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Baustart für den 60 Kilometer langen Festzaun entlang der hessischen Grenze zu Nordrhein-Westfalen. - Symbolfotos: Pixabay

REGION 60 Kilometer Schutzlinie

Afrikanische Schweinepest: Hessen errichtet Festzaun entlang der NRW-Grenze

20.10.25 - Um eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Mittel- und Nordhessen zu verhindern, beginnt das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (HMLU) in dieser Woche mit den Arbeiten zum Bau eines rund 60 Kilometer langen, wildschweinsicheren Festzauns. Der Zaun soll im Grenzgebiet zu Nordrhein-Westfalen - in zwei parallelen Baumaßnahmen - als langfristiger Schutzriegel dienen und den Eintrag der ASP nach Hessen verhindern. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr geplant.

Der Festzaun wird als strategischer Langzeitschutz gegen Wanderbewegungen von Wildschweinen errichtet. In Nordrhein-Westfalen wurde erstmals am 14. Juni 2025 die ASP nachgewiesen, seither gab es dort 175 ASP-positive Wildschweinfunde.

Vor dem Hintergrund des Seuchengeschehens - die Funde in NRW sind inzwischen bis auf rund 15 Kilometer an die hessische Landesgrenze herangerückt - stellt der Festzaun eine weitere wichtige Schutzmaßnahme dar. Er ergänzt die bereits laufenden intensiven Kadaversuchen im Grenzgebiet sowie den kurzfristig errichteten, taktischen Elektrozaun, der Wanderbewegungen des Schwarzwildes verhindern soll.

Arbeiten an der Südtrasse: Von Haiger über Dillenburg bis Biedenkopf wird der wildschweinsichere ...

Wesentliche Eckdaten der Baumaßnahme

Die geplante Schutzmaßnahme umfasst insgesamt rund 60 Kilometer und gliedert sich in zwei Teilabschnitte von jeweils etwa 30 Kilometern Länge - eine Nord- und eine Südtrasse. Die vorbereitenden Arbeiten, darunter auch notwendige Erkundungen wie die Kampfmittelsondierung, beginnen noch in dieser Woche. Errichtet wird ein spezieller, wildschweinsicherer Drahtgeflecht-Festzaun, der zusätzlich durch bewährtes Material aus Südhessen verstärkt wird.

Die Südtrasse verläuft von Haiger über Dillenburg, Eschenburg und Breidenbach bis nach Biedenkopf. Die Nordtrasse zieht sich von der Grenze des Regierungsbezirks Kassel bei Eifa über Hatzfeld, Dodenau, Allendorf und Osterfeld bis nach Bromskirchen. Die Arbeiten werden in zwei parallelen Bauabschnitten organisiert - jeweils für den Norden und den Süden. Dabei richtet sich die Priorisierung der einzelnen Bauabschnitte nach der Nähe zum aktuellen Seuchengeschehen in Nordrhein-Westfalen, den Wanderbewegungen der Wildschweine und der regionalen Schwarzwilddichte.

Die Fertigstellung des Zauns ist für Ende 2025 geplant. Der bereits bestehende Elektrozaun bleibt zunächst bestehen, um zusammen mit dem neuen Festzaun eine doppelte Schutzbarriere gegen mögliche Durchbruchsversuche zu bilden. Außerdem wird eine ausreichende Zahl an Toren und Durchgängen vorgesehen, damit landwirtschaftliche Fahrzeuge, Wanderer und Radfahrer die Gebiete weiterhin passieren können.

Symbolfotos: 5.VISION.NEWS

Archivfoto: Hans Hubertus Braune

Anpassung der Allgemeinverfügungen

Damit die Barrieren zügig errichtet werden können, haben die hessischen Regierungspräsidien ihre Allgemeinverfügungen angepasst. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, Nutzungsberechtigte (zum Beispiel Pächterinnen und Pächter) sowie andere Personen müssen die Maßnahmen auf den betroffenen, eng definierten Flächen aufgrund des überragenden öffentlichen Interesses dulden. Den Allgemeinverfügungen sind digitale Karten beigefügt, aus denen der genaue Verlauf der Zäune hervorgeht.

Beeinträchtigungen und Sicherheitshinweise

Während der Bauarbeiten ist mit zeitweisen Verkehrsbehinderungen entlang der Trassen zu rechnen. Teilweise müssen Fahrspuren blockiert oder Übergänge und Unterführungen gesperrt werden. Auch Wanderwege und Radwege können vorübergehend betroffen sein. Das Ministerium bittet um Verständnis und um erhöhte Vorsicht in den betroffenen Bereichen.

Symbolfoto: Pixabay

Gemeinsame Verantwortung

Die Bekämpfung und Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest kann nur gemeinsam gelingen. Das Hessische Landwirtschaftsministerium appelliert an alle Bürgerinnen und Bürger, die Maßnahmen zu unterstützen: Bitte melden Sie verendete Wildschweine umgehend der zuständigen Veterinärbehörde des Landkreises und beachten Sie mögliche Hygiene- und Zugangsregelungen in Wäldern. Nur durch gemeinsames Handeln kann eine weitere Ausbreitung der Tierseuche verhindert werden.

Weitere Informationen sind unter https://schweinepest.hessen.de zu finden. (pm/cb) +++


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