Stellv. Ortsvorsteher Sorga Thomas Fischer (FWG), Ortsvorsteher Sorga Thomas Brückner (FWG), Ortsvorsteher Kathus Michael Barth (UfK), 2. Stellv. Ortsvorsteherin Kathus Barbara Brod (UfK). - Fotos: Privat

BAD HERSFELD Filialabbau sorgt für Ärger

Bargeldversorgung gefährdet: Ortsbeiräte kritisieren Sparkassen-Pläne deutlich

10.08.26 - Auch die Ortsbeiräte aus den Stadtteilen Kathus und Sorga nehmen mit Bedauern und Unverständnis zur Kenntnis, dass die Sparkasse Hersfeld-Rotenburg ihr Filial- und Servicenetz im Landkreis weiter reduzieren will.

Als öffentlich-rechtliches Finanzinstitut hat die Sparkasse einen klaren Kernauftrag, gemeinwohlorientiert zu handeln und die flächendeckende Versorgung mit Finanzdienstleistungen der Bevölkerung regional sicherzustellen. Teil dieser grundlegenden Bankdienstleistungen ist unter anderem die lokale Bargeldversorgung im geschützten und diskreten Umfeld.

Da die Geld-/Bankautomaten in den Stadtteilen beziehungsweise Ortsbezirken Hohe Luft, Johannesberg und Sorga nun ab dem 01.10.2026 zurückgebaut werden sollen, wird knapp 10.000 Bewohnerinnen und Bewohnern diese Möglichkeit genommen, sich ortsnah mit Bargeld versorgen oder Bankgeschäfte tätigen zu können, denn die Stadtteile Kathus und Petersberg sind davon gleichermaßen betroffen.

Die Alternativlösung, sich ab sofort in den EDEKA-Märkten in der Hohe Luft und am Johannesberg mit Bargeld versorgen zu können, verbunden mit einem 10-Euro-Mindesteinkauf, einem Maximalbetrag von 200 Euro pro Vorgang und der völlig fehlenden Privatsphäre, finden viele Bewohner eher als suboptimal. Dabei sind die weiteren Dienstleistungen wie Kontoauszüge ziehen oder Überweisungen am Terminal tätigen noch gar nicht berücksichtigt. Dass diese Möglichkeiten nach wie vor gebraucht werden, wird von zahlreichen, oftmals älteren Menschen ohne Online-Banking gegenüber den Ortsbeiräten deutlich bekundet. Zumal die beiden Stadtteile im Solztal von der Alternativlösung überhaupt nichts haben, da die Ansiedlung eines Einkaufsmarktes zur Gewährleistung der Nahversorgung der knapp 2.500 Einwohner weiter auf sich warten lässt.

Beide Ortsbeiräte plädieren nachvollziehbar für den Erhalt der Sparkassenfiliale an der Hauptstraße im Stt. Sorga, zumindest für eine Übergangszeit. Wenigstens bis zur Ansiedlung eines Einkaufsmarktes für die Sicherstellung der Bargeldversorgung im Solztal, da dort vor nicht allzu langer Zeit bereits die Filiale der VR-Bank NordRhön ihre Tore geschlossen hat und damit der Handlungsspielraum der Bevölkerung schon deutlich eingeschränkt wurde.

Die Menschen vor Ort wünschen, nachdem sich bereits Ortsbeiräte öffentlich sowie Bürger in Form von Leserbriefen zu Wort gemeldet haben, ein klares Statement von Bürgermeisterin Anke Hofmann, die bisher dazu öffentlich noch gar nichts verlautbaren ließ. (pm/jk) +++


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