Nur mit einem Schuss in den Reifen war der Falshfahrer zu stoppen - Symbolbild: O|N

BÜTTELBORN 20 Minuten in der Gegenrichtung unterwegs

Renitenter Falschfahrer kann erst durch Reifenschuss gestoppt werden

05.07.26 - Ein Autofahrer, der als Geisterfahrer nachts auf der Autobahn A 67 unterwegs war, hat für stundenlange Autobahnsperrung und Behinderungen gesorgt. Der Mann war aus unerfindlichen Gründen auf seiner Irrfahrt 20 Minuten vor der Polizei geflüchtet. Wie die Polizeiautobahnstation Südhessen bestätigt, war der Falschfahrer aus dem Raum Groß-Gerau am frühen Samstagmorgen auf der A 67 zwischen Büttelborn und Mönchhof-Dreieck gegen die Fahrtrichtung unterwegs. Der 49-jährige Mann stand augenscheinlich unter dem Einfluss berauschender Mittel und befand sich in einem psychischen Ausnahmezustand. Bei seiner Irrfahrt fuhr er unter anderem in eine Leitplanke und gefährdete entgegenkommende Verkehrsteilnehmer. Bei der Festnahme des Mannes zog sich eine Beamtin zudem leichte Verletzungen zu.

Zeugen, denen der Falschfahrer auf der Autobahn in Höhe der Anschlussstelle Büttelborn entgegengekommen war, hatten gegen 2:30 Uhr per Notruf die Polizei informiert, die daraufhin mehrere Streifenwagen losschickte, um den Mann zu stoppen. Doch das gestaltete sich wesentlich schwieriger als erwartet. Der 49 Jahre alte Fahrer fuhr ungebremst weiter Richtung Rüsselsheimer Kreuz und wich dabei immer wieder entgegenkommenden Autos aus. Bei den Fast-Kollisionen prallte er auch einmal gegen die Leitplanke, fuhr aber trotzdem weiter.

Gefährliche Situation auf der A 67

Der Fahrer fuhr auf den südlichen Fahrspuren in Richtung Norden. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung konnten die Streifen den Falschfahrer schnell lokalisieren. Statt anzuhalten, fuhr der Mann nach kurzen Stopps immer wieder los. Zwischen der Anschlussstelle Rüsselsheim und dem Mönchhof-Dreieck fuhr er zudem in eine Leitplanke. Als der Fahrer in Höhe des Mönchhof-Dreiecks gegen 3 Uhr kurz stoppte, konnten die Streifen die Weiterfahrt durch einen gezielten Schuss in den Vorderreifen des Autos unterbinden. Daraufhin versuchte der Fahrer noch, zu Fuß zu flüchten, konnte aber schnell eingeholt und festgenommen werden. Die Beamten stellten bei dem Mann deutliche Anzeichen fest, die den Verdacht des Konsums berauschender Mittel erhärteten. Nach einer Blutentnahme wurde der 49-Jährige aufgrund seines Gesamtzustandes in eine Klinik eingewiesen. Sein Auto wurde sichergestellt und abgeschleppt.

"Solche Lagen sind wirklich eine Herausforderung für die Autobahnpolizei", sagte eine Polizeisprecherin vom Polizeipräsidium Südhessen auf O|N-Anfrage. "Wir können ja nicht hinter Geisterfahrern gegen die Fahrtrichtung herfahren."

Während des Einsatzes und der anschließenden polizeilichen Maßnahmen war die A67 in Fahrtrichtung Süden bis 7:50 Uhr voll gesperrt. Zudem musste auch eine Teilsperrung der nördlichen Fahrtrichtung im Rahmen der Spurensicherung erfolgen. Bis 7.50 Uhr war hier lediglich eine Weiterfahrt über die Mehrzweckspur möglich.(ci)++


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