
Faszination Großsegler: Piloten zeigen ihre Schmuckstücke - Fotos: Andreas Bejm
STEINAU/STR.
Eleganz in der Luft
Faszination Großsegler: Piloten zeigen ihre Schmuckstücke
25.08.26 - Bis zu zehn Meter Spannweite, bis zu 25 Kilogramm schwer und mehrere Tausend Euro teuer: Beim 21. F-Schlepp- und Großseglertreffen der Segelfluggruppe Steinau im Main-Kinzig-Kreis waren am Wochenende auf dem Modellfluggelände "Am Entenbusch" beeindruckende Fluggeräte am Himmel zu sehen. Rund 30 aktive Piloten kamen über das Wochenende zusammen – darunter auch Modellflugfreunde aus Belgien.
"Wir schleppen mit Motormodellen, die mit Benzinmotoren angetrieben sind, Segelflugzeuge im Maßstab 1:2, 1:3 oder 1:4 in die Höhe", erklärt Siegfried Ebert, erster Vorsitzender der Segelfluggruppe Steinau. Gemeinsam mit Knut Becker, Modellflugreferent des Vereins, gab er Einblicke in das Treffen. Die Großsegler sind ihren manntragenden Vorbildern möglichst originalgetreu nachempfunden. Vor Ort waren nach Angaben der Verantwortlichen Modelle mit Spannweiten von 6,60 Metern bis hin zu zehn Metern zu sehen.
Das Steinauer Treffen lockt schon seit Jahren Modellflieger aus dem In- und Ausland an. In diesem Jahr reisten unter anderem Teilnehmer aus dem belgischen Leuven an und legten dafür rund 450 bis 500 Kilometer zurück. In der Vergangenheit waren nach Angaben des Vereins auch Piloten aus Frankreich und der Schweiz dabei. Insgesamt kamen über das Wochenende rund 30 aktive Piloten zusammen. Bei den Besuchern rechneten die Verantwortlichen – abhängig vom Wetter – mit bis zu 100 Gästen.
Von 300 bis 8.000 Euro
Die Dimensionen der Fluggeräte sind beachtlich: Zwischen zehn und 25 Kilogramm bringen die Großsegler auf die Waage. Auch finanziell gibt es große Unterschiede. Ein Großsegler könne bereits für etwa 1.700 bis 1.800 Euro aufgebaut werden, aufwendige Modelle könnten aber auch 5.000, 6.000 oder 8.000 Euro kosten. Trotzdem müsse Modellflug kein teures Hobby sein. Schon für 300 bis 400 Euro könne man schöne Modelle aufbauen oder kaufen und damit seinen Spaß haben, betonen die Vereinsmitglieder.
Eine entscheidende Rolle spielte am Wochenende das Wetter. Der Samstag machte den Modellfliegern mit Verwirbelungen und durchziehenden Regengebieten zu schaffen. "Aber dafür entschädigt uns heute der Sonntag", so die Verantwortlichen.
Thermik nutzen und Optik wie bei den "Echten"
Die Faszination liegt für die Modellflieger vor allem in der Eleganz der großen Segler. Bereits in 50 bis 100 Metern Höhe seien die originalgetreuen Modelle teilweise kaum noch von echten Segelflugzeugen zu unterscheiden. Gleichzeitig fordert das Fliegen Konzentration: Die Piloten suchen nach Thermik und Aufwinden, um ihre Maschinen möglichst lange in der Luft zu halten.
Hinter der Veranstaltung steckt für den Verein einiges an Arbeit. Neben ausreichend Helfern für Hütten- und Kaffeedienst ist vor allem die Terminfindung eine Herausforderung. Nur wenige Wochen im Jahr eignen sich wetterbedingt für ein solches Treffen, gleichzeitig müssen die Veranstaltungen innerhalb der Modellflugszene aufeinander abgestimmt werden.
Fest steht bereits: Auch 2027 sollen die Großsegler wieder über Steinau ihre Kreise ziehen. Einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Nach Angaben der Verantwortlichen dürfte das Treffen aber erneut in der zweiten Augusthälfte stattfinden – dieser Zeitraum habe sich in den vergangenen Jahren etabliert. (Andreas Bejm) +++