Die Teillegalisierung ist seit zwei Jahren in Kraft. Auch Cannabis Social Clubs konnten wenige Monate später ihre Arbeit aufnehmen. - Archivfotos: Erik Spiegel

REGION Zwei Jahre Konsumcannabisgesetz

"Broccoli Buddies" kritisieren restriktive Politik: "Legales Angebot bleibt knapp"

02.04.26 - Zwiespältige Bilanz: Vor zwei Jahren, am 1. April 2024, markierte Deutschland einen politischen Wendepunkt in der Drogenpolitik. Unter der Ampelkoalition trat die Teillegalisierung von Cannabis in Kraft. Federführend verantwortlich war der damalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Wenige Monate später folgte der nächste Schritt: Nach behördlicher Genehmigung durften erstmals Anbauvereinigungen - sogenannte Cannabis Social Clubs - gemeinschaftlich mit dem Anbau beginnen.

Kritik äußert der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU). Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Erst vor wenigen Tagen äußerte sich Hessens Innenminister Roman Poseck zum zweiten Jahrestag der Teillegalisierung (O|N berichtete). Der CDU-Politiker stellte seinen Standpunkt klar heraus: "Die Teillegalisierung von Cannabis ist und bleibt aus meiner Sicht ein Fehler. In der Gesamtbilanz gibt es kaum Gewinner, aber viele Verlierer." Mit Blick auf die Cannabis Social Clubs sprach er von einem "unpraktikablen Bürokratiemonster". Laut dem Minister würden sich die Genehmigungsverfahren für Anbauvereinigungen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben "extrem kompliziert" gestalten. Sein Fazit: "In Zeiten großer Herausforderungen und knapper Ressourcen ist es mehr als fragwürdig, wenn Personal in Behörden und Polizei durch schwierige Auslegungs- und Anwendungsfragen rund um das Cannabisgesetz gebunden wird."

Wie aus der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz vom 27. März herausgeht, gibt es aktuell in Hessen nur 18 Anbauvereinigungen. Von diesen sind bislang jedoch zwölf Genehmigungen tatsächlich wirksam.

Verein "Broccoli Buddies": "Legale Strukturen werden kleingehalten"

Nicht nur der private Konsum ist seit dem in bestimmten Mengen möglich. ...

Die "Broccoli Buddies" waren hessenweit die Ersten mit einer Anbaulizenz. Derzeit zählen sie circa 450 Mitglieder. Nach langer Planung und Genehmigung konnte der Verein Ende 2024 mit dem Anbau starten. Seit April 2025 wird Cannabis an die Mitglieder ausgegeben. Das Vorstandsteam erklärt aus gegebenen Anlass: "Zwei Jahre nach dem Cannabisgesetz zeigt sich, dass die Debatte nicht bei Anbauvereinigungen endet. Auch der Umgang mit Medizinalcannabis ist ein wichtiger Teil dieser Entwicklung. Uns beunruhigt deshalb das zunehmend restriktive politische Umfeld rund um Medizinalcannabis. Nicht, weil wir Anbauvereinigungen gefährdet sehen, sondern weil wir schon jetzt erleben, dass viele unserer Mitglieder Cannabis aus gesundheitlichen Gründen nutzen, im medizinischen System aber auf erhebliche Hürden stoßen."

Weiter heißt es: "Gleichzeitig sehen wir, dass das legale Angebot durch die insgesamt restriktive Genehmigungspraxis vielerorts knapp bleibt. Es gibt bislang nur wenige Clubs, viele davon arbeiten in kleinerem Rahmen und werden zusätzliche Nachfrage nur begrenzt auffangen können." Besonders problematisch sei das für Menschen, die ohnehin vulnerabel sind, etwa wegen chronischer Beschwerden, sozialer Unsicherheit oder eingeschränkter Mobilität. "Wenn medizinische Zugänge erschwert und legale Strukturen zugleich klein gehalten werden, verschärft das am Ende vor allem die Lage genau dieser Gruppen. Aus unserer Sicht ist das der falsche politische Weg." (mkr) +++

↓↓ alle 9 Artikel anzeigen ↓↓


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön