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MELLRICHSTADT Austausch mit Chatbot über Tötungsfantasie

Aus Mordlust gehandelt: Messerstecher von Mellrichstadt angeklagt

21.11.25 - Vier Monate nach dem Angriff im Mellrichstädter Energieversorger "Überlandwerk Rhön" (unterfränkische Rhön) steht fest: Die Staatsanwaltschaft erhebt Mordanklage - das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Die nun erhobene Anklage zeichnet ein detailliertes Bild der Tat, einschließlich der Mordfantasien, die der Beschuldigte schon Wochen zuvor entwickelt haben soll. Auch ein Austausch mit einem Chatbot spielte laut Ermittlungen eine Rolle.

Wir erinnern uns zurück: Die unterfränkische Stadt Mellrichstadt stand Anfang Juli unter Schock, als es in einem Bürogebäude des regionalen Stromversorgers Überlandwerk Rhön zu einem tödlichen Messerangriff kam. Ein damals 21-jähriger Mitarbeiter hatte am frühen Morgen drei Kollegen attackiert. Eine 59-jährige Beschäftigte erlag noch am Tatort ihren Verletzungen, zwei weitere Männer im Alter von 55 und 62 Jahren wurden schwer verletzt. Kolleginnen und Kollegen konnten den Angreifer schließlich überwältigen, woraufhin die Polizei ihn festnahm. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Ein 21-Jähriger wurde nun wegen Mordes nach dem schrecklichen Vorfall im Juli dieses ...Archivbild: O|N

Eine 59-Jährige kam bei dem Angriff ums Leben.

Die Kollegin habe der Täter ausgewählt, da er schon länger Tötungsfantasien gehabt ...

Erschütterung in der Stadt

Mellrichstadts Bürgermeister Michael Kraus sprach damals gegenüber OSTHESSEN|NEWS von einem "Schock für die ganze Stadt". Er hob das enge, familiäre Arbeitsumfeld beim Energieversorger hervor.

Austausch über Tötungsfantasien mit einem Chatbot

Der Beschuldigte, inzwischen 22 Jahre alt, hat die Tat laut Staatsanwaltschaft gestanden. Er gab bereits im September an, seit längerer Zeit einen "inneren Drang zur Tötung eines Menschen" verspürt zu haben, den er zuvor durch Tabletten- und Cannabiskonsum gedämpft habe. Bereits rund zwei Wochen vor dem Angriff sollen seine Mordfantasien deutlich intensiver geworden sein. Schließlich soll er den Entschluss gefasst haben, "irgendeinen Menschen" mit einem Messer zu töten. Weil er zunächst kein geeignetes Opfer gefunden habe, sei schließlich seine Kollegin in den Fokus geraten, ohne dass ein persönlicher Konflikt bestanden hätte. Die beiden weiteren Kollegen habe er hingegen nicht verletzen oder töten wollen.

Besonders bizarr: Der Mann soll sich vor der Tat außerdem mit einem Chatbot darüber ausgetauscht haben, dass er gerne jemanden töten würde. Inwiefern dieser Austausch das Verhalten des Beschuldigten beeinflusst hat, ist Teil der laufenden Bewertung durch die Ermittlungsbehörden.

Seine Mordgedanken habe der damals 21-Jährige mit einem Chatbot besprochen. ...

Vier Monate später: Mordanklage erhoben

Mehr als vier Monate nach der Tat hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt nun Anklage wegen Mordes, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung erhoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der junge Mann seine Kollegin heimtückisch und aus Mordlust getötet haben soll. Das Landgericht Schweinfurt muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Unmittelbar nach dem Angriff war der Verdächtige zunächst in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht worden, da Hinweise auf eine mögliche psychische Erkrankung bestanden. Ein psychiatrischer Gutachter sieht inzwischen jedoch keine Anhaltspunkte für eine Schuldunfähigkeit zum Tatzeitpunkt. Deshalb befindet sich der Angeklagte aus dem thüringischen Meiningen indessen in Untersuchungshaft. (ems) +++



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