13.06.26 - Feierliche Klänge erfüllten am 11. Juni 2026 die Aula der Wigbertschule, als das Kammerorchester Hünfeld unter der Leitung von Thomas Nüdling aufspielte. Anlass war ein besonderes Jubiläum: Die Schulpartnerschaft zwischen der Hünfelder Wigbertschule und dem Lycée l’Élorn im bretonischen Landerneau besteht seit nunmehr 40 Jahren.
Seit 1986 treffen sich alle zwei Jahre Schülergruppen in beiden Städten, um Einblicke in den Alltag Gleichaltriger zu gewinnen und das Leben in der jeweiligen Partnerstadt kennenzulernen. Charakteristisch für Hünfeld ist dabei, dass die Partnerstädte Landerneau und Proskau ebenfalls durch Schulpartnerschaften miteinander verbunden sind – ein lebendiges Netzwerk europäischer Freundschaft.
"Der Austausch ist ein Bekenntnis zum Frieden über Grenzen hinweg," so Schulleiterin Sandra Möllers in ihrer Begrüßung des Festaktes, der in der Woche stattfand, in der eine Schülergruppe aus Landerneau anwesend ist. Möllers dankte besonders den Kommunen Hünfeld und Landerneau, die diesen Austausch durch ihre Partnerschaftsvereine unterstützen, aber vor allem den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern sowie deren Familien, bei denen die Gäste wohnen.
"Kennenlernen und Vertrauen sind die besten Mittel zur Gestaltung der Zukunft"
Der Hünfelder Bürgermeister Benjamin Tschesnok skizzierte die Geschichte der Stadtpartnerschaft, bei der schon seit der Gründung im Jahr 1968 ein Schüleraustausch dazugehörte. Dieser Austausch sei dann im Jahr 1986 in einen offiziellen Rahmen gegossen worden. Angesichts einer Welt, die aus den Fugen geraten sei, so Tschesnok, sei dieser Austausch eine Stärkung der europäischen Identität, die in den Städten Hünfeld und Landerneau verortet sei.
Auf die vielen langanhaltenden Freundschaften zwischen konkreten Schülerinnen und Schülern der Wigbertschule und des Lycée de l’Élorn erinnerte der Landerneauer Schulleiter Gilles Cornillet. Diese Bande der Freundschaft seien der schönste Aspekt des Austausches. "Kennenlernen und Vertrauen sind die besten Mittel zur Gestaltung der Zukunft", so der Landerneauer Schulleiter.
Für den Partnerschaftsverein Landerneau dankte Loic Bannier für die vergangenen gemeinsamen Austauschfahrten. Direkt aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler sprachen Schulsprecherin Sofia Koch und Schulsprecher Tolga Güngör, die selbst bereits an Austauschfahrten teilgenommen haben.
Neues Logo soll Partnerschaft zeigen
Konkrete Geschichten aus vergangenen Austauschen erhielt das Publikum aus einem Brief von Michelle Jambou, dem Gründer des Austausches, sowie von den aktuellen Organisatorinnen Claudine Moreau und Anna-Dorothea Schrimpf. Jambou erinnerte an die ersten gemeinsamen Besuche in thüringischen und sächsischen Städten nach dem Fall der Mauer und an die Pflanzung von 19 Bäumen am Haselsee im Rahmen des Projektes "Kinder für Europa". Auch würdigten sie namentlich die vielen verantwortlichen Schulleiter und die deutschen Französisch-Lehrkräfte und französischen Deutsch-Lehrkräfte, die den Austausch so lange organisiert hatten.
Die Feier wurde abgerundet durch eine Akrobatikeinlage der Molzbacher Voltis sowie durch das Chanson "Aux Champs-Elysée", vorgetragen durch den Lehrerchor der Wigbertschule unter der Leitung von Pia-Maria Sauer.
Im Zentrum der Begegnung in Hünfeld stand die Entwicklung eines Logos, das die Partnerschaft der beiden Schulen symbolisiert. Zwei Tage lang setzte sich die Austauschgruppe intensiv mit der Geschichte beider Länder auseinander. Dazu gehörten unter anderem der Besuch der Ausstellung über die französischen Kriegsgefangenen in Hünfeld im Zuse-Museum sowie ein eindrucksvoller Zeitzeugenbericht von Rita Fennel über frühere Austauschbegegnungen. Beim Festakt präsentierten die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler ihre Entwürfe dann vor dem Publikum, das anschließend über das beste Logo abstimmte. (mis/pm) +++