In einem Gespräch informierten sich der CDU-Stadtverband über die Lage der Landwirtschaft im Landkreis und über die Herausforderungen, vor denen die Betriebe stehen. - Foto: CDU-Stadtverband

SCHENKLENGSFELD Blick in die Praxis

CDU-Kreistagsfraktion besucht Hof von Kreislandwirt Stefan Böss

17.08.26 - Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion Hersfeld-Rotenburg haben am Mittwoch, 12. August, den Betrieb von Kreislandwirt Stefan Böss in Schenklengsfeld besucht. In einem Gespräch informierten sie sich über die Lage der Landwirtschaft im Landkreis und über die Herausforderungen, vor denen die Betriebe stehen. Für den Kreisbauernverband nahmen neben Böss dessen stellvertretende Vorsitzende Markus Ritter und Hartmuth Nuhn sowie Geschäftsführerin Anke Roß teil. Mit dem Termin setzt die Fraktion ihre Gespräche mit Verbänden, Betrieben und Einrichtungen in der Region fort.

Themen aus dem Landkreis

Ein Teil des Gesprächs betraf Fragen, über die im Landkreis und in den Kommunen entschieden wird. Die Beteiligten sprachen über die Entwicklung der Landwirtschaft im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, über den Strukturwandel und über die Zukunft der Familienbetriebe. Ebenso ging es um die Ausbildung junger Menschen in landwirtschaftlichen Berufen und darum, wie die Betriebe Nachwuchs gewinnen können.

Weiter befasste sich die Gesprächsrunde mit der Flächennutzung und mit der Aufstellung von Bebauungsplänen. Die Vertreter des Kreisbauernverbandes schilderten, wie sich die Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen auf die Betriebe auswirkt. Angesprochen wurden zudem die Grundsteuer sowie die Anforderungen des Denkmalschutzes, die bei der Sanierung und Umnutzung älterer Hofgebäude zu beachten sind.

Themen über den Landkreis hinaus

Andere Punkte werden auf Landes-, Bundes- oder europäischer Ebene entschieden oder hängen vom Weltmarkt ab. Die Landwirte erläuterten die Entwicklung der Preise für Dünger und Getreide und schilderten, wie stark die Betriebe von Ereignissen abhängen, auf die sie selbst keinen Einfluss haben. In diesem Zusammenhang kam auch der Selbstversorgungsgrad Deutschlands bei Nahrungsmitteln zur Sprache. Zur Sprache kamen außerdem der Abbau von Bürokratie, die Rahmenbedingungen für Biogasanlagen sowie die Rückkehr des Wolfes, die vor allem die Halter von Weidetieren betrifft.

Rundgang über den Hof

Im Anschluss an das Gespräch führte Stefan Böss die Fraktionsmitglieder über seinen Hof und erläuterte die Abläufe des Betriebes. Er zeigte dabei auch den Einsatz moderner Technik, darunter einen Melkroboter. Auf dem Hof arbeiten mehrere Generationen der Familie zusammen. So ließen sich mehrere der zuvor erörterten Themen unmittelbar am Betrieb nachvollziehen. Im Verlauf des Termins wurde deutlich, dass die Herausforderung vor allem darin besteht, in der Landwirtschaft Land und Wirtschaft zusammenzudenken. Nur so können Landwirte gemeinsam mit ihren Familien von ihrer Arbeit leben.

Fraktionsvorsitzender Herbert Höttl erklärte: "Was die Familie Böss hier leistet, hat uns beeindruckt. Wer über Generationen hinweg in seinen Betrieb investiert und die Arbeit weiterführt, braucht verlässliche Bedingungen statt zusätzlicher Hürden." Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Kreisvorsitzende Andreas Börner ergänzte: "Wir stehen hinter der Landwirtschaft. Dort, wo wir im Landkreis Einfluss haben, etwa bei der Flächennutzung und der Bauleitplanung, beziehen wir die Belange der Betriebe ein. Den Kontakt zu den Landwirten suchen wir auch künftig und helfen im Rahmen unserer Möglichkeiten." Die CDU-Kreistagsfraktion und der Kreisbauernverband vereinbarten, den Austausch fortzusetzen. (pm/jk) +++


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