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Fieldreporter Ingo Rohrbach in seinem Element mit Yussuf Poulsen vom Hamburger SV - Fotos: privat

GREBENAU/HAMBURG Ein Jahr mit Höhen und Tiefen

Sportreporter Ingo Rohrbach: Schicksalsschläge und der Aufstieg des HSV

02.01.26 - Von tiefer Trauer bis grenzenloser Freude: Das Jahr 2025 war für den heimischen Sportreporter Ingo Rohrbach alles andere als einfach. Zwei private Schicksalsschläge galt es zu verarbeiten. Der Aufstieg des Hamburger SV und einige sportliche Highlights mehr setzten den positiven Gegenpart.

Zu Beginn des Jahres war der Sport, ob im Boxring oder in Fußball-Bundesliga-Arenen, komplett bedeutungslos. Am 10. Januar verstarb sein Vater Georg nach einem Herzinfarkt im Alter von 82 Jahren. Ingo Rohrbach wohnt seit langem mit seiner Ehefrau Kathrin und den beiden Töchtern im Hamburger Süden.

Im Rampenlicht der Boxwelt ist Ingo Rohrbach ebenfalls unter anderem als Moderator ...

"Er war immer der größte Unterstützer meines Bruders Alexander, von mir und von meiner Familie, von unseren beiden Kindern Carla und Louise sowieso. Das hat uns wirklich in ein tiefes Loch gerissen", sagt Rohrbach. Die vielen schönen Momente mit dem Vater und Opa habe dann ein wenig über den tiefen Schmerz hinweg geholfen. Die Erinnerungen bleiben für immer, etwa an die Mitarbeit in der Kfz-Werkstatt des Vaters. Papa Rohrbach war immer ein großer Förderer seiner Jungs und deren Familien. Vor wenigen Tagen verstarb zudem Ingo Rohrbachs Schwiegermutter Adelheid nach langer, schwerer Krankheit in Bremen. Ein weiterer Schock für die Familie.

Für Ingo Rohrbach war das Jahr 2025 ein Jahr mit Höhen und Tiefen. "Mein Sporthighlight 2025 war natürlich der Aufstieg, wenn auch nur Pflichterfüllung, des einst so ruhmreichen HSV", sagt Rohrbach. Als Fan vom Hamburger Sport-Verein ist die Rückkehr nach sieben Jahren Abstinenz im Oberhaus in etwa so, wie für Bayern München ein Champions League-Sieg. Beim Meisterspiel gegen den SSV Ulm konnte er wegen seiner Verpflichtungen als Moderator einer Box-Gala in Berlin nicht dabei sein.

"Aber direkt am Tag danach hatte ich die große Freude und Ehre, den Trainer Merlin Polzin exklusiv zu interviewen. Und das war natürlich schon ein Highlight. Man hört jetzt immer wieder von so vielen Menschen, die dem Fußball nicht so nah sind: Ja, Wahnsinn, was da los ist beim HSV und was für eine Stimmung. Die Stimmung war in der zweiten Liga schon so gut und sie war sogar in Richtung Abstieg ebenso gut", erzählt er und hat recht: "Tradition ist eben durch nichts zu ersetzen und das sieht man ja auch bei anderen großen Traditionsvereinen wie Gladbach, Frankfurt, Stuttgart und so weiter."

Mit den Aufstiegshelden auf dem Hamburger Rathausbalkon

Als Reporter sind die Gespräche mit den Spielern, Trainern und dem Umfeld sozusagen das Salz in der Suppe. "Das Interview mit Merlin Polzin, der als Jugendlicher in der Kurve stand, den HSV angefeuert hat und den HSV wirklich nach sieben Jahren in Liga eins zurückgeführt hat. Am 19. Mai durfte ich mit den HSV-Frauen, die ebenfalls aufgestiegen sind und mit der ersten Herrenmannschaft am Rathausbalkon in Hamburg stehen und Robert Glatzel, Ludovit Reis sowie Merlin Polzin interviewen." Rohrbach als HSV-Fan von Kindesbeinen an, steht dann plötzlich mit dem HSV im Hamburger Rathaus und darf die Jungs auch noch interviewen: ein absoluter Gänsehautmoment. Noch dazu vor rund 200.000 Menschen.

Zu seinen weiteren Höhepunkten im Reporterjob nennt Rohrbach den Bundesliga-Klassiker zwischen den Bayern und der Werkself aus Leverkusen. Ob der ehemalige Hamburger Vincent Kompany oder Harry Kane, es sei immer wieder eine Freude, mit ihnen zu sprechen. Er nennt weitere Namen: Serge Gnabry etwa oder das 18-jährige Hamburger Juwel Luka Vušković. "Es ist beeindruckend, wie weit dieser in seinem Alter schon ist. Das war auch noch so ein Highlight", sagt Rohrbach.

