24.03.26 - Im Marmorsaal des Fuldaer Stadtschlosses endete am Mittwoch die letzte und entscheidende Etappe der Kommunalwahl 2026: Der Wahlausschuss trat zusammen, um das endgültige Ergebnis offiziell festzustellen. Unter der Leitung von Gemeindewahlleiter Sascha Siebert bestätigte das Gremium nach intensiver Prüfung die Resultate der Stadtverordnetenversammlung sowie aller weiteren Wahlen.
"Mein herzlicher Dank an alle Wahlhelfer", so Siebert, der zugleich betonte: "Die Kommunalwahl ist eine sehr komplexe Wahl - entsprechend zeitintensiv war auch die Auszählung." Aufgabe des Ausschusses sei es nun gewesen, "den endgültigen Wahlentscheid festzustellen". Größere Unregelmäßigkeiten habe es dabei nicht gegeben.

Der Wahlausschuss stellt im Fuldaer Stadtschloss das endgültige Ergebnis der Kommunalwahl ...Fotos: O|N / Constantin von Butler

Gemeindewahlleiter Sascha Siebert dankt den Wahlhelfern und bestätigt den ordnungsgemäßen ...
Aufreger im Wahllokal
Für den größten Aufreger des Wahltages sorgte ein Vorfall im Wahlbezirk an der Richard-Müller-Schule: Nachdem ein Wähler seinen Stimmzettel abgegeben hatte, äußerte er Zweifel am ordnungsgemäßen Verschluss der Wahlurne. Trotz der Versicherung des Wahlvorstands, dass alles korrekt verschlossen sei, griff der Mann selbst ein - er öffnete die Urne gewaltsam und fertigte ein Foto der darin befindlichen Stimmzettel an. Nach Angaben des Wahlvorstands waren auf dem Bild jedoch keine abgegebenen Stimmen erkennbar.
Daneben wurden im Verlauf der Wahl weitere Vorkommnisse bekannt, die jedoch keinen Einfluss auf das Ergebnis hatten. So ging bereits am 12. März ein anonymes Schreiben bei der Stadt ein, in dem der Vorwurf erhoben wurde, Wähler seien unter Druck gesetzt worden. Eine Überprüfung der Glaubwürdigkeit war nicht möglich. Der Vorgang wurde an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Zudem kam es in einigen Wahllokalen zu einem verspäteten Start der Stimmabgabe. Nach Angaben der Verantwortlichen waren zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine Wähler vor Ort, sodass auch hier keine Auswirkungen auf den Ablauf der Wahl entstanden.

Der Wahlausschuss prüft und bestätigt die Ergebnisse der Kommunalwahl in Fulda. ...
Endergebnis der Stadtverordnetenversammlung steht fest
Für die Stadtverordnetenversammlung ergibt sich folgendes Endergebnis: Von rund 48.900 Wahlberechtigten nahmen etwa 25.500 Bürger teil, rund 700 Stimmen waren ungültig. Die CDU kommt auf rund 530.000 Stimmen und 22 Sitze, die AfD auf etwa 281.000 Stimmen und 12 Sitze. Die Grünen erreichen rund 169.000 Stimmen und 7 Sitze, die SPD etwa 129.000 Stimmen und 5 Sitze. Die Linke zieht mit 3 Sitzen ein, ebenso Volt mit 3 Sitzen. FDP erhält 2 Sitze, CWE, Die PARTEI, Bündnis C, Freie Wähler und FGG jeweils einen Sitz. Das Stadtparlament umfasst 59 Sitze. 1.399.068 Stimmen wurden insgesamt abgegeben.

Die Sitzverteilung im Fuldaer Stadtparlament steht nach der finalen Auszählung ...Screenshot: O|N
Das Ergebnis wurde vom Wahlausschuss einstimmig per Handzeichen bestätigt. Auch die Ortsbeiratswahlen wurden ohne Gegenstimmen festgestellt. Beim Ausländerbeirat entfallen die Sitze auf mehrere Listen, darunter die ISL mit sechs Sitzen.
Wahlbezirk in Kämmerzell neu ausgezählt
Die Auszählung selbst verlief in mehreren Schritten. Am Wahlabend wurden zunächst die abgegebenen Stimmzettel gezählt und sortiert. Erste Trendergebnisse ergaben sich aus den Stimmzetteln mit einfachem Listenkreuz. Die detaillierte Auswertung der kumulierten und panaschierten Stimmen erfolgte von Montag bis Mittwoch mithilfe einer speziellen Software. Am Mittwoch gegen 13:00 Uhr war die Auszählung abgeschlossen. In Fulda-Kämmerzell musste ein Wahlbezirk vollständig neu ausgezählt werden, da die Kriterien am Wahlabend nicht korrekt angewendet worden waren. Alle Unstimmigkeiten konnten jedoch geklärt werden. (Constantin von Butler) +++
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