Jubel bei den Jungs der SG Dittlofrod/Körnbach - Fotos: André Söllner

HÜNFELD Bebra verliert in Hünfeld

Das "gallische" Dorf steigt auf: SG Dittlofrod/Körnbach Kreisoberliga-Meister

01.06.26 - "Der Fußball schreibt manchmal verrückte Geschichten", bringt es Levin Baumgart auf den Punkt. Der Kapitän der SG Dittlofrod/Körnbach kann es gar nicht so recht glauben, dass sie endlich am Ziel ihrer Fußballträume angekommen sind: Die "SGKD" ist Meister der Fußball-Kreisoberliga Nord und steigt in die Gruppenliga Fulda auf.

Genau an jenem Ort, wo sie vor gut einem Jahr hauchdünn im Relegationsendspiel vor 2.200 Zuschauern gegen den FSV Thalau gescheitert waren, feiern sie verdientermaßen die Meisterschaft. Aber es geht noch kurioser: Während der Hauptkonkurrent auf dem Rasen der Rhönkampfbahn um den Titel spielt, können sie nur zuschauen. Kann auch Spaß machen, wenn es aus Sicht der Spielgemeinschaft aus den Eiterfelder Ortsteilen so läuft.

SGDK-Kapitän Levin Baumgart im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus ...

Die SG Dittlofrod/Körnbach hatte spielfrei, da die Partie gegen den FSV Hohe Luft wegen deren Rückzug mit 3:0 am grünen Tisch gewertet wurde. Es war also klar, dass sie die Saison mit 68 Punkten beenden würden. Die FSG Bebra hatte vor dem letzten Meisterschaftsspieltag beim Tabellenfünften Hünfelder SV II 66 Punkte, musste also gewinnen, um Meister zu werden.

Das hat nicht geklappt. Die Reserve des Hessenligisten aus Hünfeld siegte in diesem Duell vor 150 Zuschauern hochverdient mit 3:1 (1:0). Mohammad Krad brachte die Gastgeber bereits nach sechs Minuten in Führung. Haji Mohammad (53.) und Laurin Waider (63.) legten in der zweiten Halbzeit nach. Die Hünfelder konnten sich sogar den Luxus eines verschossenen Foulelfmeters leisten. Bebras Damian Piecha verkürzte zwar noch auf 1:3 (83.), doch die Spieler aus Dittlofrod/Körnbach waren da schon längst in Feierlaune. Nach einer wechselvollen Saison steigen sie also direkt auf, während sich Bebra in der Aufstiegsrelegation deutlich steigern muss, um doch noch die Rückkehr in die Gruppenliga feiern zu können. Die Eisenbahner müssen am kommenden Mittwoch zunächst im Auswärtsspiel bei der TSG Lütter antreten. Im zweiten Halbfinale trifft die SG Ehrenberg auf die FSG Vogelsberg (jeweils 19 Uhr).

Levi Baumgart und seine Mannschaften können dagegen den bereits gebuchten Bus wieder abbestellen. Zumindest müssen sie keine Relegation spielen, sondern können auch dort als Meister genüsslich zuschauen. Bis dahin wird aber erstmal gefeiert: "Wir haben ehrlich gesagt für die Relegation geplant, es kam jetzt überraschend. Wir werden zwei, drei Tage alles abreißen", verspricht der Kapitän. "Ich bin entspannt hierher gefahren und habe nicht damit gerechnet", sagt Pece Bosevski freudestrahlend. Zusammen mit Marko Karamatic hatte er in der Winterpause die SGKD übernommen. Bebra hat die Chance gehabt, diese aber nicht genutzt.

"Das ist natürlich ein Highlight für das gallische Dorf. Wir freuen uns riesig und werden weitermachen", sagte Karamatic. In der Gruppenliga werden sie dann auch auf Borussia Fulda treffen. Jenen Verein, den Bosevski und Karamatic bis in die Hinrunde hinein trainiert hatten.

Der Fußball hat eben so seine verrückten Gegebenheiten. Sehen Sie nachfolgend und in einer weiteren Bilderserie die Eindrücke vom Feierauftakt der SG Dittlofrod/Körnbach in Hünfeld und Szenen aus der Partie Hünfelder SV II gegen den bisherigen Spitzenreiter FSG Bebra. (Hans-Hubertus Braune) +++


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