
Der stv. Fraktionsvorsitzende Andreas Börner - Fotos: ON Archiv
BAD HERSFELD
Resolution für die kommende Kreistagssitzung
CDU: Landkreis muss sofort Nachnutzungsplan für das HKZ anstoßen
07.12.25 - Die CDU-Kreistagsfraktion hat für die nächste Kreistagssitzung am 15. Dezember eine umfassende Resolution vorgelegt, die den Landkreis auffordert, unverzüglich mit einer strukturierten und belastbaren Planung zur Nachnutzung des HKZ-Areals in Rotenburg a. d. Fulda zu beginnen. Der bevorstehende Wegzug des Herz- und Kreislaufzentrums bis Ende 2026 sowie der Auszug der Hessischen Hochschule ein Jahr später stellen nach Überzeugung der CDU eine strategische Herausforderung dar, die sofortiges, professionelles Handeln erfordert.
Die CDU weist darauf hin, dass der Landkreis als alleinige Gesellschafterin der Klinikum Bad Hersfeld GmbH eine besondere Verantwortung trägt. Dies gilt insbesondere für den Landrat, der zugleich Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates des Klinikums ist, jener Institution also, der die Gebäude und das gesamte HKZ-Areal gehören. "Gerade aufgrund dieser Doppelrolle liegt es in der klaren Verantwortung des Landrats, die Nachnutzungsplanung aktiv zu steuern und frühzeitig die notwendigen Schritte einzuleiten", betont die CDU-Fraktion.

Kreistagsfraktionsvorsitzender Herbert Höttl
Ein ungeplanter oder verzögerter Übergang birgt nach Ansicht der CDU erhebliche Risiken. Leerstände, Substanzverluste und finanzielle Folgekosten würden unweigerlich den Standort Rotenburg schwächen und könnten den Landkreis dauerhaft belasten. Die Resolution fordert daher eine regelmäßige, nachvollziehbare und detaillierte Berichterstattung der Geschäftsführung des Klinikums sowie des Kreisausschusses über alle relevanten Aspekte der Nachnutzungsplanung, von möglichen Folgekosten über Risiken eines Leerstands bis hin zu realistischen Einschätzungen zur Zukunft des Reha-Bereiches.
Ein zentraler Punkt der Resolution ist zudem die verbindliche und frühzeitige Einbindung der Stadt Rotenburg. Eine erfolgreiche Entwicklung des Areals sei ohne Einbeziehung der städtischen Entwicklungsziele und ohne Abstimmung mit der örtlichen Verwaltung nicht möglich. Dass die Rotenburger Stadtverordnetenversammlung bereits Anfang Dezember eine eigene Resolution verabschiedet hat, wertet die CDU als deutliches Signal dafür, wie drängend das Thema vor Ort wahrgenommen wird. Während die Rotenburger Resolution aus der Perspektive der Stadt formuliert wurde, setzt die Kreistagsresolution der CDU die notwendigen Schritte auf Ebene des Landkreises in Gang.
Um den Prozess strukturiert aufzusetzen, regt die CDU zudem die zeitnahe Einrichtung einer gemeinsamen Projekt- oder Entwicklungsgruppe an. Angesichts der Komplexität des Vorhabens sei eine externe fachliche Begleitung durch erfahrene Konversionsexperten sinnvoll. Ziel müsse es sein, frühzeitig die Grundlagen für einen geordneten Übergang zu schaffen und die langfristigen Entwicklungspotenziale des Areals zu sichern.
"Wir sprechen hier über einen bedeutenden Standort unseres Landkreises, der nicht zum Lost Place werden darf", erklärt die CDU-Kreistagsfraktion. "Jetzt müssen klare Verantwortlichkeiten, klare Abläufe und klare Ziele definiert werden. Der Landrat steht als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates in einer Schlüsselrolle – und wir erwarten, dass er dieser Verantwortung entschlossen nachkommt." (mp/pm) +++