Nachdem feststeht, dass der Tegut-Markt in Ehrenberg-Wüstensachsen im Frühjahr 2026 endgültig schließt, wächst in der Rhöngemeinde die Sorge um die Nahversorgung. - Archivbild: O|N / Rene Kunze

EHRENBERG Nachfolge ungewiss

Nach Tegut-Aus: Bürgermeister Kirchner äußert sich zu Stand der Gespräche

26.08.26 - Nachdem feststeht, dass der Tegut-Markt in Ehrenberg-Wüstensachsen im Frühjahr 2026 endgültig schließt, wächst in der Rhöngemeinde die Sorge um die Nahversorgung. Auf Anfrage von OSTHESSEN|NEWS hat Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig) nun den aktuellen Stand der Bemühungen um eine Nachfolgelösung dargelegt - und macht deutlich: Eine schnelle Entscheidung ist nicht in Sicht.

Mit dem Markt verliert die Rhöngemeinde ihren letzten Nahversorger - inklusive des dort untergebrachten Geldautomaten und der Postfiliale. Es ist bereits der zweite herbe Einschnitt für den Ort innerhalb weniger Jahre: Schon 2021 hatte die örtliche VR-Bank ihre Filiale geschlossen. Erst 2022 kehrte mit einem neuen Geldautomaten im Tegut-Markt zumindest ein Stück Grundversorgung zurück.

Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner. Archivbild: O|N / Mia Schmitt

Gespräche mit Entwicklungsgesellschaft laufen

Wie Kirchner auf O|N-Anfrage mitteilt, befindet sich die Gemeinde derzeit in Gesprächen "mit einer Entwicklungsgesellschaft, die Lebensmittelmärkte entwickelt und anschließend an Handelsunternehmen vermietet". Konkret gehe es dabei "um eine mögliche Ansiedlung einer Lebensmittelkette". Zu klären seien insbesondere baurechtliche Fragen sowie die verkehrliche Erschließung des potenziellen Standorts. Die Erfolgsaussichten schätzt der Bürgermeister "derzeit als etwa 50:50" ein.

Parallel dazu hält die Gemeinde an Alternativen fest. Man stehe "sowohl mit Tante Enso als auch mit einem weiteren Anbieter eines Dorfladenkonzepts im engen Austausch", so Kirchner. Diese Konzepte seien weiterhin eine ernsthafte Option und stellten "unseren Plan B dar, falls sich die derzeitigen Gespräche nicht erfolgreich entwickeln".

Bestehende Immobilie: Zukunft ungewiss

Wenig Hoffnung macht Kirchner hingegen auf eine erneute klassische Supermarktnutzung der bisherigen Tegut-Immobilie, ausschließen wolle er dies aber nicht. Sein Befund: "Für viele Betreiber ist die Immobilie hinsichtlich Größe, Zuschnitt und Zustand nicht mehr zeitgemäß. Für Dorfladenkonzepte hingegen ist die Verkaufsfläche teilweise bereits zu groß." Eine tragfähige Nachnutzung könne daher auch davon abhängen, "ob sich ergänzende Mieter für Teile der Immobilie finden".

Das beschauliche Dorf Wüstensachsen. Archivbild: O|N / Carina Jirsch

In seiner Einordnung schreibt Kirchner: "Ich weiß, wie wichtig eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung für die Bürgerinnen und Bürger, unsere Gäste und die Gemeinde insgesamt ist. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit allen Beteiligten mit Hochdruck an einer tragfähigen Lösung." Er bittet die Ehrenbergerinnen und Ehrenberger deshalb "noch um etwas Geduld". Gemeinsames Ziel sei "eine langfristig tragfähige Lösung, die die Nahversorgung in Ehrenberg dauerhaft sichert". (Moritz Bindewald) +++


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