10.06.26 - Ein schwerer Verkehrsunfall mitten bei Baumfällarbeiten, mehrere Verletzte und ein stark beschädigtes Fahrzeug: Was auf den ersten Blick nach einem dramatischen Einsatz aussah, war in Wirklichkeit eine aufwendig vorbereitete Rettungsübung der Freiwilligen Feuerwehren aus Heubach und Uttrichshausen (Landkreis Fulda).
Am Montagabend wurden die Einsatzkräfte gegen 18:48 Uhr alarmiert. Schauplatz der Übung war der Bereich "Brüderblick" bei Uttrichshausen. Dort galt es, ein realistisches Unfallszenario abzuarbeiten, das die Feuerwehrleute vor zahlreiche Herausforderungen stellte.

Ein schwer beschädigtes Fahrzeug und täuschend echte Verletzungen sorgten bei ...
Realistische Übung mit Schrottfahrzeug
Ausgangspunkt war ein Auto, das im Zusammenhang mit Baumfällarbeiten von einem umstürzenden Stamm getroffen worden sein sollte. Das Fahrzeug war dabei in einen Graben geraten. Für die Übung stand eigens ein Schrottwagen bereit, um die Rettungsmaßnahmen möglichst realitätsnah durchführen zu können.

Rund 30 Einsatzkräfte stellten bei der groß angelegten Rettungsübung ihr Können ...
Unter der Leitung von Einsatzleiter André Grießbach rückten rund 30 Einsatzkräfte an. Schnell zeigte sich, dass die Lage deutlich komplexer war als zunächst angenommen. Während die erste Meldung lediglich von einer eingeklemmten Person ausging, entdeckten die Einsatzkräfte vor Ort zwei Verletzte im Fahrzeug. Daraufhin mussten weitere Rettungsmittel nachgefordert werden.
Rettung gelingt innerhalb von 38 Minuten
Innerhalb von 38 Minuten nach der Alarmierung gelang es den Helfern, beide Personen aus dem Fahrzeug zu befreien und medizinisch zu versorgen. Doch damit war die Übung noch nicht beendet. Im weiteren Verlauf wurde eine dritte verletzte Person am Straßenrand gefunden, für die ebenfalls zusätzliche Rettungskräfte angefordert wurden. Insgesamt mussten zwei Schwerverletzte und ein Leichtverletzter betreut werden.
Neben den Feuerwehren aus Heubach und Uttrichshausen waren auch Rettungswagen sowie Kräfte der Malteser eingebunden. Beide Wehren waren jeweils mit zwei Fahrzeugen vor Ort.
Besonderen Wert legten die Organisatoren auf einen möglichst hohen Realitätsgrad. Die Verletzten wurden von Theaterschauspielern dargestellt, die mit täuschend echten Wunden geschminkt worden waren. Tiefe Verletzungen an den Beinen, stark blutende Kopfwunden und laute Hilferufe sorgten für zusätzlichen Druck bei den Einsatzkräften.
Einsatzkräfte behalten auch unter Druck die Ruhe
Trotz der eindrucksvollen Darstellung bewahrten die Helfer einen kühlen Kopf. Einsatzleiter André Grießbach ordnete die Situation mit einem Augenzwinkern ein: "Wer als Verletzter noch schreit, dem geht es verhältnismäßig gut." Auch die Darsteller zeigten sich nach der Übung zufrieden. Eine der Schauspielerinnen meinte scherzhaft: "Das einzige Problem war am Ende, ich hatte Sorge durch das Schreien, dass ich meine Stimme verlieren werde."
Nach Abschluss der Übung zogen alle Beteiligten ein positives Fazit. Das anspruchsvolle Szenario bot den Rettungskräften die Möglichkeit, Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren und die Zusammenarbeit verschiedener Organisationen zu stärken. Obwohl die Bilder am Übungsort dramatisch wirkten, konnten alle Beteiligten den Abend mit dem guten Gefühl beenden, wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall gesammelt zu haben. (pm/cb) +++