
Der Museumshof war voll, das Wetter spielte mit: trocken und angenehm mild - ideale Bedingungen für ein Open-Air-Konzert. "Von Wegen Lisbeth" hat Fulda an diesem Freitagabend ordentlich in Stimmung gebracht. - Fotos: Moritz Bindewald
FULDA
Sie sind zurück - mit krasser Stimmung
"Uralt, mittelalt, neu" - Von Wegen Lisbeth begeistert im Museumshof
22.08.26 - Der Museumshof war voll, das Wetter spielte mit: trocken und angenehm mild - ideale Bedingungen für ein Open-Air-Konzert. "Von Wegen Lisbeth" hat Fulda an diesem Freitagabend ordentlich in Stimmung gebracht.
Im Rahmen von Kultur.findet.Stadt. gastierte die Berliner Indie-Pop-Band Von Wegen Lisbeth am Freitagabend im Museumshof - und kehrte damit nach Fulda zurück: Bereits zuvor hatte die Band in der Stadt gespielt, nun führte sie die aktuelle Supercolor-Tour erneut in den Museumshof. Der Vorverkauf für den Abend war bereits im November 2025 gestartet, entsprechend gut gefüllt zeigte sich der Museumshof am Freitagabend.
"Von Wegen Lisbeth" gilt seit Jahren als eine der eigenständigsten Stimmen der deutschsprachigen Popmusik: Die Band lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken, balanciert zwischen Melancholie und tanzbaren Refrains - und verarbeitet in ihren Texten alltägliche Beobachtungen zu einem schärferen Bild der Gegenwart. Genau diese Mischung bestätigte sich im Museumshof - und zeigte auch bei der Rückkehr nach Fulda, warum die Band zu den verlässlichsten Live-Acts ihres Genres zählt.
Von der Schülerband zum Headliner
Die Wurzeln der Band reichen zurück ins Jahr 2006, als sich die späteren Mitglieder als Schüler eines Berliner Gymnasiums in Steglitz zusammenfanden - zunächst unter anderen Namen und mit einem musikalischen Stil, der von Hardcore-Punk bis zu 8-Bit-Chiptunes reichte. Die heutige Besetzung um Sänger und Gitarrist Matthias Rohde, Bassist Julian Hölting, Gitarrist Dominik "Doz" Zschäbitz, Synth-Spieler Robert Tischer und Schlagzeuger Julian Zschäbitz formierte sich 2012. Nach ersten Touren als Vorband von AnnenMayKantereit und Element of Crime gelang Von Wegen Lisbeth 2016 mit dem Debütalbum "Grande" und der Single "Bitch" der Durchbruch - dafür gab es ein Jahr später sowohl den Deutschen Musikautorenpreis als auch einen Echo für das beste nationale Video. Zu den bekanntesten Songs der Band zählen neben "Bitch" auch "Wenn du tanzt", "Sushi" und "Alexa gib mir mein Geld zurück".
2019 folgte mit "[email protected]" das zweite Album, 2020 dokumentierte ein Livealbum aus der ausverkauften Berliner Columbiahalle den mittlerweile gewachsenen Status als Headliner-Band. Mit neuem Material und dem für Dezember angekündigten Album "Strandbad Eldena" im Gepäck führte die aktuelle Supercolor-Tour die Band nun wieder nach Fulda.
Ein herzlicher Empfang und ein Querschnitt durchs eigene Repertoire
Mit einem "Hallo Fulda!" begrüßte die Band das Publikum von der Bühne aus. Kurzfristig musste die Besetzung angepasst werden - das tat dem Live-Erlebnis jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: Der Ersatz fügte sich nahtlos ins Bandgefüge ein. "Schön, dass ihr da seid!", rief die Band von der Bühne ins Publikum und kündigte einen bunten Mix aus "uralten Songs, mittelalten Songs und Songs, die wir wahrscheinlich noch nie in Fulda gespielt haben" an.
Musikalisch löste die Band ihr Versprechen ein und servierte dem Publikum einen bunten Querschnitt aus dem eigenen Katalog - von frühen Fanlieblingen bis zu Songs, die in Fulda zuvor noch nicht zu hören waren. Bereits die Vorband Kapa Tult konnte überzeugen und stimmte das Publikum passend auf den Hauptact ein. (Moritz Bindewald) +++ 
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