Mit dem Neubau möchte die Gemeinde Schenklengsfeld die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr langfristig stärken und zukunftssicher aufstellen. - Fotos: Marvin Myketin

SCHENKLENGSFELD Historisches Vorhaben

Millionenprojekt für die Sicherheit: Fünf Feuerwehren ziehen unter ein Dach

01.06.26 - Die Gemeinde Schenklengsfeld steht vor einem ihrer größten Bauprojekte überhaupt. Fünf Feuerwehren aus sechs verschiedenen Ortsteilen sollen künftig unter einem Dach vereint werden. Geplant ist ein modernes Feuerwehrzentrum am Ortsausgang von Schenklengsfeld, das nicht nur die Einsatzfähigkeit verbessern, sondern auch die Feuerwehr langfristig zukunftssicher machen soll. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen. Grundlage für das Vorhaben sind Planungen, die bereits Ende 2021 begonnen haben.

Mit dem Neubau werden die Feuerwehren aus Schenklengsfeld, Landeck (Oberlengsfeld und Hilmes), Konrode, Unterweisenborn und Wehrshausen künftig eng zusammenarbeiten. Geplant sind neun Fahrzeugstellplätze, moderne Schulungsräume, ein eigener Atemschutzbereich, Werkstätten, Lagerflächen sowie ein Katastrophen- und Zivilschutzlager. Auch eine Übungsfläche mit Übungsturm gehört zum Konzept. Das Gebäude soll zudem über eine eigene Stromversorgung verfügen und perspektivisch vollständig mit Photovoltaik ausgestattet werden.

Am Ortsausgang von Schenklengsfeld soll bis Ende 2028 ein modernes Feuerwehrzentrum ...

"Alle ziehen an einem Strang"

Schenklengsfelds Bürgermeister André Wenzel (parteilos) spricht im exklusiven Pressetermin mit OSTHESSEN|NEWS von einer Investition historischen Ausmaßes für die Gemeinde. "Es ist für uns ein riesiges Projekt. So etwas in dieser Summe gab es bei uns noch nie." Mittlerweile liege das Investitionsvolumen bei rund neun Millionen Euro. Ursprünglich seien etwa 7,5 Millionen Euro kalkuliert worden. Gestiegene Baukosten und die besonderen Anforderungen an den Baugrund hätten die Kosten erhöht.

Schenklengsfelds Bürgermeister André Wenzel spricht von einem historischen Bauprojekt ...

Am künftigen Standort in Schenklengsfled

Das neue Feuerwehrzentrum soll künftig die Wehren aus Schenklengsfeld, Landeck, ...

Die Entscheidung für einen zentralen Standort fiel nicht ohne Grund. An den bisherigen Feuerwehrhäusern hätten die gesetzlichen Anforderungen an moderne Feuerwehrstandorte nur mit erheblichem Aufwand erfüllt werden können. Statt mehrere Gebäude teuer umzubauen oder neu zu errichten, setzt die Gemeinde nun auf eine gemeinsame Lösung. Die gesetzlichen Hilfsfristen bleiben dabei weiterhin gewahrt - auch deshalb bleiben die Wehren aus Landershausen, Wippershain, Malkomes/Dinkelrodem Erdmannrode und Wüstfeld (alle Gemeinde Schenklengsfeld) weiterhin eigenständig am ursprünglichen Standort erhalten.

Eine Feuerwehr ist nicht "nice to have"

Gemeindebrandinspektor (Schenklengsfeld) Torsten Wennemuth begleitet die Planungen ...

"Alle ziehen an einem Strang", betont Wenzel. Zudem seien sämtliche wegweisenden Beschlüsse der vergangenen Jahre einstimmig gefasst worden. Für den Rathauschef steht fest: "Eine Feuerwehr ist nicht ,nice to have', sondern essenziell."

Schnellere Einsatzfähigkeit als zentrales Ziel

Gemeindebrandinspektor der Feuerwehren Schenklengsfeld, Torsten Wennemuth, sieht in dem Vorhaben vor allem eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr. Die bisherigen Standorte seien an ihre Grenzen gestoßen, gleichzeitig würden die Anforderungen an moderne Feuerwehrhäuser immer weiter steigen. Deshalb habe man sich frühzeitig mit möglichen Lösungen beschäftigt.

"Wir bauen hier etwas Bedarfsgerechtes und es gibt genügend Gründe, warum wir das tun wollen und müssen", sagt Wennemuth. Neben den Vorgaben des Technischen Prüfdienstes und der Unfallkasse Hessen habe auch die Frage der Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle gespielt. Statt an mehreren Standorten aufwendig umzubauen oder neu zu bauen, setzt die Gemeinde auf eine zentrale Lösung.

So soll das neue Feuerwehrzentrum bis Ende 2028 aussehen.

"Wir haben schon vorweg mit den beteiligten Feuerwehren diskutiert. Wir wollten von Anfang an die Kameraden mit ins Boot holen", betont der Gemeindebrandinspektor. Die Resonanz sei überwiegend positiv gewesen. Künftig sollen die Feuerwehren aus mehreren Ortsteilen ihre Kräfte bündeln.

Ein wesentlicher Vorteil sei die bessere Nutzung vorhandener Ressourcen. Fahrzeuge, Geräte und Ausrüstung könnten effizienter eingesetzt werden. "Außerdem müssen wir keine zusätzlichen Fahrzeuge kaufen", sagt Wennemuth. Ziel sei außerdem eine "bessere Ausbildung und Professionalität" sowie eine "schnellere und bessere Einsatzfähigkeit".

Marco Kauffunger, Kreisbrandinspektor (Landkreis Hersfeld-Rotenburg)

Reinhardt, Matthias: stellvertretender Gemeindebrandinspektor, Gemeinde Schenklengsfeld ...

Schlagkraft der Wehr soll deutlich steigen

Sorgen, dass einzelne Ortsteile durch die Zentralisierung benachteiligt werden könnten, teilt der Gemeindebrandinspektor nicht. Die gesetzlichen Hilfsfristen würden weiterhin eingehalten, die Einsatzzeiten blieben gesichert. Insgesamt würden die Vorteile überwiegen - insbesondere mit Blick auf die Schlagkraft und die Zukunftssicherheit der Feuerwehr.

Für ihn steht fest, dass die Feuerwehr langfristig profitieren wird. "Ja, davon sind wir überzeugt - ansonsten würde die Kommune ein solch umfangreiches und anspruchsvolles Projekt nicht umsetzen." Die Feuerwehr werde durch die Veränderungen "deutlich stärker, moderner und zukunftssicher aufgestellt sein". (Constantin von Butler) +++

Fotos: Marvin Myketin


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum
Cookie-Einstellungen anpassen

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Whatsapp
Instagram
TikTok

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön