10.06.26 - Im Jahr 1949 durfte sich die Stadt Hersfeld erstmals den Bestandteil "Bad" hinzufügen, seitdem hält sie den Titel als Kurstadt ununterbrochen. Der Status wurde für weitere zehn Jahre bestätigt. Nach strenger Überprüfung nahm Bürgermeisterin Anke Hofmann die Prädikatisierungsurkunde "Heilbad" in Empfang.
Diese nahm sie von Regierungspräsident Mark Weinmeister in Empfang, der extra für die Urkundenverleihung in die Kur- und Festspielstadt kam. Weiterhin anwesend war Horst Wenzel, Geschäftsführer des Hessischen Fachausschusses für Kur- Erholungs- und Tourismusorte des Regierungspräsidiums Kassel.

Die feierliche Übergabe der Urkunde fand in der Wandelhalle des Kurparks statt. ...
Anke Hofmann: "Haben viel gemacht"
Der Ort für diesen feierlichen Anlass hätte passender nicht sein können. In der Wandelhalle im Hersfelder Kurpark – genau dort, wo die beiden Heilwässer Lullus und Vitalis aus einem Granitbrunnen fließen – nahm eine Delegation der Stadt Bad Hersfeld Regierungspräsident Weinmeister in Empfang. Zur Begrüßung betonte Bürgermeisterin Anke Hofmann: "Bad Hersfeld hat das Prädikat Heilbad weiterhin verdient, und dafür haben wir viel gemacht."

Bürgermeisterin Anke Hofmann (links) nahm die Auszeichnung im Beisein zahlreicher ...

Regierungspräsident Mark Weinmeister überreichte die Urkunde zur erneuten Anerkennung ...
So hat es umfangreiche Untersuchungen an den Brunnen im Kurpark gegeben, um die Qualität des dort fließenden Wassers zu gewährleisten. Außerdem habe man die Infrastruktur der Stadt umfangreich aufbereitet, um allen Anforderungen gerecht zu werden.
Strenge Überprüfung über mehrere Monate
Denn: Wer das Prädikat "Heilbad" tragen möchte, muss zahlreiche Kriterien erfüllen. Verliehen wird dieses durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, die formelle Bestätigung erfolgt durch das Regierungspräsidium in Kassel. Außerdem involviert ist der Hessische Fachausschuss für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte, denn der prüft, ob eine Stadt alle Bedingungen erfüllt, und spricht dann eine Empfehlung an das Wirtschaftsministerium aus.
So muss die Bewerberstadt unter anderem über ein wissenschaftlich nachgewiesenes natürliches Heilmittel verfügen. Im Falle von Bad Hersfeld sind das die beiden angesprochenen Heilwässer. Ebenfalls verpflichtend ist eine ganzjährige kurärztliche Betreuung sowie die nötige medizinische Infrastruktur für Kuren, Gesundheitsprävention oder Rehabilitation. Und: die bewerbende Gemeinde benötigt eine Kur- und Freizeit-Infrastruktur – wie eben beispielsweise in Bad Hersfeld der Kurpark, die Festspiele und vieles mehr.

Archivfoto: O|N / Stefanie Harth
Fachausschuss bestätigt Erfüllung der Kriterien
Mark Weinmeister freute sich, dass er der Lullusstadt die erneute Urkunde verleihen durfte. "Bad Hersfeld hat unheimlich viel zu bieten. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass man sich hier bestens der Genesung und seiner Gesundheit widmen kann", sagte er. Horst Wenzel, Geschäftsführer des Hessischen Fachausschusses für Kur-, Erholungs- und Tourismusorte, erklärte, dass die Überprüfungen für die festgelegten Standards für die Prädikatisierung im vergangenen Jahr stattgefunden haben. Er betonte aber: "Das hat alles geklappt, es gab keinerlei Probleme."
Doch was wäre gewesen, hätte Hersfeld das "Bad" verloren? Laut Regierungspräsident Weinmeister hätten sich die Hersfelder nicht an einen neuen Städtenamen gewöhnen müssen: "Wenn man das "Bad" einmal im Titel hat, darf man es in der Regel behalten. Da macht das Ministerium selten Probleme. Aber natürlich ist es schöner, wenn man gleichzeitig das Prädikat als Heilbad trägt."

Archivfoto: O|N / Gerhard Manns

Archivfoto: O|N / Gerhard Manns
Nächste Überprüfung in zehn Jahren
Damit bleibt Bad Hersfeld auch in den kommenden zehn Jahren offiziell Heilbad. Die nächste Überprüfung findet dann ungefähr 2034 statt. "Eventuell auch ein Jahr später, auf einen Monat genau lässt sich das nicht sagen. Das übernimmt dann aber meine Nachfolgerin", sagte Horst Wenzel mit einem Schmunzeln.
Und bis dahin möchte Hersfelds Bürgermeisterin Anke Hofmann die Stadt weiter fördern. Sie sagte: "Wir wollen den Gesundheitstourismus ausbauen und schauen, welche Möglichkeiten sich bieten, um noch stärker zu werden." (Kevin Hildebrand) +++