05.02.26 - Sich blind auf sein Navigationsgerät zu verlassen, ist manchmal keine gute Idee: Das wird jetzt auch der Autofahrer sagen, welcher in der Nacht zum Mittwoch im tiefverschneiten Wald unterhalb der Mengshäuser Kuppe bei Niederaula (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) gestrandet ist.

Dort oben mitten im Wald strandete der Audi-Fahrer auf dem Weg von Berlin nach Offenbach ...

Staubeobachtung der Feuerwehr Niederaula am Dienstagabend

Gemeindebrandbrandinspektor Matthias Schenk
Der Mann war auf dem Weg von Berlin nach Offenbach. Durch den starken Schneefall waren die Autobahnen am Dienstagabend dicht, so auch die A7 zwischen Fulda und Kassel. Dahingehend hat er wohl die Autobahn verlassen, um nicht weiter in einem der kilometerlangen Staus die Nacht verbringen zu müssen.
Soweit, so logisch. In der Dunkelheit, noch dazu der Schnee und die entsprechenden Beeinträchtigungen machten die Reise sicher nicht angenehmer. Irgendwie hat ihn sein Navigationsgerät dann in den Wald geschickt. Als es nicht mehr vor und zurück geht, setzt er richtigerweise einen Notruf ab.

Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Christian Nuhn
Die Leitstelle Hersfeld-Rotenburg alarmiert über die "Gembi-Schleife" den Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk und seine Stellvertreter Christian Nuhn und Mike Völker von der Feuerwehr Niederaula. Schenk und Nuhn machen sich mit einem Allradfahrzeug des Gemeindebrandinspektors um kurz vor Mitternacht auf den Weg. Sie wissen, dass sie nur so eine Chance haben.
"Wir sind den Hauptweg von Mengshausen Richtung Kruspis hochgefahren. Das war die einzige Möglichkeit. Unterhalb des Höhenkamms halten sie an und entdecken etwa 150 Meter vom Weg entfernt Lichter eines Fahrzeugs. Der Mann war mit seinem Audi Q3 auf einem Holzrückeweg "gestrandet". Die beiden Einsatzkräfte hatten die Koordinaten seines genauen Standortes erhalten.
"Wir waren innerhalb von zwei Stunden ausgebucht"
Glücklich über die Hilfe mitten in der eisigen Nacht ließ er sein Auto zurück und fuhr mit den beiden Feuerwehrführungskräften nach Niederaula. Doch wohin? Die umliegenden Hotels waren alle voll. Wegen des Schnees kamen einige Reisende auf die sinnvolle Idee, ihre Fahrt abzubrechen und lieber in einem Hotel zu übernachten.

Der Landgasthof Jossatal in Oberjossa war innerhalb kurzer Zeit ausgebucht ...
"Innerhalb von zwei Stunden waren wir komplett ausgebucht. Ich hätte locker noch 20 Zimmer mehr belegen können. Das ging um 18 Uhr los", schildert Uwe Koch, Inhaber vom Landgasthof Jossatal in Oberjossa (Breitenbach am Herzberg, Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Sein Betrieb liegt wenige Kilometer von der Anschlussstelle Niederaula entfernt. Dort hatte die Feuerwehr Niederaula zudem eine Staubeobachtung eingerichtet.
Für den Mann von der Mengshäuser Kuppe wurde eine Notlösung gefunden. "Trotz aller Bemühungen konnten wir kein Hotel finden. Wir haben ihn dann nach Bad Hersfeld in einen Autohof gebracht, dort hatte er es zumindest warm und konnte einen Kaffee trinken", sagt Schenk.
Appell der Führungskräfte
Er appelliert: "Verlassen Sie sich bitte nicht nur auf Ihr Navigationsgerät, seien Sie bitte umsichtig." Solch eine Situation kann gefährlich enden. Was, wenn es keinen Handyempfang gibt, wenn keine Hilfe erreichbar ist. Bei der aktuellen Kälte kann dies schnell lebensgefährlich werden. In dem Fall waren es einmal mehr die Kameraden der Feuerwehr, die rund um die Uhr zur Stelle sind. (Hans-Hubertus Braune) +++
