groß, dass sie viel Unsinn im Kopf haben und voller Lebensfreude durch das Gehege rennen. Für ihn ein besonders magischer Moment: "Man muss erlebt haben, wie die Tiere durch den Schnee laufen." Klar ist: "Hier ist immer etwas los."

Auf dem Gelände des Streichelzoos soll das Ressourcenzentrum entstehen. ...

Ressourcenzentrum mit Streichelzoo soll kommen

Das bezieht sich nicht nur auf den abwechslungsreichen Alltag mit den Tieren. Auch in Zukunft ist einiges geplant. Das Großprojekt bildet hierbei das kommende Ressourcenzentrum. "Hier soll ein Gebäude für alle entstehen. Das bedeutet, mit Mitarbeiterräumen und einem Büro für das Wildpark-Team. Aber auch eine Futterküche und eine Werkstatt sollen kommen. Hier erhalten beispielsweise Schulklassen die Möglichkeit, die Futterzubereitung zu verfolgen sowie Vogelhäuschen oder ein Insektenhotel zu bauen", erklärte der Bürgermeister. So soll das Konzept eines Bildungszentrums, eines "grünen Klassenzimmers", gewährleistet werden.

Das Zentrum soll dort entstehen, wo sich aktuell der Streichelzoo mit den Ziegen befindet. "Die Tiere ziehen vorübergehend um, wahrscheinlich erstmal gegenüber. Der Plan ist aber, dass sie dann Teil des Bildungszentrums werden, um die Begegnung zu den Besuchern weiter zu ermöglichen und zu fördern", so Tayeb. Die ersten Baumaßnahmen sollen Anfang nächsten Jahres beginnen, sobald es die Witterung erlaubt. "Wir hoffen, dass wir in etwa einem oder anderthalb Jahren nach Baubeginn dort einziehen können", antwortete der Wildparkleiter auf O|N-Nachfrage. Das Land Hessen unterstützt das Vorhaben mit 1,8 Millionen Euro - ein Zeichen dafür, wie wichtig der Park ist.

Auf einem gemeinsamen Rundweg wird klar, was sich alles verändern wird. ...

Das Füttern der Tiere darf aber selbstverständlich nicht zu kurz kommen. ...

Ressourcenzentrum, Quarantänebereich und neue Tiere

Doch das war noch lange nicht alles. "Wir wollen erstmal die vorhandenen Baumaßnahmen umsetzen, das betrifft das Ressourcenzentrum, einen Quarantänebereich für die Tiere zum Eingewöhnen und neue Unterstände in den Gehegen. Perspektivisch würden wir gerne Rote-Liste-Haustiere - also Ziegen und Schafe, die vom Aussterben bedroht sind - aufnehmen und den Besuchern ein tolles Erlebnis ermöglichen. Die neuen Anlagen werden so gebaut, dass die Besucher möglichst nah an die Tiere herankommen, ohne dass Tiere oder Menschen gefährdet sind. Außerdem sollen neue Beschilderungen und allgemein verbesserte Gehege folgen", fasste der Tierparkleiter zusammen. Weiter sagte der Bürgermeister: "Es wird ein neuer kompletter Außenzaun hergestellt, der im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Dabei sollen Wildtiere ausgesperrt werden, um übertragbare Krankheiten zu vermeiden. Das gesamte Vorhaben kostet etwa 300.000 Euro", so der Rathauschef.

Passend zu den übertragbaren Krankheiten, stellte sich natürlich die Frage, wie sehr der Wildpark von der Schweinpest und der Vogelgrippe betroffen ist oder war. Die Wildschweine bleiben bis auf Weiteres von den Besuchern durch einen weiteren Zaun getrennt. Doch Tayeb fasste zusammen: "Wir hatten zwar einige Tage Zugvögel hier, aber glücklicherweise ist nichts passiert. Trotzdem wären wir vorbereitet, um ein Gebiet zu überdachen."

So steht für die Zukunft des Wildparks einiges an.

So steht für die Zukunft des Wildparks einiges an - auch am Angebot soll sich nach und nach etwas verändern. Der neue Betreiber der Gastronomie im Wildpark, Daniel Beneforti, will sich auf den Wildpark spezialisieren und sein Angebot ausweiten. Für Erneuerungen im Park selbst denken Tayeb und Korell gemeinsam beispielsweise über die Idee nach, weitere heimische Tiere zu halten. Auch mit einem Wasserspielplatz liebäugeln die beiden. So sagte der Wildparkleiter: "Wir haben viele Ideen. Ab Ostern wollen wir auch wieder mit kommentierten Fütterungen starten. Die Bindung zwischen Mensch und Tier sind uns besonders wichtig."

Ob im Frühling mit Tiernachwuchs, im Sommer unter grünen Bäumen oder im Winter im Schnee - der Wildpark Gersfeld bleibt ein Ort voller kleiner Wunder, die Groß und Klein das Herz erwärmen. Ein Besuch im Wildpark Gersfeld lohnt sich also auf jeden Fall - schließlich kann sich jederzeit etwas ändern. (Mia Schmitt) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön