Der jüngste Teilnehmer war gerade einmal vier Jahre alt. - Fotos: Anna Weißenberger

FULDA "Gleichberechtigung macht Sport besonders"

Wo Inklusion ins Schwarze trifft - Trainingscamp des DBSV

10.08.26 - Körperkontrolle, mentale Stärke und jede Menge Konzentration bewiesen am Wochenende 22 Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland in Johannesberg. Der Grund: Ein inklusives Trainigscamp des Deutschen Bogensportverbands. "Hier darf jeder mitmachen, egal ob mit oder ohne Einschränkung", betonte Brigitte Curtis, Bundesjugendleiterin des Deutschen Bogensportverbands.

Drei Tage voller Action liegen hinter den 22 Kindern und Jugendlichen, an denen neben dem Sport natürlich auch der Spaß im Mittelpunkt stand. Der krönende Abschluss des diesjährigen Camps bildete die Bogenlauf-Landesmeisterschaft des Landesverbands Hessen - ein Wettkampf, der Ausdauer und Präzision verbindet, ähnlich wie beim Biathlon.

"Gleichberechtigung macht Sport besonders"

Konzentriert steht Ferdinand, der von allen nur liebevoll Ferdi genannt wird, vor der Zielscheibe. Routiniert steckt er die Nocke des Pfeils auf die Sehne und legt ihn auf der dafür vorgesehenen Auflage am Mittelstück des Bogens ab. Er spannt den Bogen, hält einen Moment inne und löst den Schuss - Treffer!

Ferdi in Aktion. Er konnte sich bei den Deutschen Meisterschaften die Bronzemedaille ...

Ferdi ist einer von vier Jugendlichen mit Behinderung, die am Sommercamp teilnehmen. Im Bogensport steht jedoch nicht seine Einschränkung im Vordergrund, sondern seine Leistung. "Ferdi ist ein toller Sportler und trainiert sehr hart. Das hat sich auch ausgezahlt, denn er hat bei der regulären Deutschen Meisterschaft im Bogenschießen die Bronzemedaille gewonnen", lobte Curtis, "Im Bogensport schießen die Jugendlichen die gleichen Geräte und die gleichen Distanzen, es wird kein Unterschied gemacht. Diese Gleichberechtigung macht den Sport so besonders."

Bogenlauf war Neuland

Wie für die meisten anderen Camp-Teilnehmer weiß Ferdi, mit Pfeil und Bogen umzugehen. Doch der Bogenlauf war für ihn dagegen Neuland, wie die Bundesjugendleiterin erklärte: "Die meisten Teilnehmer kennen nur das reine Bogenschießen. Dass sie nun noch Strecken laufen müssen, ist etwas Neues." Das Prinzip beim Bogenlauf ist simpel: Erst wird gelaufen, dann geschossen, anschließend wird wieder gelaufen - der Bogen wird dabei nicht aus der Hand gelegt. "Beim Bogenlauf muss man neben der richtigen Technik auch über die nötige Cardio-Fitness verfügen", so Curtis. Gerade der Wechsel zwischen körperlicher Belastung während des Laufens und dem konzentrierten Schießen mache die Disziplin zur Herausforderung. "Wenn man von der Laufstrecke kommt, heißt es erstmal: Tempo rausnehmen und Herzfrequenz senken, damit man den Pfeil möglichst ruhig auf die Zielscheibe bringen kann", betonte sie.

Wie wichtig solche Wettbewerbe für Kinder und Jugendliche sind, weiß Curtis aus eigener Erfahrung: "Es hat sich die letzten Tage schon abgezeichnet, dass die Teilnehmer ganz heiß darauf sind, sich hier heute zu messen. Es ist der krönende Abschluss eines ereignisreichen Wochenendes." (Anna Weißenberger) +++


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