Und dann war da noch so ein ganz spezielles Spiel: Endlich das 109. Nord-Derby zwischen dem HSV und Werder Bremen. "Ich war als Fieldreporter mit am Start. Tradition trifft auf Tradition. Ich durfte im Vorfeld schon Luka Vušković (18) dazu interviewen. Dazu weitere Exklusiv-Interviews mit Romano Schmid und Jens Stage (beide Werder Bremen). Das Spiel elektrisiert und hat wirklich alles gehalten, was es versprochen hat. Und ja, da auch noch mal zu Vušković: "Wenn man sieht, was er für ein Tor macht (das zwischenzeitliche 2:1 für den HSV, Endstand: 3:2, die Red.). Und dann sagt er im Interview bei mir, ´ich habe einfach das Tor gemacht´. Da musste ich widersprechen. Es war eines der sensationellsten Tore, die ich jemals live gesehen habe. Aber er war ganz bescheiden, wie so ein 18-jähriger Junge halt ist - ganz unbedarft. Da war richtig Druck auf dem Kessel. Und es gibt die Neuerung der Bundesliga, da wird ein Interview am Mittelkreis durchgeführt. Das ist ein sogenanntes Super-Flash-Interview", erzählt Rohrbach. Der HSV-Fan aus Osthessen war nicht nur irgendwie mittendrin. Mehr geht als Sportreporter kaum.

15 Boxveranstaltungen in diesem Jahr

Neben der Fußball-Bundesliga ist Rohrbach im Boxsport der renommierteste Ringsprecher und wird regelmäßig für die großen nationalen wie internationalen Events gebucht. "Insgesamt waren es 15 Boxveranstaltungen in diesem Jahr. Eine besondere Box-Nacht war mit Sicherheit das Comeback von Felix Sturm in Neu-Ulm. Es ist ein gutes Niveau in Deutschland.

Allerdings ist es relativ schwierig, weil kein Fernsehsender investieren will und alles auf Livestreams läuft. Es sind viele kleine Highlights dabei, und es macht immer wieder großen Spaß, dort als Ringsprecher im Ring zu stehen. Und wie gesagt, man ist ja Ringsprecher, man ist Hallensprecher, man ist Moderator und man ist Interviewer. Das macht schon echt Laune und die Wertschätzung, die man im Boxen von den Kämpfern und von den Promotern entgegengebracht bekommt, ist großartig. Und da bin ich einfach dankbar für", fasst Rohrbach zusammen. Fürs nächste Jahr ist Ingo Rohrbach bereits jetzt schon für zehn Veranstaltungen gebucht. Los gehts bereits im Januar zur großen Box-WM-Gala in Flensburg.

Das Sportjahr hält so viele spannende Momente parat. Doch das Rampenlicht ist die eine Geschichte, dahinter steckt viel Basisarbeit, Recherche und Vorbereitung. Jetzt zum Jahreswechsel kehrt auch bei Ingo Rohrbach zumindest für ein paar Tage etwas Ruhe ein. "Ich habe drei Wochen Urlaub. Entspannen, die Akkus aufladen und der Besuch in der Heimat, etwa beim besten Freund Markus in Grebenau stehen an. Danach geht es ein paar Tage in die Schweiz zum Skifahren und Entspannen."

Danach allerdings gehts gleich wieder in die Vollen. Die Fußball-Bundesliga startet bereits am zweiten Januar-Wochenende. Für die Rohrbachs wird es ein ganz besonderer Spieltag. Denn Tochter Carla will in die Berufswelt des Papas eintauchen. Nach einem Praktikum beim Hamburger Lokalsender Hamburg 1 im vergangenen Jahr darf sie in der Presse- und Marketingabteilung von Werder Bremen hospitieren. Es passt einfach, dass Ingo Rohrbach von seinem Auftraggeber für das Spiel der Hanseaten von der Weser gegen die TSG Hoffenheim eingeplant ist. Vater und Tochter mit unterschiedlichen Aufgaben im Rampenlicht der Fußball-Bundesliga.

Am 7. Februar 2026 in Bad Hersfeld: "I HEF a Dream 2"

Am 7. Februar kommendes Jahres wartet dann bereits ein weiterer Höhepunkt bei uns in der Region auf alle Sportfans: Der amtierende Box-Weltmeister wird in der Schilde-Halle in Bad Hersfeld erneut in den Ring steigen. Nach dem überragenden WM-Kampf vor gut einem Jahr folgt "I HEF a Dream 2 - the last Dance". Es dürfte dabei noch emotionaler werden: Dann an diesem Abend wird Artur Mann seine Profikarriere beenden. Und Ingo Rohrbach ist erneut als Ringsprecher hautnah mit dabei. Ein guter Start ins neue Jahr, das hoffentlich mehr Höhen als Tiefen für Familie Rohrbach verspricht! (Hans-HUbertus Braune) +++


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